Innovative Lösungen für Life Sciences, Chemie und Energie

Science4Life: Deutschlands beste Hightech-Geschäftskonzepte in 2019

Die zweite Phase des bundesweiten Businessplan-Wettbewerbs Science4Life Venture Cup ist abgeschlossen. 84 Gründer-Teams haben ihre Geschäftskonzepte aus den Bereichen Life Sciences, Chemie und Energie eingereicht. Start-ups aus den Life Sciences sind dieses Jahr besonders stark vertreten.

Konzeptprämierung des Science4Life Venture Cup 2019 © Science4Life

Die Konzeptphase des 21. Science4Life Venture Cup ist erfolgreich zu Ende gegangen: 84 Gründer-Teams haben ihre Geschäftskonzepte eingereicht – damit kann Science4Life an die stark steigenden Teilnehmerzahlen der letzten Jahre anknüpfen. Doch nicht nur die Zahl der Einreichungen hat in den letzten Jahren zugenommen, auch die Qualität der Geschäftskonzepte steigt nach Angaben der Organisatoren kontinuierlich.

Start-ups aus den Bereichen Life Sciences sind dieses Jahr besonders stark vertreten und konnten mit Konzepten wie einer digitalen und kontaktlosen Messung von Vitaldaten oder einer smarten Einlegesohle für Parkinsonkranke überzeugen. Auch im Chemie- und Energiebereich waren spannende Innovationen dabei – unter anderem ein neues Analyseverfahren für Proteine oder ein netzunabhängiges Schnellladesystem für Elektrofahrzeuge.

Gewinner der Konzeptphase des Science4Life Venture Cup 2019 (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Die Actome GmbH aus Freiburg hat ein Analyseverfahren entwickelt, bei dem Eiweißmoleküle einzeln in Millionen winziger Mikrotropfen verpackt werden. So können erstmals Proteine und ihre Wechselwirkungen in großer Anzahl sehr genau bestimmt und innovative Medikamente und diagnostische Verfahren entwickelt werden.
  • Die ME Energy – Liquid Electricity GmbH aus Potsdam entwickelt und vertreibt Schnellladesysteme für Elektrofahrzeuge, die ihren Strom selbst und CO2-neutral erzeugen. Die Ladestationen benötigen keinen Anschluss an das Stromnetz mehr, können überall aufgestellt werden und ermöglichen so auch die Versorgung in außerstädtischen Gebieten.
  • Mk2 Biotechnologies aus München hat eine neue Plattformtechnologie zur Synthese von hochreinen Peptiden entwickelt, durch die konventionelle Reinigungsschritte überflüssig werden.
  • Das MyoPax-Team aus Berlin hat eine Methode entwickelt, mit der Muskelstammzellen aus Muskelgewebe so isoliert und im Labor vermehrt werden können, dass diese Zellen ihren Stammzellcharakter und damit ihr Potential, Muskeln aufzubauen, behalten.
  • Die MyStandards GmbH aus Kiel will mit ihren neu entwickelten Nano-Pellets dem weltweiten Mangel an Referenzmaterialien für die Feststoffanalytik entgegenwirken.
  • Novapace aus Darmstadt hat eine smarte Einlegesohle entwickelt, die Parkinsonerkrankte im Alltag auf Fehlbelastung und sturzkritischen Gang hinweist.
  • Die PerioTrap Pharmaceuticals GmbH aus Halle entwickelt einen selektiven Wirkstoff gegen ein neuartiges Zielenzym, das ausschließlich bei den Haupterregern der Parodontitis vorkommt – wobei der physiologische Biofilm im Mundraum und im Darm nicht angegriffen wird.
  • PolySia ist ein neuer Therapieansatz der PolyGlyco GmbH aus Bonn zur Behandlung der trockenen altersabhängigen Makuladegeneration. PolySia, eine patentierte human-identische niedermolekulare Polysialinsäure, stärkt den Zellschutz von Nervenzellen.
  • Die von Visseiro aus Berlin entwickelte Technologie ermöglicht es, kontaktlos Vitaldaten wie Herzschlag, Herzratenvariabilität und Atmung zu messen und so die Überprüfung dieser Daten bei Senioren zu verbessern.
  • Die Entwicklung von Ycor aus Freiburg erlaubt eine minimal-invasive Kunstherzimplantation, die eine hochinvasive Operation bei diesen Eingriffen überflüssig macht. Damit werden die Risiken dieser Behandlung drastisch gesenkt.
  • Die Start-ups BRC Solar GmbH aus Karlsruhe und Crino aus München wurden mit ihrem Geschäftskonzept mit dem Science4Life Energy Award ausgezeichnet. Das BRC-Team steigert die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen durch Optimierung verschatteter Photovoltaikmodulen. Die innovative Technologie von Crino verkürzt die Messung der Selbstentladung von Lithium-Ionen-Zellen, ein notwendiger Prüfschritt der Batterieherstellung, von 14 Tagen auf einen Tag. Dadurch werden Ressourcenaufwand, Kapitalbindungskosten und somit Produktionskosten signifikant gesenkt.
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Hauptsponsoren des Businessplan-Wettbewerbs sind die Hessische Landesregierung und das Gesundheitsunternehmen Sanofi. Seit 2016 gibt es den Spezialpreis Science4Life Energy Award, der von der Viessmann Group als Hauptsponsor- und Platinförderer, Energieversorger Entega als Goldförderer und dem Land Hessen gesponsert wird, um technologische Innovationen im Bereich Energie zu fördern. „Start-ups und deren Ideen sind entscheidend für die Zukunft unseres Landes – egal ob es um die digitale Transformation oder die Energiewende geht“, sagte Hessens Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Philipp Nimmermann: „Wir brauchen Menschen, die ihre Geschäftsideen in die Tat umsetzen. Deshalb freut es mich, dass auch in diesem Jahr wieder so zahlreiche und vor allem innovative Konzepte eingereicht wurden“.

Dr. Karl-Heinz Baringhaus, administrativer Leiter für Forschung und Entwicklung von Sanofi in Deutschland, zeigte sich ebenfalls begeistert: „Seit über 20 Jahren gibt es den Science4Life Venture Cup bereits und jedes Jahr gibt es wieder beeindruckende neue Einreichungen. Uns ist es wichtig, die Teilnehmer mit unserem Experten-Netzwerk bestmöglich bei der Realisierung ihrer Geschäftsvorhaben zu unterstützen. Denn letztendlich profitieren wir alle von den innovativen Ideen.“

Die besten zehn Teams erhielten neben einem zweitägigen Intensiv-Workshop jeweils 1 000 Euro Preisgeld. Darüber hinaus wurden zwei Teams aus dem Bereich Energie mit einem Spezialpreis von je 1 000 Euro ausgezeichnet. Parallel zur Prämierung der Konzeptphase startet auch die nächste Phase des Science4Life Venture Cup: die Businessplanphase. Die Bewerbungsfrist dafür endet am 12. April 2019.

Lernen, vernetzen, gründen: Jetzt startet die Businessplanphase

Der Businessplan-Wettbewerb besteht aus drei Phasen: Ideen-, Konzept- und Businessplanphase. Gerade beginnt die Businessplanphase, für die sich Start-ups und zukünftige Gründer noch bis zum 12. April bewerben können. Start-ups profitieren von dem starken Experten- und Investoren-Netzwerk, erhalten aussagekräftige Feedbacks, intensive Coachings und wertvollen Input für die Ausarbeitung des Businessplans. Zehn Unternehmer-Teams werden mit Preisgeldern in Höhe von 56 000 Euro ausgezeichnet, dem Gewinner des Science4Life Venture Cup winken 25 000 Euro – der Grundstein für die Patentanmeldung oder die GmbH-Gründung.

Energie-Start-ups können sich neben der Teilnahme am Science4Life Venture Cup auch für den Science4Life Energy Award bewerben. Der Spezialpreis Energie ist mit zusätzlichen 10 000 Euro dotiert. Die Einreichung des Businessplans erfolgt über die Science4Life-Webseite (http://www.science4life.de). Die Teilnehmer registrieren sich online, laden den Businessplan über das Science4Life-Portal hoch und erhalten eine Teilnahmebestätigung per E-Mail.

Quelle: Science4Life

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Dr. Stefan Bartoschek

Dr. Stefan Bartoschek hat nach seinem Chemiestudium und der Promotion als Postdoc beim Nobelpreisträger Sir John E. Walker am MRC in Cambridge gearbeitet und war zehn Jahre in der Pharmaforschung bei Sanofi tätig.

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