Linde hat Werk in Unterschleißheim umgerüstet

Barbara Schick,

Automatisiertes Spezialgasewerk eröffnet

Höhere Performance, bessere Prozesstransparenz, effizientere Flächennutzung: Linde hat am Standort Unterschleißheim bei München ein neues digitalisiertes Konzept in Produktion und Intralogistik von Spezialgasen umgesetzt. Am 28. Februar 2024 wurde das vollautomatisierte Spezialgasewerk im Beisein von Staatsminister Dr. Florian Herrmann, Leiter der bayerischen Staatskanzlei, offiziell eröffnet.

Von links nach rechts: Stefano Innocenzi (Business President Region Europe West), Dr. Oliver Pfann (Senior Vice President EMEA), Dritte Bürgermeisterin Unterschleißheim Annegret Harms, Staatsminister Dr. Florian Herrmann. © Linde GmbH

Bei Spezialgasen handelt es sich um Gasegemische und hochreine Gase, die in industriellen High-Tech-Anwendungen sowie in der Forschung und Entwicklung zum Einsatz kommen. Ihre aufwändige Herstellung ist geprägt von vielen Produktions- und Messschritten. Linde hat in Unterschließheim mit einer besonderen Anlage die komplexen Prozesse – von der Behältervorbereitung bis zur Auslieferung – automatisiert umgesetzt. Dafür wurde das bestehende Spezialgasewerk im laufenden Betrieb umgerüstet und um eine neu errichtete Lagerhalle erweitert.

„Als führender Spezialgase-Standort in Europa investieren wir in digitale Innovation, um unsere Produkte und Prozesse kontinuierlich zu verbessern“, erklärte Philipp Beckmann, Geschäftsleitung Linde Gas Deutschland, anlässlich der feierlichen Eröffnung am 28. Februar 2024.

Prozessqualität im Fokus
Nach Linde-Angaben bedeute die Automatisierung für die Kunden nicht nur eine noch zuverlässigere Versorgung, sondern auch eine verbesserte Transparenz der Qualität aller Prozesse. Gleichzeitig werden die Linde-Spezialisten von operativen Aufgaben entlastet, da Intralogistik und Lagerung nun automatisch erfolgen. Nicht zuletzt kann die vorhandene Lagerfläche noch effizienter genutzt werden.

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Im Zentrum der Digitalisierungslösung steht eine speziell für diese Aufgabenstellung zugeschnittene MES-Software (Manufacturing Execution System). Diese koordiniert und visualisiert alle Teilprozesse wie Flaschensortierung und -bereitstellung, Laboranalysen, Befüllung sowie die gesamte Lieferkette bis zur Übergabe an den Kunden.

Als zweites wesentliches Element übernehmen automatisch gesteuerte Flurförderzeuge den werksinternen Transport der Gasflaschen. Die Flaschenaufnahme wurde dabei eigens für Linde entwickelt und ist damit – wie das MES – in dieser Form weltweit einzigartig. Die dritte Säule des Automatisierungskonzepts bildet schließlich das Gantry-System der Lagerhalle. Diese automatische Ein- und Ausladeeinheit arbeitet komplett autark und gewährleistet den einfachen Zugriff auf die eingelagerten Behälter.

„Mit diesem extrem hohen Digitalisierungs- und Automatisierungsgrad haben wir Pionierarbeit geleistet“, resümiert Tina Olbrich, Leiterin Cylinder Operations Spezialgase.

Konzernweites Kompetenzzentrum für Spezialgase
Ob in der Medizinal- und Umwelttechnik, der Halbleiterproduktion oder in Laboren: Spezialgase kommen als hochindividualisierte Produkte in vielen Anwendungsbereichen zum Einsatz. Dieser enormen Vielfalt entspricht ein breit gefächertes Spektrum an Behälter- und Armaturen-Hardware. Herstellung, Zertifizierung und das Abfüllen von Spezialgasen sind daher sehr anspruchsvoll.

In Unterschleißheim, wo Linde bereits seit 1959 ein Füllwerk betreibt, werden Spezialgase hauptsächlich für den europäischen Markt produziert. Die Rolle des Standorts als europaweites Kompetenzzentrum für Spezialgase werde nach Linde-Angaben durch den jüngsten Ausbau des Werks weiter gestärkt.

Quelle: Linde

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