HPLC-Tipp

Modernes HPLC/UHPLC gekauft, dennoch unzufrieden – warum? Teil 1

Der Fall
Sie haben ein modernes HPLC- oder gar ein recht teures UHPLC-Gerät gekauft. Voller Freude sind Sie auf die ersten tollen Ergebnisse gespannt. Dann die große Enttäuschung: Ihre Peaks zeigen ein Fronting, die Auflösung ist schlechter als mit Ihrer alten „Kiste“ und/oder die Peaks sind wesentlich kleiner als sonst. Dass das Gerät qualifiziert wurde und demnach keine technischen Probleme vorliegen, ist völlig klar. Was also ist los?

Bild 1: Symmetrische Peakform vs. Fronting abhängig vom Totvolumen des Gerätes (Details siehe Text).

Die Lösung
Lasst uns jedes Problem, das ich weiter oben genannt habe, separat behandeln. Betrachten wir heute das Fronting und im April-Tipp widmen wir uns der schlechteren Auflösung und dem Empfindlichkeitsverlust. Dazu ein realer Fall: An einem alten Gerät war die Peakform einwandfrei, an dem modernen Gerät lag ein Fronting vor (siehe Bild 1: Links das Chromatogramm am alten Gerät, rechts am neuen).

Die Probe war in 90/10 ACN/Wasser aufgelöst, der Gradient fing mit 80/20 Wasser/ACN an. Das Problem ist klassisch und liegt an dem stärkeren Probenlösungsmittel (viel ACN) im Vergleich zum Anfangsgradienten (viel Wasser).

Bild 2: Peakform abhängig vom Probenlösungsmittel (Details siehe Text).

Das neue Gerät weist ein kleines Totvolumen auf, also befindet sich mehr ACN im Peakvolumen, d.h. dort wo die Substanz sich just im Moment des Eintritts in die Säule aufhält. Beim alten Gerät haben wir ein größeres Totvolumen, folglich hat die Substanz im größeren Peakvolumen mehr Zeit und somit eine erhöhte Chance für eine bessere Durchmischung – eine symmetrische Peakform ist die Folge. Die schnellste und einfachste Lösung wäre weniger zu injizieren. In einem reglementierten Umfeld ist dies jedoch schwierig, denn die injizierte Menge sollte konstant bleiben. In diesem Fall gibt es zwei Auswege: Erstens, die Injektionslösung wird um den Faktor zwei verdünnt und es wird um Faktor zwei mehr injiziert (siehe Bild 2).

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Zweitens, man vergrößert das Totvolumen am modernen Gerät, indem man eine etwas längere/dickere Kapillare einbaut (siehe Bild 3).

Das Fazit
Wenn aufgrund von Löslichkeitsproblemen der Eluent nicht als Probenlösungsmittel verwendet werden kann, letzteres stärker als der Eluent ist und ferner nicht weniger injiziert werden darf, gibt es folgende zwei Auswege: Entweder das Probenlösungsmittel möglichst „Eluent-ähnlich“ machen oder das Volumen zwischen Autosampler und Säule etwas vergrößern.

Dr. Stavros Kromidas, Breslauer Str. 3, 66440 Blieskastel, www.kromidas.de

Ihr Stavros Kromidas

© by Stavros Kromidas
http://www.kromidas.de

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