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"Nano!" in der DASA - Ausstellung über Nutzen und Visionen einer neuen Technologie

Die Welt der allerkleinsten Teilchen ist ein noch weitgehend unbekanntes Universum. Mit der Ausstellung "Nano! Nutzen und Visionen einer neuen Technologie" zeigt die DASA ab dem 27. Februar ungeahnte Einblicke in den Stand von Forschung und Technik. Die Präsentation, die vom TECHNOSEUM Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim erarbeitet worden ist, vermittelt Grundlagen zur Nanotechnologie, thematisiert ihre Anwendungsgebiete und problematisiert Chancen und Risiken. 150 technische Objekte und zahlreiche interaktive Stationen bringen eine ansonsten nahezu unsichtbare Thematik ins Licht der Öffentlichkeit. Die Schau gehört zu den größten Präsentationen dieser neuartigen Technologie in Europa und ist nun bis zum 9. Oktober in Dortmund zu sehen.

Nanotechnologie ist, wörtlich aus dem Griechischen übersetzt, die "Lehre vom Handwerk der unsichtbaren Zwerge". Gezielt beeinflussen Forscher in den Dimensionen zwischen einem bis 100 Nanometer Strukturen und Materialien. Ein Nanometer ist der einmilliardste Teil eines Meters. In einem Zuckerwürfel befinden sich mehr als hundert Milliarden Nanopartikel, ein Haar ist 50000 Nanometer dick. An die Stelle der klassischen Physik tritt aufgrund dieser Größenverhältnisse nun die Quantenphysik.

Auf ins Reich der kleinsten Teilchen

Die Ausstellung führt ihr Publikum auf eine Entdeckungsreise in die geheimnisvolle Nanowelt. "Um den Besucherinnen und Besuchern die Größenordnungen zu vermitteln, nähern wir uns dem Thema über natürliche Vorbilder und anschauliche Größenvergleiche", sagt Dr. Reiner Bappert, Oberkonservator am TECHNOSEUM. So beginnt der Rundgang in einem Labor und mit Naturphänomenen, die schon seit Jahrmillionen erfolgreich auf nanometergroßen Strukturen beruhen. Der Lotuseffekt zur Selbstreinigung mancher Pflanzen ist ein solches Phänomen. Auch das Schillern von Perlmutt oder das Klettervermögen von Geckos sind vielen bekannt. Im "Labor der Natur" kann das Publikum daher an lebenden Tieren und Pflanzen diese Aspekte bestaunen.

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Mit einem Fahrstuhl geht es anschließend symbolisch hinab in die Tiefen der Materie: Nanogroße Strukturen werden auf menschliche Maßstäbe vergrößert und damit fassbar und verständlich. Aufgebaut ist die Schau wie ein scheinbares Labyrinth aus sechseckigen Waben: Eine Landschaft aus Nanostrukturen. Folgt der Nano-Zaungast diesem Aufbau, gelangt er in Themenräume, die Aspekte der Nanotechnologie vermitteln. Spielerische Animationen und Filme sorgen für einen vertiefenden Einblick. Mitmach-Stationen und Experimente erläutern einige Grundbegriffe und Werkzeuge der Nanotechnologie.

Von den Anfängen bis zur Anwendung

In den Themenräumen erhalten die Besucher einen umfassenden Einblick in die Forschungslandschaft. 1981 gelang es den späteren Nobelpreisträgern Gerd Binnig und Heinrich Rohrer mit dem von ihnen entwickelten Rastertunnelmikroskop, einzelne Atome sichtbar zu machen. Diese Werkzeuge können aber noch mehr. Man kann mit ihnen einzelne Atome bewegen. Das gezielte Abändern von molekularen Strukturen führt zu immer neuen Stoffen mit schier unglaublichen Eigenschaften. Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, einen authentischen Blick in das Universum der kleinsten Teile zu werfen.

Die Ausstellung gibt anschließend einen Überblick über die unterschiedlichen Anwendungsbereiche für Nanotechnologie: Nano-Nahrung, Nano-Kosmetik, Nano überall. Das Publikum erfährt, wie Kohlenstoff-Nanoröhrchen einen Tennisschläger besonders stabil und leicht machen, oder wie mit Hilfe magnetischer Nanopartikel künftig Krebs besiegt werden könnte. Auch ein Supermarkt ist Teil der Schau. Ketchup oder Zahnpasta: Zieht man die Waren an der Kasse über den Scanner, werden die Inhaltsstoffe verraten. An manchen Stationen unterstützen sogenannte "Nano-Scouts" das Verständnis. Die Spezialistinnen und Spezialisten für einzelne Objekte führen sie gezielt vor und beantworten Fragen der Besucher.

Und die Risiken?

In Deutschland befassen sich heute rund 750 Unternehmen mit der neuen Technologie. Mehr als 63000 Menschen arbeiten im Bereich der Nanotechnologie. Sie erwirtschaften nach aktuellen Hochrechnungen einen jährlichen Gesamtumsatz von 33,3 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Die Arbeit der Nanoforscher lässt auf schnellere Datenverarbeitung, auf saubere Energiequellen und auf Erfolge im Kampf gegen Krankheiten hoffen. Die so genannte grüne Nanotechnologie könnte mit zahlreichen ihrer Entwicklungen zum Schutz der Umwelt beitragen. Konkrete Hoffnungen verbinden sich mit ihren medizinischen Anwendungen, seien es verbesserte Medizintechnik und neuartige Materialien, bahnbrechende Diagnosemöglichkeiten oder Therapien. Den Visionen sind im unendlichen Raum des Kleinsten kaum Grenzen gesetzt. Aber hat der Fortschritt auch eine Kehrseite? Intensiv untersuchen Toxikologen, ob einzelne Nanomaterialien aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften Gefahren für Mensch und Umwelt bergen. Am Ende des Rundgangs ist die Meinung des Ausstellungsbesuchers gefragt.

Nano! in der DASA

"Die Ausstellung des TECHNOSEUM passt hervorragend in die DASA. Wir informieren als Arbeitswelt Ausstellung über die Belange des Menschen in einer zunehmend komplexen Arbeitsumgebung. Nano schafft Arbeitsplätze, fordert aber auch den Arbeitsschutz heraus", so DASA-Leiter Dr. Gerhard Kilger. Die DASA ist ein Teil der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Die BAuA beschreibt und bewertet Gesundheitsrisiken, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Ob wissenschaftliche Vorträge oder praktische Handlungshilfen: Die BAuA leistet als Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales entscheidende Beiträge für eine sichere Entwicklung der Nanotechnologien. Die Ausstellung ist außerdem Bestandteil des aktuell verabschiedeten Nano-Aktionsplans 2015 der Bundesregierung.

"Nano!" wird durch ein reichhaltiges Rahmenprogramm ergänzt, um Wissbegierigen den Einstieg in den Nano-Kosmos zu erleichtern. Fünf Themenabende mit hochkarätigen Wissenschaftlern, Informationen für Unternehmensgründer in der Nanobranche, vier Familientage sowie Führungen und vielgestaltige Angebote für Lehrer, Schulklassen und Jugendliche bietet die DASA an.

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