Phosphorforschung

Leibniz-WissenschaftsCampus Phosphorforschung: Förderphase verlängert

Die Leibniz-Gemeinschaft hat eine Unterstützung des Leibniz-WissenschaftsCampus Phosphorforschung Rostock (P-Campus) für weitere vier Jahre mit gut 1,13 Mio. Euro beschlossen.

Mit dieser Folgeförderung kann der 2015 gegründete P-Campus, in dem sich fünf Leibniz-Institute der Region und die Universität Rostock zusammengeschlossen haben, seine interdisziplinäre Forschung rings um das essenzielle Element Phosphor und dessen Rolle in Umwelt und Wirtschaft fortsetzen und ausbauen.

Begrenzte Verfügbarkeit und ineffiziente Nutzung
Phosphor (P) spielt eine wichtige Rolle in der Umwelt als essenzielles Element für alle Lebewesen und ist zugleich von zentraler Bedeutung in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und industriellen Produktionsprozessen. Die Verfügbarkeit des nur in endlichen Lagerstätten vorhandenen und nicht durch andere Substanzen ersetzbaren Rohstoffs wird ohne einschneidende, weltweite Veränderungen in seiner Nutzung hin zu mehr Nachhaltigkeit und Effizienz schon bald drastisch eingeschränkt sein. Die Folgen: Langfristig ist die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung gefährdet und die Volkswirtschaften leiden, da der industrielle Bedarf nicht mehr gedeckt werden kann. Ineffiziente P-Nutzung in der Landwirtschaft dagegen ist oft Ursache für erhebliche Umweltprobleme, da große Mengen ungenutzten Ps in die Ökosysteme gelangen und diese durch Überdüngung aus dem Gleichgewicht bringen.

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An diesem Punkt setzt der Rostocker P-Campus an, in dem sich zur Bündelung ihrer fachlichen Kompetenzen das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), das Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT), das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN), Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) und das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) mit fünf Fakultäten der Universität Rostock (Agrar, Maritime Systeme, Mathematik-Naturwissenschaften, Medizin, Recht) zusammengeschlossen haben. Durch umfassende Grundlagen- und Anwendungsforschung wollen sie gemeinsam Strategien zur Lösung der genannten Herausforderungen finden.

In den vier Jahren der ersten Förderphase haben sich vier thematische Forschungsschwerpunkte etabliert:

  1. Wie sich P und seine vielfältigen chemischen Verbindungen in der Umwelt verhalten, wurde im Cluster I erforscht.
  2. Cluster II widmete sich Forschungsfragen, wie der Rohstoff effizienter und dabei dennoch ausreichend in der Landwirtschaft eingesetzt werden kann. Dies schließt auch die Entwicklung von Strategien und Technologien zur Rückgewinnung ein.
  3. Wie P-Verbindungen in der industriellen Katalyse für effizientere chemische Reaktionen eingesetzt werden können, war der thematische Fokus von Cluster III.
  4. Methodische Aspekte wurden im Cluster IV weiter entwickelt.

Für die neue Förderphase ist ein biologisch ausgerichtetes Cluster hinzugekommen, in dem die Funktion von P im Stoffwechsel und als zellulärer Signalstoff in unterschiedlichsten Organismen untersucht werden soll. Neu hinzugekommen ist auch ein Forschungsschwerpunkt zur „Phosphor-Governance“. Hier sollen die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse des P-Campus zusammengeführt und anschließend untersucht werden, inwieweit Umwelt- und andere relevante Gesetzgebung diesen Erkenntnissen Rechnung tragen bzw. welche rechtlichen Anpassungen nötig sind.

Neben seiner Interdisziplinarität ist eine besondere Stärke des P-Campus auch seine Graduiertenschule, in der bislang 11 Doktoranden Einzelfragestellungen aus den Forschungsschwerpunkten vertiefend bearbeiten. Während ihrer Promotionszeit durchlaufen die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern eine strukturierte, interdisziplinäre Ausbildung, um ihnen anschließend bestmögliche Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen. So wird auch auf diesem Weg eine gesellschaftliche Umsetzung der Erkenntnisse der P-Campus-Forschung unterstützt. Durch die Fortsetzung der P-Campus-Förderung können zwischen Mai 2019 und Mai 2020 nun 14 weitere Doktorarbeiten an den Start gehen, die für jeweils drei Jahre unterstützt werden.

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