Politik trifft auf Wissenschaft

Regierender Bürgermeister von Berlin bei Knauer

Der Berliner Senat tagte am 19. Januar 2016 im Rathaus Zehlendorf und traf sich danach mit Bezirksbürgermeister Norbert Kopp und dem Bezirksamt zum Gedankenaustausch. Eine 25-köpfige Delegation um den Regierenden Bürgermeister Michael Müller fuhr im Anschluss zur Firmenbesichtigung bei Knauer.

Dr. Birger Holz (rechts im Bild) erläutert dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, die Funktionsweise einer modernen HPLC-Anlage.

Für die Mitarbeiter des Familienunternehmens Knauer Wissenschaftliche Geräte GmbH war es ein ganz besonderer Tag. Alexandra Knauer, Geschäftsführerin und Eigentümerin des mittelständischen Betriebes, begrüßte den Regierenden Bürgermeister Michael Müller, Bezirksbürgermeister Norbert Kopp und die weiteren Besucher herzlich und stellte ihr Unternehmen und seine Aktivitäten vor.

Start mit Osmometern

1962 von ihren Eltern gegründet, waren die ersten entwickelten und verkauften Produkte von Knauer Messgeräte, mit denen sich die Teilchenkonzentration (Osmolalität) von Flüssigkeiten bestimmen lässt. Schon wenige Jahre später in den 70er Jahren verlagerte man den Schwerpunkt auf Geräte für die seinerzeit noch junge Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie (HPLC), die heute als Analysenmethode für Lebensmittelsicherheit, pharmazeutische Qualitätskontrolle oder Umwelt-Proben kaum mehr wegzudenken ist.

Alexandra Knauer erwähnte die große Bedeutung der Mitarbeiter für das Unternehmen. Sie lege viel Wert auf ein angenehmes Arbeitsumfeld, auf Angebote für Fortbildung, für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie gesundheitsfördernde Aktivitäten. Auch die Mischung von jungen mit erfahrenen Kräften habe sich als ein erfolgreiches Konzept erwiesen. Mit 2015 blicke man auf ein wirtschaftlich sehr erfolgreiches Jahr zurück.

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Engagement für den Standort und soziale Verantwortung nannte Frau Knauer ein Anliegen und erwähnte als Beispiele das Lehrangebot des Knauer Entdecker-Klubs für Schulklassen, die Teilnahme am alljährlichen Girls’Day oder aktuell die Unterstützung des Flüchtlingsheims in der Nachbarschaft.

Der Regierende Bürgermeister und die Mitarbeiter der Senatskanzlei erkundigten sich nach der Bedeutung von Projekten wie „Gesundheitsstadt Berlin“ oder Innovationsförderung für die Firma. Frau Knauer unterstrich den Nutzen solcher Maßnahmen, weil sie zur Vernetzung der Akteure in der Region beitragen und diese wettbewerbsfähiger machen. Bei der Firma Knauer seien dies konkret das Engagement im Biotechnologie-Cluster und die Ermöglichung einer Beratung zum Thema Lead-User.

Politiker im Knauer Entdecker-Klub

Anstelle von eigenen Statements und Reden kamen der Regierende und seine Kollegen zum Zuhören und Fragenstellen. So interessierte er sich, ob das Unternehmen stetig gewachsen sei oder ob es Sprünge in der wirtschaftlichen Entwicklung gäbe. Alexandra Knauer nannte zu seiner Überraschung die Nachwendezeit als eine wirtschaftlich schwierige Zeit. Die Umbrüche in den ehemaligen Ostblockstaaten sorgten damals nicht nur für Auftragsrückgänge, sondern auch für Zahlungsausfälle in diesem für die Firma Knauer bis dahin wichtigen Markt.

Knauer-Entwicklungsleiter Dr. Marc Diener stellte am Beispiel eines neu entwickelten Detektors die Prozesse dar, die zur Anwendung kommen, damit ein innovatives Produkt mit den richtigen Eigenschaften entstehen kann. Es müssen so unterschiedliche Schritte und Disziplinen wie optische und mechanische Auslegung, Konstruktion, Elektronik- und Softwareentwicklung mit dem Prototypenbau und Tests optimal ineinandergreifen.

Bürgermeister Müller fragte, wie das Unternehmen an hochspezialisierte Fachkräfte gelange. Frau Knauer antwortete, es sei nicht immer leicht, die passenden Mitarbeiter zu finden. Das Fachkräfteangebot sei außerhalb Berlins oft größer. Gute Erfahrung habe man mit einer Mischung aus hoher Vorbildung, wie bei jungen Uni-Absolventen, und firmeninterner Weiterentwicklung und Spezialisierung gemacht.

Im Knauer Entdecker-Klub (KEK), wo sonst Schulklassen an einer kompletten Lerneinheit zum Thema Chromatographie teilnehmen können, erfuhren die prominenten Besucher in einem „10-Minuten-Crashkurs“ von Frau Bördgen das Nötigste, um die Arbeitsweise der Flüssigkeitschromatographie zu verstehen. Michael Müller legte an der „Pumpenstation“ sogar selbst Hand an und konnte den Einfluss der Partikelgröße auf den Strömungswiderstand in einer Trennsäule erspüren.

Danach wurde die Produktion besucht, wo die Geräte in Manufakturarbeitsweise nach dem Prinzip der schlanken Produktion, das heißt auf Nachfrage, gefertigt werden. Stefan Leiser, Leiter Logistik und Produktion, stellte die Prozesse an einer Fertigungsinsel für den neuen Detektor vor und beantwortete Fragen der Besucher. Das Unternehmen habe alle wichtigen Fertigungsschritte im Haus und sei dadurch sehr flexibel.

Letzte Station war das Zentrallabor des Hauses, durch das Dr. Birger Holz, Leiter LC Lab, führte. Er demonstrierte beispielhaft eine schnelle analytische Trennung eines Stoffgemischs an einer modernen HPLC-Anlage. Nach einem kurzen Gruppenfoto mit dem Regierenden hieß es um dreizehn Uhr dreißig auch schon Abschied nehmen.

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