Interview zur Labvolution 2019

Transformation abgeschlossen

Die Labvolution positioniert sich als europäische Fachmesse für innovative Laborausstattung und die Optimierung von Labor-Workflows.

Bernd Heinold, Projektleiter Labvolution im Team der Deutschen Messe AG © Deutsche Messe AG

Der Name ist Programm: In Labvolution klingt die „Evolution“ mit an; und das soll sie wohl auch. Denn hier steht die Weiterentwicklung des Labors im Mittelpunkt. Im Mai 2019 geht die Labvolution zum dritten Mal an den Start. Bernd Heinold, Projektleiter Labvolution im Team der Deutschen Messe AG, hat uns vorab Fragen beantwortet und liefert Entscheidungshilfen für diejenigen, die noch unentschlossen sind – für Aussteller oder für Besucher.

LABO: Herr Heinold, im Mai 2019 wird die Labvolution zum dritten Mal in Folge in Hannover stattfinden. Wem empfehlen Sie den Besuch der Messe?

Heinold: Einfach gesagt: allen, die mit dem Thema Labor zu tun haben. Wir richten uns zu 100 Prozent auf die Anwender aus. Besucherzielgruppe sind deshalb alle Entscheider und Mitarbeiter im Labor, die Interesse an innovativer Labor-, Bio- und Analysetechnik sowie an vernetzter Laborinfrastruktur, an Anwendungen und Workflows haben. Das gilt besonders für die Branchen Chemie, Pharma, Life Sciences, Biotechnologie, Umwelt, Lebensmittel sowie Medizin und besonders auch für den wissenschaftlichen Bereich. Außerdem noch das Stichwort smartLAB: Wer sich für die Zukunft des Labors interessiert, darf in Hannover nicht fehlen.

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LABO: Was dürfen wir konkret vom smartLAB Nummer drei erwarten?

Heinold: Mit dem Abstand von immer zwei Jahren gehen wir jetzt wieder den nächsten Schritt zur funktionsfähigen Vision eines vollständig digitalisierten und vernetzten Labors der Zukunft. smartLAB 2019 wird den Fokus auf Vernetzung und Interaktivität richten – das bezieht sich sowohl auf die technologische Ebene als auch auf das direkte Erlebnis für die Fachbesucher. Dazu gehören innovative Elemente wie Interaktionsmedien, Augmented-Reality-Funktionen, die neue Generation von Virtual-Reality-Brillen oder auch der Einsatz einer Drohne. smartLAB wird das technologisch Mögliche voll ausschöpfen und damit definitiv erneut zum Publikumsmagneten werden.

LABO: Die Labvolution ist aufgrund ihrer „Jugend“ noch nicht so etabliert wie andere Messen, auch wenn sie eigentlich auf der Basis einer traditionsreichen Biotechnologie-Messe, der Biotechnica, fußt. Inwiefern unterscheidet sich die Labvolution von der ehemaligen Biotechnica? Ist etwas von der Biotechnica in Ihrem Messekonzept übriggeblieben?

Heinold: Die Wurzeln der Labvolution liegen in der Biotechnica, das ist ganz klar. Anders ist aber, dass wir uns nicht mehr auf die Branche der Biotechnologie beschränken, sondern als europäische Fachmesse für innovative Laborausstattung und die Optimierung von Labor-Workflows die schon genannten Branchen ansprechen wie Chemie, Pharma und selbstverständlich die Life Sciences, zu denen die Biotechnologie ja gehört. Die Biotechnologie ist also weiterhin Zielgruppe, mit der Weiterentwicklung zur Labvolution sind aber eben weitere Zielgruppen hinzugekommen. Historisch gewachsen ist auch, dass die Veranstaltung ein Branchentreffpunkt ist, bei dem Akademia und Industrie zusammenkommen. Für Universitäten, Fachhochschulen und Forschungsinstitute ist die Labvolution ein wichtiger Ort, um aktuelle Themen zu diskutieren und das eigene Netzwerk zu erweitern. Auf der Messe findet das dann vor allem im Biotechnica Forum statt, das weiterhin ein wichtiger und wertvoller Bestandteil der Labvolution ist.

LABO: Wie grenzen Sie die Labvolution von der alteingesessenen Analytica ab?

Heinold: Die Labvolution ist eine attraktive Ergänzung zur Analytica, die aus meiner Sicht übrigens eine Leitmesse und eine sehr gute und relevante Veranstaltung ist. Wir sehen uns da gar nicht als direkten Wettbewerber, sondern als weiteren Player im Markt. Wir wechseln uns im jährlichen Rhythmus ab und fokussieren mit unserem Standort in Hannover noch mehr auf den Norden Deutschlands und den Norden Europas – für unsere Aussteller eine tolle Möglichkeit, in geographischer Hinsicht neue Besucherzielgruppen zu adressieren. Inhaltlich haben wir uns besonders das Thema „Labor der Zukunft“ auf die Fahnen geschrieben. Und: Als noch junge und überschaubare Veranstaltung sind wir sehr flexibel und haben durchaus auch Möglichkeiten und Vorteile, die sowohl bei Ausstellern als auch bei Besuchern sehr gut ankommen.

LABO: Gibt es etwas, was Sie bei der kommenden Labvolution im Vergleich zum Vorjahr ändern werden?

Heinold: 2017 haben wir schon sehr deutlich gemacht, dass die Marke Labvolution die Marke Biotechnica ablöst. Diese Transformation ist jetzt abgeschlossen. Labvolution ohne Wenn und Aber. In der Farbenwelt gesprochen: Unsere Farbe ist jetzt Grün wie die Labvolution und nicht mehr Blau wie früher die Biotechnica. Darüber hinaus gibt es natürlich zahlreiche Stellschrauben, an denen wir stetig arbeiten und damit versuchen, die Attraktivität unserer Veranstaltung für Aussteller und Besucher zu erhöhen. Neu wird etwa ein Konferenzformat der Gläsernen Labor Akademie sein, das sich unter anderem mit dem Thema Labor 4.0 an technische Angestellte in den Life Sciences richtet. Und ebenfalls neu: der Labvolution Award. Wir zeichnen auf der Labvolution erstmals Projekte zur Laboroptimierung aus. Auf die Gewinner warten Kurse und Beratungsleistungen im Wert von mehr als 10 000 Euro. Und wir haben noch einige weitere Neuerungen in Planung. Mehr wird noch nicht verraten!

LABO: An wen richtet sich der Labvolution Award genau?

Heinold: Der Untertitel erklärt, worum es geht, nämlich um „Excellence in Lab Optimization“. Der Labvolution Award zeichnet herausragende Verbesserungen aus, die einen erheblichen Mehrwert für Arbeit und Abläufe im Labor haben. Das können Prozesse, Methoden, Technologien, Software, Design oder auch Management-Techniken sein, die eine belegbare Verbesserung herbeiführen – in Bezug auf Produktivität, Kosten, Sicherheit, Materialverbrauch, Energieeffizienz oder auch Mitarbeiterzufriedenheit. Der Award richtet sich ausdrücklich an Anwender aus dem Laborbereich. Bewerben können sich also Labore, Forschungsgruppen oder auch Einzelpersonen.

LABO: Leitthema der Messe ist „Das vernetzte Labor“. Hier gibt es in den Laboren derzeit große Unterschiede: in den Anforderungen, aber auch in der schon erfolgten Umsetzung. Wird für alle Vernetzungsgrade und Digitalisierungsstufen etwas Interessantes bei der Labvolution dabei sein?

Heinold: Ja, definitiv. Uns ist bewusst, dass wir mit dem Leitthema keinen bereits erreichten Zustand beschreiben, sondern ein Thema ganz oben auf die Agenda setzen, das für Labore aktuell von großer Bedeutung ist. Der Begriff Vernetzung hat Hochkonjunktur – in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Er ist dennoch mit Bedacht gewählt, weil er sehr viele parallel laufende Entwicklungen im Laborumfeld subsummiert. Das beginnt bei der Digitalisierung der Prozesse, der Integration neuer digitaler Technologien und reicht über die Vernetzung der Komponenten und das Nutzbarmachen von Daten bis hin zur Zusammenarbeit von Mensch und Maschine sowie zur Vernetzung zwischen den Mitarbeitern im Labor, zwischen Standorten, zwischen Forschungsgruppen oder auch zwischen unterschiedlichen Branchen und Märkten.

LABO: Gibt es noch attraktive Ausstellerplätze? Bis wann sollten sich Unternehmen für eine Teilnahme entschieden haben?

Heinold: Wir haben schon eine beachtliche Zahl fester Buchungen, aber aktuell sind wir noch voll in der Akquisitionsphase. Um ein paar Namen zu nennen: Definitiv dabei sind Roche Diagnostics Deutschland, Düperthal Sicherheitstechnik, Andrew Alliance, Mettler-Toledo, Carl Zeiss, Eppendorf oder auch Sarstedt. Die Aufplanung der Halle läuft parallel schon an, geht dann aber erst zum Ende des Jahres so richtig los. Definitiv lohnt sich die rasche Zusage. Wer zuerst kommt, hat den größten Spielraum. Trotzdem ist es natürlich unser ureigenstes Interesse die Labvolution so zu gestalten, dass sie in allen Gängen und an allen Ecken attraktiv für die Besucher und damit auch für die ausstellenden Unternehmen ist.

LABO: Vielen Dank, Herr Heinold.

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