Life Sciences Innovations

Gesteinsmaterial: Leben auf dem Mars?

Ein mit Spannung erwartetes Päckchen mit Gesteinsbruchstücken des Planeten Mars ist an der Goethe-Universität eingetroffen. Bestellt hat es der Mineraloge Prof. Frank Brenker, der sich mit einem internationalen Team auf die Untersuchung extraterrestrischer Proben spezialisiert hat. Durch sein nano- analytisches Labor gingen bereits Proben des Kometen Wild 2 und Sternenstaub, der während einer Mission der NASA aufgesammelt wurde. Das nun eingetroffene, Basalt-ähnliche Material verspricht direkte Einblicke in die vulkanische Aktivität unseres Nachbarplaneten. Daneben wollen die Forscher weitere Hinweise für frühe Lebensformen auf dem Mars suchen.

Fast wie auf der Erde sieht dieser Kraterrand eines Vulkans auf dem Mars aus. So ähnlich mag der Ursprungsort der Gesteinsprobe ausgesehen haben, die im Juli 2011 als Meteorit auf die Erde fiel und nun von Mineralogen der Goethe-Universität Frankfurt untersucht wird. (Bildrechte: NASA)

Die Probe stammt aus einem der wichtigsten Meteoritenfälle dieses Jahrhunderts. Am 18. Juli 2011 wurde er in Marokko in der Nähe von Tissint als Feuerball am Himmel gesichtet. Kurze Zeit später wurden die ersten Bruchstücke des Meteoriten auf der Erde entdeckt, aufgesammelt und gut verpackt. Solche Ereignisse treten etwa alle zwei Monate auf und stellen zunächst nichts Besonderes dar. Als aber Mitte Januar 2012 die vorläufigen Messergebnisse zur Charakterisierung des Meteoritenfalls veröffentlicht wurden, war die Sensation perfekt. Aus dem Verhältnis der unterschiedlich schweren Isotope des Sauerstoffs ließ sich eindeutig schließen, dass die Steine vom Mars stammten.
„Seit der Aufzeichnung von Meteoritenfällen ist dies erst der fünfte Fall, in dem Gesteinsmaterial vom Mars nach Millionen von Jahren im Weltall seinen Weg zufällig zur Erde findet, beim Fall zur Erde beobachtet wurde und danach direkt aufgesammelt werden konnte“, erklärt Prof. Frank Brenker den außerordentlichen Glücksfall. „Zudem ist in keinem der bisherigen Fälle direkt nach dem Fund ein möglicher Ursprung vom Mars überhaupt in Erwägung gezogen worden, noch wäre es damals möglich gewesen, einen Beweis für diese Annahme zu erbringen.“

Anzeige

Da die Proben kaum durch Verwitterungs- und Alterationsprozesse auf der Erde verunreinigt sind, wird die Suche nach den Bausteinen des Lebens erheblich begünstigt. Somit ergibt sich ein weitgehend ungestörter Blick auf die Mars-Oberfläche. Im Vordergrund wird hierbei die Suche nach komplexen Kohlenwasserstoffverbindungen und Spuren von Wasseraktivität stehen, die auf frühe Lebensformen auf dem Mars hinweisen könnten.

Nur fünf Universitäten weltweit haben sich bisher eines der begehrten Bruchstücke des Marsgesteins gesichert. Drei davon sind in den Vereinigten Staaten (University of Washington, Arizona State University, University of New Mexico) und eines in Kanada (University of Alberta). Dass die Goethe-Universität ebenfalls dazu gehört, verdankt sie der großzügigen, unbürokratischen und schnellen finanziellen Unterstützung der Vereinigung der Freunde und Förderer der Goethe-Universität.

Informationen: Prof. Frank Brenker, Institut für Geowissenschaften, Facheinheit Mineralogie, Campus Riedberg, Tel. 069 798-40134, f.brenker@em.uni-frankfurt.de.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Mikroplatten-Pipette

Manuell, aber mit Servomotor

Die Viaflo 96/384 Mikroplatten-Pipetten wurden für  Anwendungen  wie ELISA, PCR, Nukleinsäure- und Proteinextraktion entwickelt und optimiert. Mit ihrer intuitiven manuellen Bedienung erlauben diese Systeme die Übertragung ganzer Platten in einem...

mehr...

Einweg-Mahlbecher

Arzneimittel ICH Q3D-konform prüfen

Ab Dezember 2017 muss die ICH Q3D „Guideline for Elemental Impurities“ für bereits auf dem Markt befindliche Arzneimittel umgesetzt und die Überwachung der Schwermetallbelastung auf eine spezifische quantitative Kontrolle umgestellt werden.

mehr...

Transfektionsreagenz

Gen-Silencing

Fuse-It-siRNA ist ein Transfektionsreagenz für schnelles und effizientes Gen-Silencing. Auch in sensitiven und schwierig zu transfizierenden Zellen, wie z.B. primären Keratinozyten, beweist es hohe Biokompatibilität.

mehr...
Anzeige

The Power of Multiomics

Erfahren Sie in unserem White Paper „Unlocking the Power of Multiomics“ wie die Verknüpfung von Lipidphenotyp und Genotyp geholfen hat Herzkreislauferkrankungen besser vorherzusagen.

mehr...

Killerzellen

Medium für die Kultivierung

Mit dem neuen NK MACS® Medium ermöglicht Miltenyi Biotec die spezifische Kultivierung von menschlichen natürlichen Killerzellen, den sogenannten NK-Zellen. Mit diesem Zellkulturmedium kann der Anwender von voll funktionsfähigen Zellen profitieren,...

mehr...
Anzeige
Anzeige

Highlight der Woche

Perfekte GCMS-Ergebnisse dank Shimadzu NX-Technologien
Shimadzu erweitert die Singlequad- und Triplequad-GCMS um den Gaschromatographen GC-2030. Damit werden Analysen präziser, Wartungsarbeiten vereinfacht und die Geräteauslastung maximiert.

Zum Highlight der Woche...