Biomarker-Screening

Kooperation für verbesserte Rheuma-Diagnostik

Pepperprint und Progen entwickeln einen neuartigen Test zur Früherkennung der rheumatoiden Arthritis. Das BMBF bewilligt dafür Fördermittel für die nächsten drei Jahre.

Entwicklungsschritte des RA-Früherkennungstests: Die SeroRA-Bibliothek mit mehr als 120.000 Peptidantigenen wird für das Screening von Serumproben aus RA-Patientenkollektiven eingesetzt, um damit krankheitsspezifische Biomarker zu identifizieren. Die leistungsfähigen Microarrays analysieren IgG- und IgA-Auto-Antikörperprofile im Hochdurchsatz, anschließend werden die Daten statistisch ausgewertet und die Biomarkerkandidaten validiert. Für den diagnostischen Test werden die aussagekräftigen RA-Biomarkern abschließend auf ein ELISA-System gebracht. (Bild: Pepperprint)

Das Biotechnologie-Unternehmen PEPperPRINT GmbH teilt mit, dass es gemeinsam mit der PROGEN Biotechnik GmbH einen neuartigen Biomarkertest zur frühen und differenzierten Diagnostik der rheumatoiden Arthritis (RA) entwickeln wird. Das Projekt wird in den kommenden drei Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme „KMU-innovativ: Biotechnologie- BioChance“ mit 600.000 € bezuschusst.

Screenen nach individuellen Biomarkerkombinationen

Für den Testaufbau wird PEPperPRINT erstmals die Microarray-basierte SeroRA-Bibliothek mit mehr als 120.000 Peptidantigenen einsetzen und damit Serumproben von RA-Patientenkollektiven auf krankheitsspezifische Biomarker durchsuchen. Dr. Volker Stadler, Geschäftsführer der PEPperPRINT: „Der Umfang der SeroRA-Bibliothek auf Basis unserer Peptidmicroarrays übertrifft vergleichbare RA-Antigenbibliotheken um mehrere Größenordnungen und wird darüber hinaus mit homocitrullinierten Peptiden erstmals eine neue RA-spezifische Molekülklasse umfassen. Damit können wir im Screening völlig neue Biomarker sowie individuelle Biomarkerkombinationen für die RA-Diagnostik identifizieren.“

Sandwich-Assay für die Labordiagnostik

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Im Rahmen der Kooperation wird PROGEN die ermittelten Biomarkerkandidaten nach sorgfältiger Validierung und Optimierung für die Labordiagnostik auf ein Sandwich-Assay-Standardformat übertragen, den Test optimieren und nach regulatorischen Vorgaben evaluieren. Dr. Sven Kuhlendahl, PROGEN-Geschäftsführer: „Wir freuen uns darauf, unsere jahrzehntelange Erfahrung in der Immunchemie bei der Entwicklung eines neuartigen Assays mit überlegener Sensitivität und Spezifität zur Früherkennung der RA einzusetzen.“

Sensitivität der Diagnostik verbessern

Die RA ist die häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung, an der weltweit etwa 20 Millionen Menschen leiden. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Therapie innerhalb der ersten zwei Jahre ist ausschlaggebend, um gravierende Gelenkschäden und Deformationen zu vermeiden, die zu körperlichen Beeinträchtigungen und Invalidität führen können.

Allerdings erreichen die bestehenden serologischen Tests in der Frühphase nur eine Sensitivität von etwa 70%, d.h. 30% der Patienten gelten als seronegativ und können nicht über individuelle Antikörperprofile diagnostiziert werden. Ein Ziel des Projektes ist daher die Identifizierung einer hochgradig sensitiven und RA-spezifischen Biomarkerkombination, um schon in den ersten Phasen der Erkrankung serologisch eine eindeutige Diagnose stellen und dabei komplexe und heterogene Antikörperprofile abdecken zu können. Für die Patientenstratifizierung spielt darüber hinaus die Identifizierung einzelner RA-spezifischer Biomarker eine zentrale Rolle, um rechtzeitig eine angemessene Therapieentscheidung zu ermöglichen.

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