Steriltechnik

Die Kraft der Innovation – Neue Autoklaven der V-Serie verändern die Laborwelt

Schon das äußere, optische Bild dieser durch und durch neuen Autoklaven-Generation revolutioniert die Vorstellung, die man bisher von Laborautoklaven hatte. In ihren ausgewogenen Proportionen und der sachlich-klaren, aber dennoch schwungvollen Linienführung signalisieren sie sofort, dass hier nicht allein Techniker und Ingenieure, sondern auch Designer am Werk waren. So schön können Autoklaven sein.

Doch um so mehr überzeugen auch die inneren Werte, von denen man mit Recht viel erwarten kann. Denn diese Autoklaven spiegeln in allen Bauteilen, Baugruppen und in der Elektronik den neuesten Stand der technischen Entwicklung wider.

Platzvorteil
So wie im Automobilbau durch veränderte Marktbedürfnisse neue Klassen entstehen, kann dies auch in anderen Bereichen so sein. So hat man bei Systec die seit Jahrzehnten für Labor­autoklaven üblichen Nutzraumgrößen und Abmessungen in Frage gestellt und ist zu anderen, heute praxisgerechteren Dimensionen gekommen. Mit den 6 Typen in neuen Abmessungen und mit 65, 75, 95, 100, 120 und 150 l Nutzraum ist sozusagen die Van-Klasse unter den vertikalen Autoklaven entstanden. Außen kompakt und mit wenig Stellflächenbedarf bieten die Geräte innen eine optimale Beladungskapazität für die meisten StandardMedium-Flaschen und Erlenmeyer-Kolben. Mit bis zu 50 % mehr Beschickungskapazität als vergleichbare Vorgängermodelle.

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Mehr Prozess-Sicherheit bei kürzerer Chargenzeit
So wie beim Menschen Hand und Kopf zusammenkommen müssen, um Besonderes zu leisten, so ähnlich ergänzt sich hier die elektronische Intelligenz der Mikroprozessorsteuerung mit dem Leistungsvermögen der ausgereiften mechanischen und pneumatischen Baugruppen, die zahlreiche Funktionen abdecken können. Selbst komplizierte Sterilisiervorgänge laufen so vollautomatisch auf Knopfdruck ab.

Zum Beispiel das Sterilisieren von Hohlkörpern wie Pipetten, Schläuchen oder auch porösen Materialien wie Filtern. Damit der Dampf zur einwandfreien Sterilisation auch wirklich in jeden Winkel kann, muss vorher sämtliche Luft aus den zu sterilisierenden Gegenständen entfernt werden. Dies geschieht über ein fraktioniertes Vorvakuum, d.h. während der Aufheizphase wird die Luft aus dem Nutzraum in mehreren, aufeinander folgenden Pulsen durch eine Vakuumpumpe abgesaugt. So wird gesichert, dass der heiße Dampf auch wirklich überall hin dringen und direkten Kontakt mit allen Oberflächen haben kann. Übrigens empfiehlt sich dieses Verfahren auch dann, wenn es um die zuverlässige Sterilisation von kontaminiertem Müll in Vernichtungsbeuteln geht; für diese Anwendung wird der Autoklav jedoch zusätzlich noch mit einem Sterilfilter zur Abluftfiltration ausgerüstet.

Geht es zum Beispiel um die Sterilisation von Materialien, die absolut trocken entnommen werden sollen, wird der Trocknungsprozess durch ein Nachvakuum unterstützt. Zusätzlich kann er durch eine Mantelheizung – die gleichzeitig auch zum Vorwärmen dienen kann – beschleunigt werden.

Nicht nur die Zuverlässigkeit und Sicherheit eines Sterilisierprozessen sind wichtig, zunehmend geht es auch um eine möglichst kurze Chargenzeit. Nehmen wir hier einmal als Beispiel die Sterilisation von Nährmedien. Durch das System der kombinierten Temperatur- und Druckregelung wird bereits während der Aufheizphase der Kammerdruck erhöht. So erfolgt eine entscheidend schnellere Temperaturangleichung der Flüssigkeiten bei kürzerer Aufheizzeit. Hinzu kommt, dass die Medien nicht unnötig lange erhöhter Temperaturbelastung ausgesetzt sind. So kann die Aufheizzeit bis zu 50 % kürzer werden.

Das ist die eine Sache, schneller Abkühlung die andere. Hierfür stehen neben der klassischen Kühlung mit geregeltem Dampfablass und der dann folgenden Selbstabkühlung optional verschiedene Systeme für eine bis zu 90 % schnellere Abkühlung zur Verfügung. Beispielsweise eine zusätzliche Kühlung des Nutzraummantels durch Kühlwasser, frisch aus der Leitung oder rezirkuliert über einen Wärmetauscher, auch mit Stützdruck. Sprühkühlung, innere Luftumwälzung für beschleunigten Wärmetransport oder Rückkühlung mit Raumluftventilation sind weitere Möglichkeiten.

Diese ausgeklügelten und praxisgerechten Verfahrenstechniken machen die neuen Laborautoklaven zu einem wertvollen Instrument für mehr Wirtschaftlichkeit und Sicherheit in der täglichen Laborarbeit. Ob für Festkörper, für Abfall „Vernichtungsbeutel“, für Abfall „flüssig“, für Lösungen oder für Reinigungsvorgänge – für vielfältige Sterilisationsaufgaben stehen 12 Programme abrufbereit auf Knopfdruck zur Verfügung. Der Bediener wird im Klartext durch das sich selbst erklärende Menü geführt. Die Dokumentation eines jeden Sterilisierprozesses kann auf einfachste Art über einen eingebauten Drucker erfolgen. Oder aber mit spezieller Software über einen PC mit sämtlichen Prozessablaufdaten einschließlich aussagefähiger Diagramme und mit weiteren Möglichkeiten – von Programmanpassungen bis zur Ferndiagnose über ein Modem.

Neue Qualität
Leicht und sicher funktioniert die neuartige Türkonstruktion – nach dem Herunterdrücken wird der Deckel automatisch durch ein umlaufendes Ringsystem verschlossen. Ohne zusätzliche Druckluft oder andere Hilfsmedien. Das Öffnen geschieht – selbstverständlich temperaturunabhängig gemäß TRB 402 sowie DIN 58946 Teil II – selbsttätig entweder auf Tastendruck oder automatisch nach Programmende.

Die Dampferzeugung für die Sterilisation erfolgt über einen separaten Dampfgenerator. Deshalb bedarf es in der Kammer weder Heizelemente noch ein Schmutzwasserreservoir. Sie ist einzig und allein dem Sterilisiergut und Dampf & Druck als Sterilisiermedium vorbehalten. Auch ohne das optionale Vakuumsystem wird durch das pulsierende Aufheizen mit Dampf sehr schnell die optimale Dampfatmosphäre erzielt. Nach der Sterilisation und schneller Abkühlung – in der Kammer bleibt kein heißes Wasser – ist Dampf für den nächsten Sterilisiervorgang sofort wieder verfügbar.

Druckbehälter, Tragrahmen und Gehäuseverblendungen bestehen aus korrosionsbeständigem Edelstahl. Durch die hochwertige Isolierung aus Hanno-Tect besteht keine Gefahr der Partikelabsonderung – deshalb können diese Autoklaven problemlos unter Reinraumbedingungen eingesetzt werden.

Für einfaches Beschicken und Entnehmen stehen Körbe und Einsätze in zahlreichen Größen zur Verfügung. Eine additive Hebevorrichtung mit elektromotorischer Hubsäule und Schwenkarm erleichtert das Handling mit schwerem Gut.

Heute für morgen gerüstet
Als erste Autoklaven ihrer Bauart sind die Typen der Systec V-Serie für höhere Temperaturen bei höherem Druck geeignet. Der Druckbehälter ist standardmäßig auf 5 bar/150 °C ausgelegt. Die Regel-, Kontroll- und Sicherheitseinrichtungen können – auch nachträglich – diesem höheren Druck- und Temperaturbereich angepasst werden. Wenn es neue Sterilisationsaufgaben erfordern, wie beispielsweise beim Umgang mit Prionen. Für höchste Anforderungen kann jeder Autoklav mit einer GMP-gerechten Dokumentation (DQ Design ­Qualification, IQ Installation Qualification, OQ Operation Qualification und PQ Performance Qualification) ausgeliefert werden.

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