Fördermittel

NRW erhält sieben Millionen Euro für interdisziplinäre Bioökonomie

Von der Biologie über die Ingenieurwissenschaften bis zur Ökonomie bündeln Forscher verschiedener Disziplinen zukünftig ihre Kompetenzen in drei sogenannten "FocusLabs", um eine nachhaltige Bioökonomie in NRW zu sichern.

Die Leiter der FocusLabs: Dr. Holger Klose (links), Dr. Anita Loeschcke und Dr. Lars Regestein (Bild: Alexander Vogel/RWTH)

Ausgewählt und angesiedelt sind die FocusLabs im Bioeconomy Science Center (BioSC), welches vom Forschungszentrum Jülich koordiniert wird. In den FocusLabs, an denen die vier Partnereinrichtungen des BioSC beteiligt sind, werden verschiedene Themen bearbeitet, angefangen von der Entwicklung einer integrativen Bioraffinerie basierend auf mehrjährigen Pflanzen bis zur innovativen Produktion von Biotensiden beziehungsweise der Herstellung von Naturstoffen mit Hilfe der Synthetischen Biologie. Mit insgesamt sieben Millionen Euro fördert das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung (MIWF) die FocusLabs im Rahmen des NRW-Strategieprojekts BioSC.

Bioeconomy Science Center

Das Bioeconomy Science Center (BioSC) ist ein Kompetenzzentrum für Bioökonomieforschung und wurde 2010 gemeinsam von der RWTH Aachen University, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und dem Forschungszentrum Jülich gegründet. Dank finanzieller Unterstützung durch das Land NRW wurden in der ersten Förderphase des BioSC über 40 interdisziplinäre ein- und zweijährige Forschungsprojekte zur integrierten Bioökonomie gefördert. Die nun in der nächsten Phase geförderten BioSC FocusLabs haben eine Förderdauer von drei Jahren und entwickeln Lösungen für die globalen Herausforderungen, mit denen sich die Bioökonomie auseinandersetzt. Das FocusLab AP³ und das FocusLab Bio2 beschäftigen sich mit dem Themenfeld "Integrierte Bioraffinieren für eine nachhaltige Produktion und Prozessierung". Das FocusLab CombiCom erforscht "Modulare Biotransformationen zur Herstellung hochwertiger Chemikalien". Neben der wissenschaftlichen Qualität stehen in den BioSC FocusLabs insbesondere die multidisziplinäre Ausrichtung und die integrierte Herangehensweise im Fokus.

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FocusLab AP³

Das FocusLab AP³ setzt am Anfang der Wertschöpfungskette an und untersucht die nachhaltige Verwertung der Biomasse mehrjähriger Pflanzen, zum Beispiel von Sida oder Silphie, die nicht in Konkurrenz zu Nahrungsmitteln stehen. Dazu wird die Pflanzenart oder Sorte ausgewählt, deren Biomasse – beispielsweise bezüglich des Zellulosegehalts – besonders geeignet für den jeweiligen Bioraffinerieprozess und die gewünschten Produkte ist. Gleichzeitig werden gemäß des integrierten Ansatzes die Prozesse in der Bioraffinerie an die Eigenschaften der Biomasse angepasst. So kann die Biomasse effizient und nachhaltig z.B. in Zucker, Zellulose und Lignin aufgetrennt werden, die wiederum Ausgangsstoff für die Herstellung von wertvollen Produkten wie Biotensiden sein können. Auch das Schließen von Stoffkreisläufen ist wesentlicher Bestandteil des Projektes, beispielsweise die Rückführung von Prozesswasser und Enzymen sowie die Rückgewinnung von Nährstoffen wie Phosphat. Geleitet wird dieses FocusLab von Dr. Holger Klose vom Institut für Botanik und Molekulare Genetik der RWTH Aachen University.

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