Interview

Dr. Hans-Jürgen Bigus


Dr. Hans-Jürgen Bigus ist Geschäftsführer (CEO) der Hirschmann Laborgeräte GmbH & Co. KG aus Eberstadt bei Heilbronn. Er verantwortet seit 16 Jahren auch den Bereich F&E und gilt als Urheber der brandneuen rotarus® Schlauchpumpenserie - siehe Fachbeitrag Neues Schlauchpumpenkonzept: Kontinuierliche Dosierung intelligent gesteuert.

LABO: Warum haben Sie überhaupt Pumpen in Ihr Produktprogramm aufgenommen?
Dr. Bigus: Die Firma Hirschmann ist ein sehr innovatives Unternehmen und sucht permanent nach Verbesserungen bzw. neuen Features zu den bestehenden Produkten. In diesem Fall entstand sogar eine neue Produktlinie, denn mit der rotarus® Pumpenfamilie konnten wir unser Angebot an Liquid Handling Lösungen für den Kunden konsequent ergänzen. Neben Laborgeräten zum Dosieren und Titrieren kommt Hirschmann-Kompetenz jetzt auch in der kontinuierlichen Dosierung zum Einsatz. In Verbindung mit anderen Hirschmann-Laborgeräten steht für die Arbeit im Labor nun eine optimal abgestimmte Produktpalette zur Verfügung.

LABO: Und warum gerade Schlauchpumpen?
Dr. Bigus: Auf der Suche nach einer vielseitigen Pumpe kommt man nicht an einer Schlauchpumpe vorbei. Themen wie kontaminationsfreies Pumpen, Pumpen von chemisch kritischen Medien, Pumpen von partikelhaltigen Substanzen, Verzicht auf Ventile und vieles mehr, haben letztendlich zu dieser Entscheidung geführt. Wir bauen damit unsere Kompetenz auf dem Gebiet Flüssigkeits-Handling aus und haben das Ziel, Systemlöser für den Anwender zu sein.

LABO: Was war der Grund, RFID als Datenträger zu verwenden?
Dr. Bigus: Wir wollen mit unserer neuen Produktfamilie dem Anwender die Arbeit erleichtern, indem wir lästige Einstellarbeiten an der Pumpe automatisieren. Also haben wir eine Lösung gesucht, die Daten der mit der Pumpe verwendbaren Pumpenköpfe und Schläuche automatisch an die Pumpensteuerung zu übertragen. Eine Analyse verschiedener Datenträgersysteme hat letztendlich gezeigt, dass die RFID-Technologie für diese Aufgabenstellung die optimalen Voraussetzungen bringt. Das Ergebnis sehen sie hier im neuen Produkt rotarus®.

LABO: Welche Zielgruppe soll von der neuen Pumpenserie profitieren?
Dr. Bigus: Als Hersteller für Laborgeräte steht natürlich der Anwender im Labor im Vordergrund. Mit unserem neuen Produkt und den damit verbundenen Vorteilen möchten wir jedoch auch in weitere Märkte vordringen. Denken Sie hierbei einmal an die vielen Anwendungen in Industrie und Handwerk. Die Einsatzgebiete der peristaltischen Pumpen sind wirklich extrem vielseitig.

LABO: Wo wird das Produkt gefertigt und hat dies neue Arbeitsplätze zur Folge?
Dr. Bigus: Hirschmann ist ein deutsches Unternehmen und fertigt nach hohem Qualitätsstandard ausschließlich in Deutschland. Dass eine so umfangreiche neue Produktreihe nicht mit dem bestehenden Personal bewältigt werden kann, ist klar. Mit unserer flexiblen, familienorientierten Personalpolitik haben wir bereits vor Jahren die Weichen gestellt und auf dieser Basis neue Arbeitsplätze geschaffen.

LABO: Wie wird es bei Hirschmann weitergehen? Wo sehen Sie weitere Ziele für das Unternehmen?
Dr. Bigus: Mit rotarus® wurde ein neuer Weg eingeschlagen, der noch lange nicht zu Ende ist und sicherlich noch einige Seitenwege beinhaltet. Wir haben noch viele Ideen, und Sie können gespannt sein, welche Über- raschungen von Hirschmann noch kommen.

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