Forschungen zu bioaktiven Naturstoffen

Prof. Christian Hertweck erhält Wilhelm Manchot-Professur

Die Chemie-Fakultät der Technischen Universität München (TUM) und die Jürgen Manchot-Stiftung haben dem Jenaer Chemiker Prof. Christian Hertweck die Wilhelm Manchot-Forschungsprofessur 2014 verliehen. Mit der Auszeichnung würdigt die TUM seine wegweisenden Arbeiten zu bioaktiven Naturstoffen.

Von links: Prof. Dr.-Ing. Kai-Olaf M. Hinrichsen (Dekan der Chemie-Fakultät der TU München), Prof. Dr. Christian Hertweck (Universität Jena) und Prof. Dr. Michael Groll (Lehrstuhl für Biochemie, TU München) bei der Verleihung der Wilhelm Manchot-Forschungsprofessur 2014 am 27. Januar 2015 im Hans-Fischer-Hörsaal der Fakultät Chemie der Technischen Universität München. (Bild: Dr. Andreas Battenberg / TUM)

Mit seinen Forschungsarbeiten gab Christian Hertweck, Professor an der Universität Jena und Leiter der Abteilung Biomolekulare Chemie des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Hans-Knöll-Institut, HKI), wesentliche Impulse für das bessere Verständnis und die Gewinnung von Wirkstoffen. Im Mittelpunkt seiner Arbeiten stehen kleine, komplexe, organische Moleküle, die durch mikrobielle Biosynthese hergestellt werden. Sie besitzen großes Potenzial als Wirkstoffe, beispielsweise für Antibiotika oder Krebsmedikamente.

Auch zur Grundlagenforschung leistete Christian Hertweck wesentliche Beiträge. Er entwickelte nicht nur neue Methoden zur Erschließung bioaktiver Naturstoffe aus anaeroben Bakterien, Endosymbionten und anderen Quellen, sondern untersuchte auch, welche Rolle sie als Informationsträger in mikrobiellen Interaktionen und Symbiosen spielen. Seine Erkenntnisse beleuchten nicht nur das ökologische Zusammenspiel der Lebewesen, sondern haben auch konkrete Bedeutung für die medizinische Forschung und den klinischen Alltag.

Christian Hertweck studierte in Bonn Chemie und promovierte mit einer Arbeit am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena. Als Postdoktorand forschte er an der University of Washington (Seattle, USA). 2001 kehrte er nach Jena zurück, um am Hans-Knöll-Institut als Leiter einer Nachwuchsgruppe seine Arbeit fortzusetzen. Seit 2006 ist er Professor an der Universität Jena, seit 2008 stellvertretender Direktor des HKI. Für seine wegweisenden Forschungsarbeiten erhält er in diesem Jahr den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Mehr als 200 Publikationen zeugen von seiner hohen wissenschaftlichen Produktivität.

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Die Jürgen Manchot-Stiftung verleiht die Wilhelm Manchot-Forschungsprofessur jährlich an herausragende Chemiker. Neben der Würdigung des wissenschaftlichen Werkes ermöglicht die Stiftung die Lehrtätigkeit des Preisträgers an der Chemie-Fakultät der TU München. Die Auszeichnung erinnert an den Chemiker Wilhelm Manchot (1869 – 1945), der von 1914 bis 1935 Professor und Direktor des Anorganisch-Chemischen Instituts der damaligen Technischen Hochschule München war. Herausragend sind seine Verdienste als Hochschullehrer. Er übersetzte das bis heute unter der Bezeichnung „Hollemann-Wiberg" jedem Studenten bekannte Standardwerk der Anorganischen Chemie ins Deutsche.

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