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Artikel und Hintergründe zum Thema

Chemie

Barbara Schick,

Wertvolle Elemente aus Holzasche rückgewinnen

Die Aschen, die bei der Holzverbrennung in Heiz- und Kraftwerken entstehen, enthalten wertvolle Pflanzennährstoffe, aber auch umweltkritische Metalle. Zur Wiederaufbereitung der Holzasche als Sekundärrohstoff hat ein Team unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Harald Thorwarth von der Hochschule Rottenburg, der auch an der Universität Tübingen assoziiert ist, und Prof. Dr. Andreas Kappler von der Universität Tübingen erste Verfahrensschritte entwickelt. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Energy & Fuels veröffentlicht.

Die untersuchten Ascheproben (vorn) und die Waschwässer, in denen sich die extrahierten Elemente befinden. © Stefan Voth/Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg

"Der Einsatz endlicher Rohstoffe trägt immer noch maßgeblich zu unserem Wohlstand bei", sagt Professor Thorwarth. Um dies zu ändern, gewinnen Themen wie Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft immer mehr an Bedeutung. Beim Einsatz klimafreundlicher erneuerbarer Energien spielt die Nutzung von Reststoffen biologischer Herkunft wie zum Beispiel Altholz eine tragende Rolle. "Bisher müssen insbesondere Flugaschen aus der Holzverbrennung aufwendig in speziellen Deponien entsorgt werden, oft unter Tage. Das bindet Ressourcen und verursacht Kosten", erklärt Thorwarth. "Dabei enthalten Holzaschen wertvolle Rohstoffe wie beispielsweise Phosphor und andere für das Pflanzenwachstum essenzielle Nährstoffe wie Kalium, Natrium und Schwefel – allerdings in einer Mischung mit Schadstoffen."

Konsequentes Recycling

Verladen von Rostasche am Heizkraftwerk. Die in der Studie untersuchten Proben wurden nach gängigen Richtlinien an der Anlage entnommen. © Johanna Eichermüller/Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg

Die Herausforderung liege darin, die Schadstoffe zuverlässig von den wertvollen Inhaltsstoffen zu trennen, sagt Professor Kappler. Im Team haben nun die Forscherinnen und Forscher erste Fortschritte bei der Entwicklung eines solchen Verfahrens erzielt. Durch eine nasschemische Extraktion, also das gezielte Waschen der Asche, konnten sie eine Trennung von Schad- und Wertstoffen erreichen. "In der Studie haben wir bei der Extraktion verschiedene Bedingungen variiert. Dadurch haben wir auch wertvolle Erkenntnisse darüber gewonnen, wie mobil die Elemente aus der Asche sind, ob sie etwa gebunden vorliegen oder sich lösen lassen", sagt Johanna Eichermüller, Erstautorin der Studie, von der Hochschule Rottenburg. Die Ergebnisse böten eine Grundlage für die Entwicklung geeigneter Lösungsmittel und Prozessbedingungen für die künftige Aufbereitung von Holzaschen. "Das konsequente Recycling der enthaltenen Nähr- und Wertstoffe zur erneuten Nutzung kann den Bedarf an primären Rohstoffen weiter senken und würde zudem Deponieraum sparen", sagt Thorwarth.

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Originalpublikation:
Johanna Eichermüller, Matthias Scheuber, Andreas Kappler, and Harald Thorwarth: Mobility of elements in ashes from a wood-fired heat and power plant with a grate-fired furnace. Energy Fuels 2024, 38, 22, 22245–22265; DOI/10.1021/acs.energyfuels.4c03225

Quelle: Eberhard Karls Universität Tübingen

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