100 Millionen Euro für Biokraftstoffanlage

Clariant: Spatensticht für Sunliquid-Zellulose-Ethanol-Anlage in Rumänien

Mit dem traditionellen ersten Spatenstich hat Clariant offiziell den Bau der ersten Sunliquid®-Großanlage zur Produktion von Zellulose-Ethanol aus Agrarreststoffen begonnen. Dabei kommt erstmals die im Unternehmen entwickelte Sunliquid-Technologie im industriellen Maßstab zum Einsatz.

Agrarreststoffe wie Weizen- und anderes Getreidestroh sollen in der Anlage zu Zellulose-Ethanol verarbeitet werden. © CCO, Pixabay

An der Zeremonie in Podari bei Craiova im Südwesten Rumäniens nahmen offizielle Vertreter der rumänischen Regierung und der Schweizer Botschafter Urs Herren teil. An der Spitze der Clariant-Repräsentanten stand Vorstandsmitglied Christian Kohlpaintner. Kohlpaintner dazu: „Nach mehr als zehn Jahren Forschungs- und Entwicklungsarbeit investiert Clariant über 100 Millionen Euro in ihre erste sunliquid-Anlage. Diese Technologie ist nicht nur in Europa, sondern weltweit zukunftsweisend. Im Zusammenspiel mit europäischen und nationalen Institutionen unterstützt Clariant mit dieser signifikanten Investition die weitere industrielle Konversion einer Region.“

Das Projekt stellt das größte industrielle Engagement eines internationalen Unternehmens in dieser Region dar[i]. Bei voller Kapazitätsauslastung wird die neue Anlage pro Jahr ca. 250 000 Tonnen Weizen- und anderes Getreidestroh, das von lokalen Landwirten bezogen wird, zu 50 000 Tonnen Zellulose-Ethanol verarbeiten. Im Prozess entstehende Nebenprodukte werden zur Erzeugung erneuerbarer Energie verwendet. Ziel ist die Unabhängigkeit der Anlage von fossilen Energiequellen. Daher ist das entstehende Zellulose-Ethanol ein praktisch treibhausgasneutraler, fortschrittlicher Biokraftstoff.

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Die Vorzeigeanlage belegt laut Clariant die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der sunliquid-Technologie im großtechnischen Maßstab und erfüllt damit gleichzeitig eine wichtige Aufgabe als Referenzanlage für die weltweite Vermarktung der sunliquid-Lizenzen.

Ausbildung technischer Mitarbeiter in München

Die Entscheidung für Craiova fiel sowohl aufgrund der gesicherten regionalen Versorgungslage mit dem Ausgangsmaterial Stroh als auch wegen der dort vorhandenen logistischen und industriellen Infrastruktur. Für die Region um Craiova bietet der Bau der Anlage eine ganze Reihe von Vorteilen. So können Bauern den bisher kaum zu nutzenden Agrarreststoff Stroh erstmals industriell vermarkten. Beim Bau der Anlage werden mehrere Hundert Arbeitskräfte aus Betrieben beschäftigt, die soweit wie möglich aus der näheren Umgebung kommen sollen. Nach Fertigstellung werden rund 300 dauerhafte Arbeitsplätze in Gewerbebetrieben im Umland geschaffen, die für die Unterstützung des Standortes und für Transport und Lagerung des Strohs sorgen. In der Anlage selbst werden 100 bis 120 Mitarbeiter beschäftigt sein. Clariant plant die Stellen mit Arbeitnehmern aus der Region zu besetzen, die dafür in den Laboren in Planegg bei München und der Pilotanlage in Straubing in Bayern ausgebildet werden sollen.

Sunliquid als nachhaltiger und fortschrittlicher Biokraftstoff

Zellulose-Ethanol ist ein fortschrittlicher, nachhaltiger und nahezu klimaneutraler Biokraftstoff, der aus Pflanzenreststoffen hergestellt wird, etwa aus Weizen- und Maisstroh, das von Landwirten angeliefert wird. Das Stroh wird in Zellulose-Zucker umgewandelt. Die anschließende Fermentation des Zellulose-Zuckers ergibt schließlich Zellulose-Ethanol. Dank der Verwendung von Pflanzenreststoffen kann durch Zellulose-Ethanol die aktuelle Produktion von Biokraftstoffen auf neue Rohstoffe erweitert und gleichzeitig die Leistung und das Umweltprofil verbessert werden. Zellulose-Zucker können ausserdem als Baustein für die künftige Produktion von biobasierten Chemikalien verwendet werden.

Die sunliquid-Technologie bietet ein vollständig integriertes Prozessdesign, das auf etablierter Prozesstechnologie aufbaut. Innovative Technologiemerkmale, wie die chemikalienfreie Vorbehandlung, die integrierte Produktion von rohstoff- und prozessspezifischen Enzymen sowie die gleichzeitige C5- und C6-Zucker-Fermentation gewährleisten laut Unternehmen optimale Wirtschaftlichkeit.

[i] Das Projekt wird durch Mittel des Siebten Rahmenprogramms der Europäischen Union für Forschung, technische Entwicklung und Demonstration, Förderungsvereinbarung Nr. 322386 (FP7 SUNLIQUID), und des Bio-Based Industries Joint Undertaking gemäss Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Union, Förderungsvereinbarung Nummer 709606 (BBI LIGNOFLAG), unterstützt.

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