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Neue Methoden und ihr Potenzial für die Medizin

Barbara Schick,

Labormedizinisches Forum auf der Medica 2023

Im Rahmen der Medica in Düsseldorf wird auch in diesem Jahr eine Konferenz zu labormedizinischen Themen stattfinden. Was die Besucher vom 13. bis 16. November 2023 auf dem diesjährigen Medica Labmed Forum erwartet, dazu mehr in dieser Vorschau.

© Constanze Tillmann/Messe Düsseldorf

Krebs und Herzkreislaufkrankheiten, Infektionen und neue antibakterielle Wirkstoffe, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz – einige der Themen auf dem diesjährigen Labmed Forum im Rahmen der Medica. Das Forum hat sich in den letzten Jahren zu einem stets besonders beachteten Programmelement der Fachmesse entwickelt. Das Forum findet an allen vier Messetagen der MEDICA von 10.30 Uhr bis 16.00 Uhr in der Messehalle 1 statt.

Bei aller Komplexität der Themen werden die Vorträge hier kurz, präzise und verständlich gehalten sind und in Podiumsdiskussionen vertieft. Auch in diesem Jahr wurde das Programm wieder von Prof. Stefan Holdenrieder und Prof. Georg Hoffmann (Deutsches Herzzentrum an der Technischen Universität München) gestaltet. In den Mittagspausen wird ausstellenden Unternehmen der Medica die Gelegenheit geboten, sich in Kurzvorträgen zu präsentieren.

Tag 1: Labormanagement

Der Montag startet mit zwei "Brennpunkt"-Themen, die die Laboratoriumsmedizin derzeit sehr bewegen: Herausforderung "In-Vitro Diagnostics Regulation" (IVDR) – was bedeutet das insbesondere für kleine IVD-herstellende Unternehmen und spezialisierte Laboratorien? Und: Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bringt neue Chancen, aber auch Risiken mit sich. Unter der Leitung von Prof. Astrid Petersmann (Universität Oldenburg) werden die Fachleute am Vormittag diskutieren, welche Herausforderungen die neue EU-Verordnung zur Qualitätssicherung diagnostischer Tests mit sich bringt und wie sie gemeistert werden können. Am Nachmittag erwartet die Forum-Teilnehmenden eine Diskussion, inwieweit Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen die Arbeit der Laboratorien verändern wird. Eines der am weitesten fortgeschrittenen Einsatzgebiete von KI im Bereich Medizin ist aktuell die automatische Auswertung mikroskopischer Bilder und komplexer Datensätze, zum Beispiel in der Leukämiediagnostik.

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Tag 2: Labormedizinische Methoden

Am zweiten Tag werden unter der Leitung von Prof. Stefan Holdenrieder, Deutsches Herzzentrum München, neue labormedizinische Entwicklungen in der Onkologie und Kardiologie diskutiert. Untersuchungen der letzten Jahre haben das enorme Potenzial von Blutuntersuchungen für die Diagnose, Prognosebeurteilung und Therapiesteuerung von Krebserkrankungen aufgezeigt. So werden zirkulierende Tumorzellen und Nukleinsäuren zunehmend weitere Indikatoren, die der Onkologie jenseits der klassischen Gewebeuntersuchung neue Perspektiven eröffnet. Auch in der Kardiologie erweitern neuere labormedizinische Methoden den Blick für die individuelle Medizin: Molekulardiagnostische Tests machen eine bessere Risikovorhersage bei arteriosklerotisch bedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen möglich.

Tag 3: Moderne Forschung und Data Sciences

Der dritte Tag des Forums gehört traditionell dem wissenschaftlichen Nachwuchs in der Laboratoriumsmedizin. PD Dr. Verena Haselmann, Oberärztin am Universitätsklinikum Mannheim, lädt alljährlich junge Kolleginnen und Kollegen ein, über ihre jeweiligen aktuellen Forschungsthemen zu berichten und so einen Ausblick auf die Zukunft des Faches geben. Hier spielen verstärkt "Data Sciences" eine Rolle – für die intelligente Auswertung großer Datenmengen aus dem Labor. Das inhaltliche Spektrum der Vorträge reicht am Vormittag von KI-gestützter Bildauswertung über die Analyse komplexer Labordaten bis zum automatischen Erstellen von Befundberichten. Am Nachmittag werden dann u. a. praktische Einsatzmöglichkeiten im Krankenhaus, im niedergelassenen Bereich und in der Diagnostica-Industrie diskutiert.

Tag 4: Innovationen und ihr Potenzial

Der letzte Veranstaltungstag startet beim Medica Labmed Forum mit einem Überblick über diagnostische Lösungen, die die Zeit bis zur Identifizierung von Krankheitserregern erheblich verkürzen können und damit ermöglichen, eine wirksame Therapie in einem frühen Stadium zu beginnen und keine Zeit für die Behandlung zu verlieren. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf der Vorgehensweise in Sepsis-Fällen durch rasche Erregeridentifikation und gezielten Einsatz von Antibiotika.

Die Vertiefung der Grundlagen- und Anwendungsforschung öffnet den Blick für künftige Optionen jenseits der klassischen Antibiotikatherapie mit dem Ziel, das Problem der Resistenzentwicklung durch innovative Ansätze abzumildern. Das Spektrum der diskutierten Möglichkeiten reicht vom Einsatz kleiner Moleküle gegen Bakterientoxine oder spezifische Transporter in der Bakterienwand bis zur Phagentherapie. Ein Blick in die Welt von "Next Generation Sequencing" (NGS) und Bioinformatik rundet die Veranstaltung ab. Dabei liegt der Fokus auf der Charakterisierung des Mikrobioms von Neugeborenen, einer besonders vulnerablen Patientengruppe.

Ebenfalls bereits Tradition bei der Medica hat die Darstellung künftiger Trends aus Sicht der Diagnostica-Industrie und der Life Sciences – ein Forumsprogrammpunkt, der inzwischen bereits seit einigen Jahren von Dr. Peter Quick, Vorstandsmitglied des Verbandes der Diagnostica-Industrie (VDGH), ausgestaltet wird. Erstmals als Co-Chairman dabei ist dieses Jahr sein Verbandskollege Dr. Jan Gorka. Beide haben für 2023 Infektionskrankheiten als Schwerpunktthema ausgewählt, denn "bakterielle Resistenzen gegen Antibiotika sind ein ernstes und wachsendes Gesundheitsproblem, das in einigen Gesundheitssystemen wie etwa in Deutschland als neue Normalität akzeptiert wird und so in der Zukunft Tausende von Menschenleben kosten könnte", so Dr. Quick.

Nähere Informationen zum Programm des Medica Labmed Forums gibt es unter: www.medica.de/mlf1

Quelle: Messe Düsseldorf

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