Qualitäts-Tipp

Schulung von Mitarbeitern im regulierten Umfeld

Der Qualitäts-Tipp im März

Von Melanie Hartmann, Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH

Seit dem In Kraft treten der AMWHV im November 2006 haben sich die Anforderungen an Schulungen im GMP-regulierten Umfeld verändert. Seit diesem Zeitpunkt steht nicht mehr ausschließlich die Forderung nach regelmäßigen Schulungen der Mitarbeiter im Vordergrund, sondern auch die Forderung nach der Evaluierung des Schulungserfolgs.

Was in keinem Gesetz und keiner Guideline festgelegt wird, ist, wie relevante Inhalte sinnvoll für die Mitarbeiter in Schulungen dargestellt werden, um den Lernerfolg sicher zu stellen. Ebenfalls nicht näher beschrieben wird, wie der Erfolg der Schulung zu überprüfen ist. Hier bieten sich den Unternehmen vielfältige Möglichkeiten.

Im Rahmen dieses Qualitätstipps soll Ihnen ein kurzer Überblick über die Planung und Möglichkeiten zur Gestaltung von Trainings und deren anschließende Evaluierung gegeben werden. Die im Folgenden geschilderten Konzepte wurden in unterschiedlichen Trainingsmaßnahmen für Kunden erfolgreich umgesetzt.

Einem Unternehmen bieten sich zunächst eine Vielzahl von Möglichkeiten und Methoden, um Mitarbeiter zu schulen. Zum einen kann auf interne Trainer zurückgegriffen werden oder aber man arbeitet mit externen Trainern bzw. Schulungsanbietern zusammen.

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Ein weiterer wichtiger Punkt im Zuge der Planung von Schulungsmaßnahmen ist, festzulegen, was, d.h. welche Inhalte den Mitarbeitern im Rahmen der Schulung vermittelt werden sollen. Im Anschluss stellt sich noch die Frage nach den geeigneten Methoden. Wählt man ein Präsenztraining, eine Leseschulung oder doch ein E-Learning? Oder eine Kombination daraus, das sogenannte Blended Learning? Und wie führt man die geforderte Evaluierung des Schulungserfolgs durch, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten?

Sehr oft ist genau das der Ausgangspunkt, an dem die Gespräche mit Kunden aufgenommen werden. Für die Auswahl der geeigneten Methoden ist es ganz entscheidend, den Blick auf die zu schulenden Mitarbeiter und die zu vermittelnden Inhalte zu lenken. Nur dann kann die richtige Wahl getroffen werden, um den Schulungserfolg für beide Seiten, den Mitarbeiter und das Unternehmen, in Aussicht zu stellen.

Für die Vermittlung von neuen Inhalten für neue Mitarbeiter oder die Stammbelegschaft ist aus didaktischer Sicht der Einsatz von Präsenztrainings oder der Einsatz von begleiteten E-Learning-Maßnahmen sinnvoll. Präsenztrainings sollten, um den besten Lerneffekt für die Mitarbeiter sicher zu stellen, durch die Verwendung unternehmensspezifischer Beispiele und Bilder sowie durch Gruppenarbeiten und Workshops aufgewertet werden. Zur Evaluierung des Schulungserfolgs können bei Präsenztrainings unterschiedliche Methoden herangezogen werden. Angefangen bei einer moderierten Gruppendiskussion, über das Ermitteln eines Gruppenergebnisses, durch das Bearbeiten von Fragen im Stil von „Wer wird Millionär“ bis hin zu einem schriftlichen Abschlusstest ist hier alles denkbar.

Ob die Evaluierung des Trainings in anonymisierter Form oder namentlich zuordenbar durchgeführt wird, liegt in der Entscheidung des Auftraggebers in enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen Betriebsrat. E-Learnings, die die aktive Mitarbeit des Schulungsteilnehmers einfordern, z.B. in Form von Übungsaufgaben und Eingangs- und Abschlusstests, sind ebenfalls gut zur Ermittlung des Lernerfolgs geeignet.

Bei der Vermittlung von für die Teilnehmer neuen Inhalten sollte aber immer auch ein persönlicher Ansprechpartner für Rückfragen zur Verfügung stehen. Hier bietet es sich an, E-Learning-Module in einem Blended-Learning-Konzept in Verbindung mit Präsenztrainings einzusetzen. D.h. im Nachgang an ein Präsenztraining kann man, um der „Vergessenskurve“ entgegen zu wirken und das erlernte Wissen zu festigen, die Teilnehmer in einem zeitlichen Abstand zum Präsenztraining ein E-Learning-Modul zum gleichen Thema bearbeiten lassen. Für Aufbau- bzw. Auffrischungstrainings sind alle Methoden unter Berücksichtigung des Teilnehmerkreises geeignet.

Steht nicht die Vermittlung von neuem Wissen im Vordergrund, sondern möchte ein Unternehmen das Feedback seiner Mitarbeiter über Prozesse, Abläufe oder z.B. die Dokumentenstruktur einholen, bieten sich Seminare in Form von Workshops an. Hier hat es sich in der Praxis bewährt, wenn möglich, abteilungs- und betriebsübergreifende Gruppen zusammen zu bringen. Wichtig ist ebenso, gemeinsam im Vorfeld das Ziel – das heißt welche Informationen herausgearbeitet werden sollen – gemeinsam mit dem Auftraggeber zu definieren. Das Ergebnis der Gruppenarbeiten aus den Trainings wird dem Auftraggeber im Anschluss zur Verfügung gestellt.

Zuletzt möchte ich noch darauf hinweisen, dass nicht die reine Wissensvermittlung und somit das Erfüllen von gesetzlichen Forderungen im Vordergrund stehen sollte. Trainings sind nur dann effektiv und somit für beide Seiten – den Teilnehmer und das Unternehmen – gewinnbringend, wenn Sie für die Teilnehmer interessant gestaltet und auf die Zielgruppe zugeschnitten sind.

Ihr Kontakt:
Melanie Hartmann
Provadis

Partner für Bildung und Beratung GmbH

65926 Industriepark Höchst, Gebäude B836

Tel. +49 (0) 69 305-30017

Fax +49 (0) 69 305-98-30017

www.provadis.de

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