Veranstaltungsbericht

Barbara Schick,

Impulse für nachhaltiges Handeln im Labor

Im Oktober fanden die Nachhaltigkeitswochen von Starlab statt, bei denen das Unternehmen rund 85 Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit initiiert hat. Mehr als 3500 Teilnehmende konnten in einen "grünen Dialog" treten und Impulse und Tipps für mehr Nachhaltigkeit - und kleine "Reminder" mitnehmen.

„Die diesjährige Veranstaltungsreihe mit mehr als 3.500 Teilnehmern war ein voller Erfolg. Diese überwältigende Resonanz unterstreicht die Dringlichkeit, Nachhaltigkeits-Know-how in die Labore zu bringen – auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten,“ sagt Klaus Ambos, Geschäftsführer der Starlab International GmbH.

Bei den Events standen Starlab-Mitarbeiter den Besuchern und Besucherinnen für Fragen rund um Nachhaltigkeit zur Verfügung und gaben Tipps. © Starlab International

Obwohl die wissenschaftliche Gemeinschaft weltweit nur 0,1 Prozent der Bevölkerung ausmacht, hat sie laut Unesco einen erheblichen Einfluss auf die Umwelt in Form von Plastikabfall. Laut einer Studie der University of Exeter werden allein in den Life Sciences jährlich etwa 5,5 Millionen Tonnen Plastikabfall verursacht, was etwa zwei Prozent des weltweit produzierten Plastikabfalls entspricht. Es ist jedoch unbekannt, wie viel Abfall andere wissenschaftliche Bereiche beitragen. Klaus Ambos: „Glücklicherweise nimmt das Bewusstsein für nachhaltige Praktiken in Laboren stetig zu. Durch die Forschung im Bereich Life Sciences tragen Wissenschaftler unbeabsichtigt zum Schaden der Welt und der Lebewesen bei, die sie eigentlich verbessern beziehungsweise schützen möchten. Das müssen wir mit den uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ändern.“

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© Starlab International

Grüner Daumen fürs Labor
Mehr als 3.500 Teilnehmende aus Universitäten, Kliniken und Laboren konnten nicht nur umweltfreundliche Produkte von Starlab kennenlernen, sie konnten auch leere Racks für Pipettenspitzen („TipOne“-Racks) mit von Starlab bereitgestellten Kakteen bepflanzen – symbolisch für die Bedeutung des verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen. Nicht nur die Kakteen in Pipettenspitzen-Racks erinnern die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in Laboren ab jetzt täglich daran, bei ihrer Forschung nachhaltig zu arbeiten. Die Veranstaltungsbesucher und -besucherinnen haben zudem „EcolutionMovement“-Aufkleber erhalten, die sie in ihren Laboren anbringen können, um dadurch sich und Laborkollegen täglich an Energieeinsparung und Umweltschutz zu erinnern. „Im Rahmen des EcolutionMovement haben wir ein Maßnahmenpaket geschnürt, das alle internen und externen Aktivitäten zu dem komplexen Thema Nachhaltigkeit zusammenfasst. Wir möchten sowohl unsere Mitarbeiter als auch Labormitarbeiter ermutigen, nachhaltiger zu agieren“, erklärt Ambos. Der Laborproduktehersteller hat seine Nachhaltigkeits-Eventreihe bereits zum fünften Mal veranstaltet.

Was in Gesprächen deutlich wurde ...
Labore, die eine umweltfreundlichere Ausrichtung anstreben, stehen vor verschiedenen Herausforderungen. Dazu gehören finanzielle Überlegungen und Schwierigkeiten bei der Beschaffung von umweltfreundlichen Materialien. Außerdem haben Starlab-Mitarbeitende während der Veranstaltungsreihe beobachtet, dass vor allem jüngere Mitarbeiter in nicht-leitenden Positionen ein Interesse an Nachhaltigkeitsthemen zeigen. Laut Starlab-Angaben sei es daher wichtig, das Thema Nachhaltigkeit im Labor präsent zu halten. So könnten nachhaltigkeitsrelevante (Kauf-)Entscheidungen „auch von unten nach oben“ beeinflusst werden.

Ein bedeutendes Anliegen im Vereinigten Königreich war die Frage, wie Labore Punkte für das Laboratory Efficiency Assessment Framework (LEAF) sammeln können - einen vom UCL festgelegten Standard zur Verbesserung der Nachhaltigkeit und Effizienz von Laboren. LEAF erkennt die Schwierigkeiten, mit der Labore konfrontiert sind, wenn es darum geht, Maßnahmen zur Effizienz zu berücksichtigen, die nicht offensichtlich nachhaltig sind. Beispiele dafür sind Einrichtung von Gefrierregalen und Kennzeichnung von Proben. Starlab-Mitarbeitende haben mit Interessenten über nachhaltige Produktion und ressourcenschonendes Design gesprochen und ihnen erklärt, wie Starlab ihnen bei der LEAF-Bewertung ihres Labors helfen kann. Darüber hinaus haben die Interessenten Tipps und Praktiken zur Verbesserung bekommen. Ein Beispiel dafür ist die “Rack Shack"-Initiative. Bei Rack Shack hilft ein Kundenbetreuer von Starlab z.B. in Instituten vor Ort beim Einrichten eines Raums, in dem gebrauchte TipOne-Racks aufbewahrt werden können und andere Labore bei Bedarf darauf zugreifen können. Dadurch wird vermieden, dass einige Labore ihre Racks zum Recycling schicken müssen und gleichzeitig andere (kostenlose) Racks von Starlab anfordern. Dieser Ansatz unterstützt die Wiederverwendung im Vergleich zum Recycling. Es wurde deutlich, dass Labore offen für nachhaltige Lösungen sind, wenn entsprechende Unterstützung und Informationen bereitgestellt werden.

Quelle: Starlab International

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