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Artikel und Hintergründe zum Thema

Methode zur chemischen Charakterisierung

Barbara Schick,

Mikroplastik aus Korrosionsschutz

Mikroplastik im Meer könnte größtenteils auch aus Beschichtungen sowie Farbanstrichen von Schiffen und Bauwerken im Meer stammen. Daten dazu gibt es allerdings kaum. Das Helmholtz-Zentrum Hereon und das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) haben daher eine neue Methode entwickelt, um derartige Partikel zu analysieren. In Kürze testen sie die Methode an Proben aus Offshore-Windparks in der Nordsee. So kann die Belastung künftig besser erfasst und das Risiko für die Meeresumwelt bewertet werden.

Von Schiffen gelangen Rückstände ihrer Farbanstriche und Beschichtungen ins Wasser. © BSH

"Abriebe von Partikeln entstehen nicht nur im Straßenverkehr, sondern zum Beispiel auch in der Schifffahrt", erklärt BSH-Wissenschaftler Dr. Marten Fischer. "Farbanstriche und Beschichtungen gegen Bewuchs und Korrosion bestehen überwiegend aus Kunststoffen. Durch Verwitterung und Verschleiß entsteht Mikroplastik – Partikel, die kleiner sind als fünf Millimeter". Doch wie viele Partikel gelangen so ins Meer?

Um das herauszufinden, kombinierte ein Forschungsteam verschiedene chemisch-analytische und mathematisch-statistische Methoden. "So können wir verschiedene Typen von Partikeln genauer erfassen und sicher voneinander unterscheiden. Dadurch können wir das potenzielle Risiko von Partikeln aus Beschichtungen und Farbanstrichen für die Meere besser einschätzen", erläutert Dr. Lars Hildebrandt vom Helmholtz-Zentrum Hereon, Erstautor der kürzlich veröffentlichten Studie.

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Derartige Partikel könnten vermehrt auch durch den Ausbau der Offshore-Windenergie und die zunehmende Schifffahrt in die Meeresumwelt gelangen. Die Studie wurde unter anderem durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) im Zusammenhang mit dem BMDV-Expertennetzwerk gefördert. Dort werden Abriebe aus der Verkehrsinfrastruktur und dem Verkehr selbst untersucht.

Nun kam die neue Methode bereits zur Untersuchung von Partikeln zum Einsatz. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren einige Tage mit dem BSH-Forschungsschiff ATAIR unterwegs, um die deutschen Meeresgewässer zu überwachen. Dabei nahmen sie auch Wasser- und Sedimentproben in Offshore-Windparks und in der Deutschen Bucht, die sie im Labor auf Partikel aus Farbanstrichen und Beschichtungen untersuchen. Die Probenahme erfolgt im Rahmen des europäischen Interreg-Projekts Anemoi. Bis Ende 2026 untersuchen elf Partner aus sechs verschiedenen Ländern des Nordseeraums die stofflichen Emissionen von Offshore-Windenergieanlagen. Neben Partikeln aus Farbanstrichen und Beschichtungen stehen ebenfalls Spurenmetalle und organische Schadstoffe im Fokus der Untersuchungen.

Der Ausbau der Offshore-Windenergie in Nordsee und Ostsee ist ein wichtiger Bestandteil der Energiewende. Die Untersuchungen am Helmholtz-Zentrum Hereon und von Seiten des BSH tragen dazu bei, die Meeresumweltüberwachung kontinuierlich zu verbessern. So können die Auswirkungen von bestimmten Substanzen auf die Meeresumwelt bewertet und wirksame Maßnahmen umgesetzt werden, die den Eintrag in die Meere reduzieren.

Publikation:
L. Hildebrandt, M. Fischer, O. Klein, T. Zimmermann, F. Fensky, A. Siems, A. Zonderman, E. Hengstmann, T. Kirchgeorg, D. Pröfrock: An analytical strategy for challenging members of the microplastic family: Particles from anti-corrosion coatings, Journal of Hazardous Materials, Volume 470, 2024, 134173, doi.org/10.1016/j.jhazmat.2024.134173

Quelle: Helmholtz-Zentrum Hereon

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