Forschungsprojekt "Nanofacil"

Enzyme resistenter machen

Ein Forschungsprojekt an der Jacobs University unter Leitung von Dr. Marcelo Fernandez-Lahore, Professor of Biochemical Engineering, soll zu einer Plattform für die erleichterte Weiterverarbeitung einer Vielzahl von biologischen Produkten führen.

Prof. Dr. Marcelo Fernandez-Lahore mit Senior Researcher Dr. Martin Kangwa © Jacobs University Bremen

Bei der Biokatalyse werden Enzyme zur Beschleunigung von chemischen Reaktionen verwendet. Sie spielt in vielen Bereichen eine Rolle, etwa bei der Herstellung von Bier, Wein und Käse oder der pharmazeutischen Industrie. Ein Forschungsprojekt an der englischsprachigen Jacobs University unter Leitung von Dr. Marcelo Fernandez-Lahore, Professor of Biochemical Engineering, will nun eine neuartige Plattform für die erleichterte Weiterverarbeitung einer Vielzahl von biologischen Produkten schaffen. „Unser Projekt mit dem Namen ‚Nanofacil` wird die Anwendung und Implementierung von biokatalytischen Verfahren in der industriellen Praxis drastisch vereinfachen“, sagt Fernandez-Lahore.

Enzyme ermöglichen wichtige (industrielle) chemische Umwandlungen unter sehr milden Bedingungen. Unternehmen benötigen weniger organische Lösungsmittel und gefährliche Chemikalien, ihr Energieverbrauch reduziert sich. Der Einsatz von Enzymen führt also zu nachhaltigeren Industriepraktiken. Insbesondere für die Herstellung von Pharmazeutika, Aromen, Duftstoffen und Polymeren besteht eine erhöhte Nachfrage nach Enzymen.

Wissenschaftler der Jacobs University haben vor einiger Zeit einen neuen Weg zur erweiterten Nutzung von Enzymen in industriellen Prozessen entwickelt. Dieses Verfahren ist als „Nanoformulation“ bekannt. Die meisten Enzyme sind Proteine, unter Produktionsbedingungen werden sie labil. „Nanoformulation“ macht Enzyme resistenter und verbessert die Sicherheit in der Produktion. Das Projekt „Nanofacil“ knüpft an diese Forschung an. Es wird vom Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie über einen Zeitraum von drei Jahren mit rund 175.000 Euro gefördert. Beteiligt sind zudem zwei Industriepartner aus Deutschland und Finnland.

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