Trotz nachlassender Nachfrage

BASF steigert Umsatz und Ergebnis im 3. Quartal 2014

Der Umsatz der BASF-Gruppe wuchs im 3. Quartal 2014, verglichen mit dem Vorjahresquartal, um 3 % auf 18,3 Mrd. Euro. Hauptgrund hierfür waren stark gestiegene Mengen im Erdgashandelsgeschäft. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen stieg um 150 Mio. Euro auf rund 1,8 Mrd. Euro. Dazu trugen vor allem die Segmente Chemicals und Oil & Gas sowie Sonstige bei. Ein deutlicher Ergebnisrückgang bei Agricultural Solutions minderte den Anstieg des Ergebnisses.

„Das gesamtwirtschaftliche Umfeld blieb im 3. Quartal 2014 herausfordernd. Geopolitische Spannungen und die zunehmende Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft haben die Nachfrage nach Chemieprodukten deutlich gedämpft. Dennoch konnten wir Umsatz und Ergebnis der BASF-Gruppe im 3. Quartal 2014 steigern“, sagte Dr. Kurt Bock, Vorsitzender des Vorstands der BASF SE.

„Das gesamtwirtschaftliche Umfeld blieb im 3. Quartal 2014 herausfordernd. Geopolitische Spannungen und die zunehmende Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft haben die Nachfrage nach Chemieprodukten deutlich gedämpft. Dennoch konnten wir Umsatz und Ergebnis der BASF-Gruppe im 3. Quartal 2014 steigern“, sagte Dr. Kurt Bock, Vorsitzender des Vorstands der BASF SE.

Das EBIT nahm, verglichen mit dem 3. Quartal 2013, um 128 Mio. Euro auf 1,8 Mrd. Euro zu. Das EBITDA stieg um 30 Mio. Euro auf 2,5 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Ertragsteuern stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 126 Mio. Euro auf 1,6 Mrd. Euro. Auf Grund einer höheren Steuerbelastung und gestiegener Anteile Dritter im 3. Quartal 2014 sank das Ergebnis nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter um 53 Mio. Euro auf 1,0 Mrd. Euro. Das Ergebnis je Aktie betrug 1,14 Euro, nach 1,20 Euro im Vorjahreszeitraum. Das um Sondereinflüsse und Abschreibungen auf immaterielle Werte bereinigte Ergebnis je Aktie blieb mit 1,27 Euro auf dem Niveau des Vorjahresquartals (1,28 Euro).

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Prognose für das Gesamtjahr 2014
Für das 4. Quartal 2014 rechnet BASF nicht mit einer Belebung der Nachfrage. Das Unternehmen hat seine Erwartungen bezüglich der weltweiten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für 2014 wie folgt angepasst (bisherige Prognose in Klammern):

  • Wachstum des Bruttoinlandsprodukts: 2,3 % (2,5 %)
  • Wachstum der Chemieproduktion: 4,0 % (4,4 %)
  • Wechselkurs von durchschnittlich 1,35 US$/Euro (unverändert)
  • Ölpreis (Brent) von 105 US$/Barrel (110 US$/Barrel) im Jahresdurchschnitt

Bock: „Wir gehen von einem weiterhin volatilen und herausfordernden Umfeld aus. Dennoch streben wir nach wie vor an, das EBIT vor Sondereinflüssen im Gesamtjahr 2014 leicht zu steigern.“ Der Umsatz wird infolge der noch in diesem Jahr geplanten Devestition des Gashandels- und Gasspeichergeschäfts und auf Grund von negativen Währungseinflüssen voraussichtlich leicht sinken.

Strategische Umsatz- und Ergebnisziele 2015
Bei der Telefonkonferenz gab das Unternehmen auch einen aktuellen Stand zu der „We create chemistry“-Strategie und den finanziellen Zielen 2015, die 2011 erstmals veröffentlicht wurden. Aus heutiger Sicht wird BASF die ehrgeizigen Finanzziele für 2015 (Umsatz: 80 Mrd. Euro; EBITDA: 14 Mrd. Euro) nicht erreichen.

Die Wachstumsraten von 2010 bis 2015 für das Bruttoinlandsprodukt, die Industrie- und Chemieproduktion liegen unter den ursprünglich erwarteten Werten:

  • BASF rechnet jetzt mit einem um rund 0,8 Prozentpunkte niedrigeren durchschnittlichen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts pro Jahr (bisherige Annahme: 3,4 % p.a., aktuelle Annahme: 2,6 % p.a.).
  • Das Wachstum der Industrieproduktion wird voraussichtlich bei 3,4 % p.a. liegen, gegenüber ursprünglich 4,6 % p.a.
  • Das Unternehmen geht davon aus, dass das Wachstum der Chemieproduktion bei 4,0 % p.a. statt bei 4,9 % p.a. liegen wird. Die Chemieproduktion entwickelt sich damit auch weiterhin stärker als das Bruttoinlandsprodukt und die Industrieproduktion.

Bock: „Die Gründe für diese schwächere weltwirtschaftliche Entwicklung liegen auf der Hand: eine geringere Dynamik in den Schwellenländern und eine verzögerte Erholung der europäischen Wirtschaft.“ Außerdem gäbe es einen höheren Druck auf die Margen bei einigen Grundprodukten und teilweise auch bei Performance Products. Deshalb hat BASF in diesem Segment ein Restrukturierungsprogramm aufgelegt, das ab 2017 mehr als 500 Mio. Euro zum Ergebnis beitragen wird.

Das Unternehmen geht heute davon aus, dass Umsatz und EBITDA 2015 auf Höhe der derzeitigen Markterwartungen liegen werden. Bezogen auf das EBITDA sind das 10 Mrd. Euro bis 12 Mrd. Euro. Wie gewohnt wird BASF ihren Ausblick für 2015 bei der Bilanz-Pressekonferenz am 27. Februar 2015 geben und dann auch den aktuellen Stand zu ihren langfristigen Zielen.

Bock: „Mit unserer strategischen Ausrichtung liegen wir auf Kurs. Wir werden auch unter diesen etwas schwierigeren Rahmenbedingungen weiterhin profitabel wachsen.“

Das operative Exzellenzprogramm STEP setzt BASF schneller um als geplant. „Ab Ende 2015 streben wir nun eine Verbesserung um 1,3 Mrd. Euro an – das sind 300 Mio. Euro mehr als wir uns ursprünglich vorgenommen hatten“, erklärte Bock.

Neuaufstellung der globalen Forschungsplattformen
Innovationen sind ein entscheidender Eckpfeiler der „We create chemistry“-Strategie. Im Jahr 2020 will BASF rund 30 Mrd. Euro des Umsatzes mit Produkten erzielen, die dann weniger als zehn Jahre auf dem Markt sind. Die Basis für solche Innovationen ist eine effektive und effiziente Forschung und Entwicklung. Um das anspruchsvolle Ziel zu erreichen, entwickelt BASF ihre Forschungsorganisation weiter und bündelt ihre Forschungskompetenzen in drei globalen Plattformen:

  • Advanced Materials & Systems Research mit Sitz auf dem Innovationcampus Asien-Pazifik der BASF in Schanghai ab 2016.
  • Bioscience Research mit Sitz in Research Triangle Park/North Carolina in den USA ab Januar 2015.
  • Process Research & Chemical Engineering mit Sitz in Ludwigshafen.

Die stärkere Präsenz außerhalb Europas eröffnet neue Chancen für den Auf- und Ausbau von Kundenbeziehungen sowie von wissenschaftlichen Kooperationen. Alle drei Forschungsplattformen werden sich weltweit aufstellen, um Forschung und Entwicklung am Bedarf der Kunden auszurichten. Dadurch wird der F&E-Verbund gestärkt und die Attraktivität von BASF als Partner und Arbeitgeber in den Regionen erhöht.

Im Segment Chemicals lag der Umsatz auf dem Niveau des Vorjahresquartals. In Asien war das Marktumfeld schwierig; in Europa ging der Absatz zurück. Bei Petrochemicals in Nordamerika stiegen die Mengen stark an. Das Ergebnis des Segments übertraf den Wert des Vorjahresquartals um 89 Mio. Euro und lag bei 616 Mio. Euro. Hauptgrund hierfür waren höhere Margen bei Petrochemicals.

Bei Performance Products erreichte der Umsatz das Niveau des 3. Quartals 2013. Bei negativen Währungseffekten blieben die Mengen und Verkaufspreise stabil. Im Bereich Performance Chemicals stiegen die Mengen signifikant. Dagegen führte bei Paper Chemicals ein niedrigerer Absatz zu einem deutlichen Umsatzrückgang. Die Fixkosten wurden gesenkt, unter anderem durch Restrukturierungsmaßnahmen. Mit 376 Mio. Euro lag das Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahresquartals.

Der Umsatz im Segment Functional Materials & Solutions übertraf den Wert des 3. Quartals 2013 um 2 %. Die Preise in den meisten Arbeitsgebieten konnten erhöht werden und so negative Währungseffekte mehr als ausgleichen. Die Nachfrage aus der Automobilindustrie war weiterhin stark, insbesondere im Bereich Catalysts. Das Ergebnis stieg vor allem durch deutlich höhere Beiträge von Coatings und Catalysts um 10 Mio. Euro auf 310 Mio. Euro.

Im Segment Agricultural Solutions verfehlte der Umsatz das Niveau des 3. Quartals 2013 um 3 %. Kontinuierlich sinkende Preise für landwirtschaftliche Produkte und die damit verbundene Kaufzurückhaltung machten sich in nahezu allen Märkten bemerkbar. Gestiegene Verkaufspreise in allen Regionen konnten den Absatzrückgang nicht ausgleichen. Das Ergebnis – in diesem saisonal ohnehin schwachen Quartal – sank um 129 Mio. Euro auf 43 Mio. Euro. Neben den niedrigeren Mengen waren schwächere Margen infolge eines ungünstigeren Produktmixes sowie höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, Produktion und Vertrieb hierfür maßgeblich.

Bei Oil & Gas nahm der Umsatz verglichen mit dem Vorjahresquartal um 17 % zu. Dies ist vor allem auf stark gestiegene Mengen im Arbeitsgebiet Natural Gas Trading zurückzuführen. Niedrigere Öl- und Gaspreise minderten das Umsatzwachstum. Das Ergebnis stieg durch einen höheren Beitrag von Natural Gas Trading um 82 Mio. Euro auf 504 Mio. Euro.

Der Umsatz von Sonstige nahm vor allem durch den gestiegenen Rohstoffhandel um 3 % zu. Das EBIT vor Sondereinflüssen verbesserte sich um 98 Mio. Euro auf minus 7 Mio. Euro. Bewertungseffekte für das Long-Term-Incentive-Programm trugen dazu wesentlich bei; auch das Währungsergebnis verbesserte sich.

Geschäftsentwicklung in den Regionen im 3. Quartal
Der Umsatz der Gesellschaften mit Sitz in Europa nahm gegenüber dem Vorjahresquartal um 3 % zu. Hauptgrund hierfür waren die deutlich gestiegenen Mengen im Arbeitsgebiet Natural Gas Trading, während der Absatz bei Chemicals und Agricultural Solutions rückläufig war. Bei Catalysts wurde eine deutliche Absatz- und Umsatzsteigerung erzielt. Im Bereich Petrochemicals minderte eine niedrigere Anlagenverfügbarkeit den Umsatz. Das EBIT vor Sondereinflüssen wuchs vor allem durch deutlich verbesserte Beiträge von Chemicals, Oil & Gas und Sonstige um 202 Mio. Euro auf 1,1 Mrd. Euro.

In Nordamerika stieg der Umsatz sowohl in US-Dollar als auch in Euro um 3 %. Dies ist vor allem auf ein mengen- und preisbedingtes Umsatzwachstum bei Petrochemicals zurückzuführen. Mit 342 Mio. Euro nahm das Ergebnis unter anderem infolge eines deutlich niedrigeren Beitrags von Agricultural Solutions leicht ab (Vorjahresquartal: 355 Mio. Euro).

Der Umsatz in Asien-Pazifik erhöhte sich in lokaler Währung und in Euro um 4 %. Maßgeblich hierfür war ein gestiegener Absatz, insbesondere bei Catalysts und Performance Chemicals. Leicht rückläufige Verkaufspreise und negative Währungseffekte schwächten das Umsatzwachstum in der Region ab. Mit 173 Mio. Euro verfehlte das Ergebnis den Wert des Vorjahresquartals um 33 Mio. Euro. Ein deutlich niedrigeres Ergebnis bei den Grundprodukten im Segment Chemicals war dafür wesentlich.

In Südamerika, Afrika, Naher Osten wuchs der Umsatz in lokaler Währung um 8 % und in Euro um 4 %. Negative Währungseffekte wurden vor allem durch höhere Preise mehr als ausgeglichen. Insbesondere im Segment Oil & Gas führten Preissteigerungen zu einem deutlichen Umsatzanstieg. Im Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln verbesserte sich der Absatz im 3. Quartal deutlich. Das Ergebnis ging leicht zurück; es nahm um 6 Mio. Euro auf 197 Mio. Euro ab. Bei Agricultural Solutions sank das Ergebnis infolge schwächerer Margen und starker Generika-Konkurrenz bei Insektiziden deutlich.

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