Interview

Dr. Stefan Bartoschek

Dr. Stefan Bartoschek hat nach seinem Chemiestudium und der Promotion als Postdoc beim Nobelpreisträger Sir John E. Walker am MRC in Cambridge gearbeitet und war zehn Jahre in der Pharmaforschung bei Sanofi tätig. Seit 2012 ist er als Projektleiter von Science4Life e.V. Ansprechpartner für Unternehmensgründer aus Life Sciences und Chemie.

LABO: Herr Bartoschek, als Projektleiter der Gründerinitiative Science4Life e.V. haben Sie sicher einen guten Einblick in die Gründerszene der Life Sciences- und Chemiebranche - wie innovativ ist diese?

Bartoschek: Zuerst einmal kann ich sagen, dass es eine Menge toller, innovativer Ideen gibt. Innovativ bedeutet jedoch nicht immer unternehmerisch leicht umsetzbar. Viele Ideenträger sind nicht gleich "Unternehmertypen". Gerade Forscher an Hochschulen müssen sich wirtschaftliches Know-how oft erst aneignen oder ins Gründungsteam dazu holen. Genau hier setzt Science4Life an. Wir unterstützen Ideenträger beim "Check up" und der Umsetzung ihrer Geschäftsidee.

LABO: Wie genau finden Gründer bei Ihnen Unterstützung?

Bartoschek: Im Rahmen unseres jährlich ausgetragenen Businessplan-Wettbewerbs Science4Life Venture Cup können Gründer ihre Idee zu einem tragfähigen Konzept bzw. Businessplan ausbauen. Teilnehmer profitieren vom Zugang zu unserem Experten-Netzwerk, welches mittlerweile mehr als 200 Experten aus über 140 Unternehmen und Institutionen umfasst. Diese Experten stehen mit Rat und Tat zur Seite. Wer sein Geschäftskonzept und/oder seinen Businessplan bei Science4Life einreicht, erhält zudem ein professionelles schriftliches Feedback und hat die Chance auf Preisgelder im Gesamtwert von 66.000 Euro.

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LABO: Warum steht gerade der Businessplan bei Science4Life im Mittelpunkt?

Bartoschek: Der Businessplan ist Grundstein einer jeden Gründung und ausschlaggebend für die Finanzierung. Ohne einen gut ausgearbeiteten Businessplan wird es jeder Gründer schwer haben, Geldmittel für seine Unternehmung zu akquirieren, sei es bei der Hausbank oder privaten Investoren. Wir bieten die Möglichkeit, Businesspläne auf Schwachstellen prüfen zu lassen - und das komplett kostenfrei und vertraulich.

LABO: Womit haben Ihrer Erfahrung nach Gründer/Jungunternehmer aus Life Science und Chemie die meisten Schwierigkeiten?

Bartoschek: Insbesondere bei Innovationen aus Wissenschaft und Forschung scheint die Hürde, diese unternehmerisch zu verwerten, hoch. Fehlendes wirtschaftliches Know-how, fehlendes Vertrauen in das Potenzial der eigenen Idee oder mangelnde Unterstützung - Gründe gibt es viele. Dazu kommt, dass gerade im naturwissenschaftlichen Bereich viele Entwicklungen enorm kostenintensiv sind und somit ein hoher Kapitalbedarf besteht. Wissenschaftlern fällt es zudem oft schwer, ihre Idee so darzustellen, dass auch fachfremde Personen das Potenzial erkennen können. Science4Life ist hier der perfekte "Sparringspartner". Wir helfen, Wissenslücken zu schließen, z.B. durch Online-Seminare zu Themen rund um die Existenzgründung und in Workshops.

LABO: Derzeit läuft die 15. Wettbewerbsrunde des Science4Life Venture Cups - bis wann und wie können potenzielle Gründer noch mitmachen?

Bartoschek: Gerade erst haben wir die Ideenphase erfolgreich abgeschlossen. Wer noch teilnehmen möchte, kann bis zum 18. Januar 2013 sein Geschäftskonzept und bis zum 26. April 2013 den kompletten Businessplan einreichen. Alle Informationen zur Teilnahme, das Handbuch und die Seminar- und Veranstaltungstermine gibt¿s im Internet unter http://www.science4life.de.

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