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Röntgenmikroskopie

Noch schneller im Nanobereich

Das Unternehmen ZEISS hat jetzt ein neues Röntgenmikroskop (XRM) im Programm, das die dreidimensionale Bildaufnahme im Nanobereich um das Zehnfache beschleunigt. Das Mikroskopsystem wurde auf der Microscopy & Microanalysis in Indianapolis am 5. August zum ersten Mal vorgeführt und ist ab sofort verfügbar.

Das Xradia 810 Ultra arbeitet mit einer niedrigen Röntgenenergie von 5,4 keV, die für bessere Kontraste und Bildqualität bei vielen Materialien sorgt. Dank dieser niedrigenergetischen, stärker absorbierten Röntgenstrahlen werden hochaufgelöste Tomographien in deutlich kürzerer Zeit fertiggestellt. Der ZEISS Geschäftsbereich X-ray Microscopy stimmte Xradia 810 Ultra auf diese neue Energiequelle unter Verwendung innovativer Optiken ab, um so das Potenzial der Xradia-Ultra-Familie zu erweitern. Diese besteht laut ZEISS aus den einzigen kommerziellen Röntgenmikroskopen, die im Labor zerstörungsfrei eine Auflösungen von bis zu 50 nm erzielen.

Durch die wesentlich beschleunigte dreidimensionale Bildaufnahme verbessert Xradia 810 Ultra die Wirtschaftlichkeit der Röntgenmikroskopie in Wissenschaft und Industrie erheblich: In Machbarkeitsstudien zur Nutzung von Erdöl und Erdgas können Gesteinsphysiker so in wenigen Stunden Messungen durchführen, um kritische Parameter wie Porosität und Tortuosität zu charakterisieren. Dank des ausgezeichneten Kontrasts, den das Xradia 810 Ultra bietet, wird die Bildgebung sowohl für Karbonatgestein als auch Schiefer optimiert.

4D- und In-situ-Studien, bei denen interne Strukturen der Probe wiederholt und unter verschiedenen Bedingungen über die Zeit hinweg abgebildet werden, können jetzt mit geringerem Aufwand durchgeführt werden. Dadurch werden solche Experimente für ein breites Anwendungsfeld zugänglich. Gerade im Vergleich zur bisherig etablierten sequentiellen Probenpräperation im Dünnschnittverfahren ist das zerstörungsfreie Röntgenmikroskopieverfahren bei 3D-Anwendungen deutlich schneller.

Durch den höheren Absorptionskontrast bei 5,4 keV und den Zernike-Phasenkontrast eignet sich die hochauflösende Röntgenmikroskopie ebenfalls für verschiedene dreidimensionale Biomaterialien wie Polymere und Gewebeproben.

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