Editorial

Von Kartoffeln, Reis und Softdrinks

Im November noch hatte die BASF im Bundesanzeiger Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Kartoffeln ankekündigt. Diese sollten von 2013 bis 2017 an verschiedenen Orten in Deutschland durchgeführt werden. Doch daraus wird nun nichts: Ende Januar hieß es plötzlich, dass der Chemiekonzern in Europa keine Zulassung mehr für seine gv-Kartoffeln anstrebe. Die geplanten Freisetzungsversuche mit den Sorten Amadea, Fortuna und Modena seien damit obsolet geworden.

Völlig überraschend kam die Entscheidung zum Rückzug allerdings nicht. So hatte die BASF bereits im Januar 2012, also vor gut einem Jahr, angekündigt, ihre Aktivitäten im Bereich Pflanzenbiotechnologie auf die Märkte in Nord- und Südamerika zu konzentrieren. Im Rahmen dieses Strategiewechsels entschloss man sich sogar, die Unternehmenszentrale von BASF Plant Science vom rheinland-pfälzischen Limburgerhof nach Raleigh in den USA zu verlegen.

Dass man nun auch noch die Freisetzungsversuche der gv-Kartoffeln abblies, begründet das Unternehmen mit der befürchteten Zerstörung von Versuchsfeldern durch Gentechnik-Gegner sowie mit den Unwägbarkeiten beim Zulassungsprozess. Offenbar hat das langwierige und teure Procedere im Zusammenhang mit der Zulassung der gv-Kartoffel Amflora der BASF gründlich die Stimmung verhagelt: 13 lange Jahre dauerte es, bis diese Sorte 2010 in Europa zum kommerziellen Anbau freigegeben wurde! Und dies, obwohl Amflora nicht als Lebensmittel, sondern ausschließlich zur Gewinnung von Stärke für die Papier- und Leimindustrie dienen sollte.

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Angenehme Lektüre wünscht

Jürgen Wagner
Redakteur LABO
WEKA BUSINESS MEDIEN GmbH
E-Mail: [email protected]
Telefon: 06151 380326

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