Projektstart Carbon2Chem

Basischemikalien aus Hüttengasen

Das Projekt Carbon2Chem hat zum Ziel, Kohlendioxid, das bei der Stahlerzeugung anfällt, als Ausgangssubstanz zur Synthese von Basischemikalien zu verwenden. Damit ließe sich Erdöl ersetzen und ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Pressekonferenz mit Bundesministerin Johanna Wanka, Svenja Schulze, NRW-Wissenschaftsministerin (rechts), sowie Robert Schlögl, Direktor des MPI für Chemische Energiekonversion (links) und Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der Thyssenkrupp AG (2.v.r.) © BMBF/Ute Grabowsky.

Unser Wohlstand hängt maßgeblich von der hiesigen Stahlindustrie und ihren rund 90000 Beschäftigten ab. Autos, Häuser und Maschinen entstehen aus den 43 Millionen Tonnen Stahl, die die Branche jährlich produziert. Noch ist Deutschland Europas größter Stahlerzeuger.

Nach dem Pariser Klimaabkommen vom 12. Dezember 2015 soll die globale Erwärmung auf möglichst 1,5 °C begrenzt werden. Um das gesteckte Ziel zu erreichen, haben sich die Vertragsparteien der Klimaneutralität verpflichtet. D.h. ab der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts darf nicht mehr Treibhausgas ausgestoßen werden, als durch Senken gebunden werden kann. Demnach muss auch die Stahlbranche ihren Treibhausgasausstoß ganz erheblich reduzieren.

„Eine zukunftsfähige Industrieproduktion und engagierter Klimaschutz gehören zusammen. Mit Carbon2Chem zeigen wir dies glaubwürdig. So füllen wir das Abkommen von Paris mit Leben", sagte Bundesforschungsministerin Wanka bei der Pressekonferenz zum Start des Vorhabens am 27. Juni in Duisburg.

Der Stahlstandort Duisburg ist der größte der Branche. Carbon2Chem zielt darauf ab, den CO2-Ausstoß hier und an anderen Stahlstandorten wirtschaftlich nutzbar zu machen. Der neben CO2 benötigte Wasserstoff wird mit Überschussstrom aus erneuerbaren Energien produziert. Würde das Projekt erfolgreich abgeschlossen, wäre erstmals ein klimarelevanter CO2-Einspareffekt erreicht.

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Das Forschungsprojekt Carbon2Chem soll in den kommenden zehn Jahren eine nachhaltige Wertschöpfungskette entwickeln, die verschiedene Sektoren miteinander verbindet – der Klimaschutz treibt die Innovationen branchenübergreifend voran. Denn von Carbon2Chem profitiert nicht nur die Stahlindustrie. Chemieunternehmen erschließen eine neue, saubere Rohstoffquelle: „Innovationssprünge entstehen heute an den Grenzen zwischen den Branchen“, betonte Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der Thyssen Krupp AG. „Carbon2Chem bringt Akteure aus allen Bereichen des Innovationsgeschehens zusammen. Grundlagenforschung, Anwendungsforschung und industrielle Praxis – und das aus unterschiedlichen Sektoren.“

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt mit mehr als 60 Millionen Euro. Die beteiligten Partner planen Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro bis 2025. Für die kommerzielle Realisierung haben sie mehr als eine Milliarde Euro vorgesehen.

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