Schnelle Lasermikrobearbeitung von Materialproben

Fraunhofer IMWS und 3D-Micromac gewinnen TÜV SÜD Innovationspreis 2018

Das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS hat den 1. Platz beim TÜV SÜD Innovationspreis 2018 belegt. Die Auszeichnung, verbunden mit einem Preisgeld von 25 000 Euro, erhält das Institut gemeinsam mit dem Unternehmen 3D-Micromac AG für die Entwicklung des Probenpräparationsgeräts microPREP™. Das Gerät ermöglicht mithilfe hochmoderner Lasertechnik eine schnellere und flexiblere Präparation von Materialproben für die mikrostrukturelle Untersuchung.

Prof. Dr. Thomas Höche vom Fraunhofer IMWS (1. v. l.) und Uwe Wagner, 3D-Micromac AG (2. v. l.) freuen sich über den 1. Platz des Innovationspreises 2018, der zweitmalig vom TÜV Süd vergeben wurde. (Bild: TÜV Süd AG/Uhlendorf)

Für beschleunigte Materialentwicklung sowie optimale Qualitätskontrolle werden viele Materialien und Bauteile etwa aus der Automobil- und Unterhaltungselektronik mit Techniken der Mikrostrukturdiagnostik bis ins kleinste Detail untersucht. Um die Proben für die Untersuchung mit diesen Technologien auf geeignete Geometrien zu konfektionieren, waren bisher aufwendige Präparationsverfahren nötig, die entweder hinsichtlich der erreichbaren Formen zu unflexibel oder schlicht zu langsam und damit unwirtschaftlich waren. Mit microPREP™ wird die Präparation von Proben für die Mikrostrukturdiagnostik durch den Einsatz eines Lasers als photonisches Werkzeug erheblich beschleunigt und reproduzierbar gemacht.

Die Prüforganisation TÜV SÜD hat diese Entwicklung mit Platz 1 des TÜV SÜD Innovationspreises 2018 prämiert. Der zum zweiten Mal verliehene und mit insgesamt 50 000 Euro dotierte Preis zeichnet kleine und mittelständische Unternehmen aus, die gemeinsam mit Forschungseinrichtungen ein Produkt oder eine Dienstleistung entwickelt und erfolgreich in den Markt eingeführt haben. Die Jury lobte die innovative Idee mit dem Vorteil der Zeitersparnis, Kostenreduktion sowie der höheren Präzision.

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»Wir freuen uns außerordentlich über diese Auszeichnung. Der TÜV SÜD Innovationspreis honoriert unsere intensiven, gemeinsamen Anstrengungen zur Entwicklung eines komplett neuen Serienprodukts. Unser Gerät setzt mit sehr hoher Prozessstabilität sowie einer intuitiven Nutzeroberfläche neue Standards im Bereich der Probenpräparation für die Mikrostrukturdiagnostik. microPREP™ ist ein wahres Multitalent, das wir zukünftig durch seinen modularen Aufbau für weitere Präparationsworkflows weiterentwickeln werden,« sagt Prof. Dr. Thomas Höche, Leiter der Gruppe »Nanomaterialen und Nanoanalytik« am Fraunhofer IMWS und Mitentwickler von microPREP™.

»Der TÜV SÜD Innovationspreis ist eine große Anerkennung für uns, da die microPREP™ außerhalb unseres Standardanwendungsmarktes liegt. Die enge Kooperation mit unseren Partnern vom Fraunhofer-Institut hat diese Entwicklung erst möglich gemacht, denn sie kennen die Anforderungen des Marktes an die Probenpräparation. Wir nutzen unser langjähriges Know-how in der Lasermikrobearbeitung. So haben wir gemeinsam die Grundlage für die microPREP™ geschaffen und bauen die Anwendungsmöglichkeiten stetig aus. Noch in diesem Monat stellen wir ein neues Gerät und neue Workflows auf der Messe Semicon West vor«, sagt Uwe Wagner, Chief Technology Officer von 3D-Micromac.

Das Gerät ermöglicht mit modernster Ultrakurzpuls-Lasertechnologie eine athermische Laserbearbeitung. Das bedeutet, dass Proben mit Pulslängen im Pikosekundenbereich (einer billionstel Sekunde) in geeignete Form gebracht werden und sich durch diese Methode nur unwesentlich erhitzen. Das System eignet sich für die Bearbeitung von Halbleitern, Metallen, Keramiken, Gläsern sowie Verbundmaterialien. »Erfolgreiche Zusammenarbeit von wissenschaftlichen Einrichtungen und der Industrie sind der Motor für Innovationen. Ich gratuliere daher dem Team des Fraunhofer IMWS und der 3D-Micromac AG zu dieser Auszeichnung. Das sehr erfolgreiche Gerät ist ein Musterbeispiel dafür, wie gerade kleine und mittelständische Unternehmen von der Zusammenarbeit mit Fraunhofer profitieren können«, sagt Prof. Dr. Ralf B. Wehrspohn, Leiter des Fraunhofer IMWS.

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