Gábor Szász Preis für Andreas Fischer

Auszeichnung für Arbeiten zum Endothel

Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin hat den DKFZ-Wissenschaftler Andreas Fischer mit dem Gábor Szász Preis ausgezeichnet. Verliehen wurde ihm der Preis für seine Forschungsarbeit zum Stellenwert des Endothels in der Ausbreitung von Krebs.

DKFZ-Wissenschaftler Andreas Fischer © Jutta Jung/DKFZ

Andreas Fischer, Wissenschaftler am DKFZ und Arzt am Universitätsklinikum Heidelberg, hat mit seinem Team herausgefunden, dass das Endothel daran beteiligt ist, wenn sich Krebs im Körper ausbreitet. Die Forscher hatten an Mäusen beobachtet, dass Krebszellen das Endothel regelrecht umprogrammieren, indem sie den Signalweg Notch-1 ankurbeln. Als Folge steigern Endothelzellen die Produktion eines Kontaktmoleküls, das es Krebszellen ermöglicht, sich an die Gefäßwand anzuheften und den Durchtritt in die Blutgefäße vorzubereiten. Zudem erleichtert der aktivierte Signalweg den Krebszellen den Weg in die Blutbahn sowie die Ansiedelung von Metastasen in anderen Organen. Darüber hinaus beginnen die Endothelzellen Botenstoffe zu produzieren, die krebsfördernde Immunzellen in den Tumor locken.

Den Notch-1-Signalweg im Zuge der Krebstherapie einfach zu blockieren, hat sich allerdings als schwierig erwiesen. In klinischen Studien, die mit einem entsprechenden Wirkstoff auf eine Notch-1-Blockade abzielten, erkrankten Probanden an Herzinsuffizienz. Fischer hat für diese zunächst überraschende Nebenwirkung eine Erklärung gefunden. Sein Team hat entdeckt, dass Notch-1 entscheidend dafür ist, dass Fettsäuren durch die Gefäßwand in das Herzmuskelgewebe transportiert werden. Fettsäuren sind die Hauptenergiequelle des Herzens. Wird Notch-1 blockiert, stehen nicht mehr ausreichend Fettsäuren zur Verfügung und das Herz muss stattdessen Zucker als Energiequelle nutzen. Das aktiviert aber wiederum einen weiteren Signalweg, der den Herzmuskel wachsen lässt, was schließlich zur Herzschwäche führt.

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Andreas Fischer studierte Medizin an der Universität Würzburg. Für seine Doktorarbeit forschte er am Children's Hospital Boston an der Harvard Medical School. Von 2004 bis 2007 war er Postdoc am Biozentrum in Würzburg und gründete anschließend eine Nachwuchsgruppe an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Seit 2012 ist er unabhängiger Gruppenleiter, seit 2017 Leiter der Abteilung "Vaskuläre Signaltransduktion und Krebs" am Deutschen Krebsforschungszentrum.

Für seine Arbeiten zum Endothel bekam Fischer jetzt von der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin den Gábor Szász Preis verliehen. Der Preis ist mit 15 000 Euro dotiert und wird alle drei Jahre während der Jahrestagung der Fachgesellschaft verliehen. Die Preisverleihung fand am 25. September in Marburg statt.

Quelle: DKFZ

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