Erhebung der BAM

Digitalisierung in Konformitätsbewertungsstellen

Eine Studie der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zeigt den Stand der Digitalisierung in Prüflaboren und Zertifizierungsstellen in Deutschland.

Wie steht es um die digitale Transformation von Prüflaboren, Zertifizierungs- oder Inspektionsstellen in Deutschland? Die kürzlich veröffentlichte „QI-FoKuS“-Studie der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) gibt umfassende Einblicke zum Stand der Digitalisierung in Konformitätsbewertungsstellen. Durchgeführt wurde die Erhebung in Kooperation mit der Technischen Universität Berlin, dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung und der Universität im neuseeländischen Canterbury.

© BAM

Die digitale Transformation der Wirtschaft und zunehmend vernetzte und komplexe Produkte und Anwendungen sind eine Herausforderung für Konformitätsbewertungsstellen (KBS). Ihre Aufgabe ist es darzulegen, ob Produkte, Dienstleistungen und Prozesse festgelegte, z.B. rechtliche und normative, Anforderungen an Sicherheit, Gesundheits- oder Umweltschutz erfüllen. Gleichzeitig eröffnet die Digitalisierung auch viele Möglichkeiten für neue Betätigungsfelder sowie innovative Ansätze in der Qualitätsbewertung selbst.

Mithilfe einer Onlinebefragung unter akkreditierten KBS in Deutschland und mehr als einem Dutzend weiterer Länder weltweit haben die Partner die Digitalisierung in der Konformitätsbewertung systematisch untersucht. Im Mittelpunkt standen dabei die Ermittlung des digitalen Reifegrads der KBS sowie die Treiber, Hemmnisse und Auswirkungen der Entwicklung. Zugleich werden auch konkrete technologische Trends aufgezeigt.

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Dabei zeigt sich gemäß Angaben der BAM, dass KBS in Deutschland die digitale Transformation eindeutig als Chance verstehen, ihre Prozesse oder Dienstleistungen weiter zu verbessern. Der Stand der Digitalisierung sei jedoch noch sehr unterschiedlich ausgeprägt. Während sich 40 Prozent der teilnehmenden KBS noch am Anfang der digitalen Transformation befinden, haben rund ein Drittel bereits ein mittleres digitales Reifestadium erreicht und ein weiteres knappes Drittel liegt darüber. Fast alle KBS zielen mit ihren Digitalisierungsbemühungen momentan vor allem auf die Optimierung interner Prozesse und Routinen.

Auffällig sei auch, dass viele der modernsten digitalen Technologien, die derzeit intensiv in der Industrie diskutiert werden, noch nicht ihren Weg in die Anwendung innerhalb der KBS gefunden haben: Blockchain, Künstliche Intelligenz oder Big Data Analytics werden nur von wenigen genutzt, viele kennen die Technologien und ihre Potentiale nicht. Mehr zielgerichteter Austausch sowie Aufklärung durch zentrale Akteure wie etwa Branchenverbände könnten hier Abhilfe schaffen.

Erste Ergebnisse aus anderen Ländern zeigen nach Angaben der BAM, dass dieser Befund dort ähnlich ausfällt. In Kooperation mit nationalen Akkreditierungsstellen und der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) wird die Studie aktuell in mehr als einem Dutzend Ländern weltweit durchgeführt. Die Auswertung sowie die nationalen Ergebnisreports werden schrittweise auf der Website der „QI-FoKuS“-Initiative veröffentlicht.

Hintergrund
Die Initiative „QI-FoKuS“ (Qualitätsinfrastruktur – Forschung für Konformitätsbewertung und Sicherheit) wurde im Herbst 2019 durch die BAM gemeinsam mit der TU Berlin ins Leben gerufen und wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) unterstützt. „QI-FoKuS“ soll dazu dienen, eine bessere und langfristige Datengrundlage zu schaffen, um den Nutzen von Konformitätsbewertung und Akkreditierung weiter zu erhöhen. Weitere Informationen dazu sowie zu aktuellen und abgeschlossenen Befragungen finden sich unter www.qi-fokus.de

Quelle: BAM

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