Nachweis von Bakterien in Trinkwasser

Methode für die Routineanalytik ausgezeichnet

Bereits zum siebten Mal wurde der Mülheim Water Award verliehen. Ausgezeichnet wurde eine innovative neue Methode zum schnellen Nachweis von Bakterien (E. coli) in Trinkwasser.

Vorn im Bild (v. l. n. r.): Eberhard Gerstel (Gerstel), Rik de Vries (WLN), Liesbeth Visser (Aqualab-Zuid), Holger Gerstel (Gerstel), Dr. Franz-Josef Schulte (RWW), Leo Heijnen (KWR). © Andreas Köhring

Dr. Franz-Josef Schulte, Geschäftsführer der RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH, überreichte dem mit 10 000 Euro dotierten, von RWW und der Gerstel GmbH & Co. KG aus Mülheim an der Ruhr gesponserten Preis. Die Ehrung der Preisträger erfolgte am Rande des Mülheimer Wasseranalytischen Seminars (MWAS 2020) in der Stadthalle Mülheim.

In seiner Laudatio ging Schulte auf den besonderen Stellenwert der Wasserwirtschaft vor Ort ein: „Über Jahrzehnte hinweg haben sich in und um Mülheim herum moderne, innovative Unternehmen aus der Wasserwirtschaft angesiedelt, etabliert und miteinander vernetzt. Sie haben es geschafft, Entwicklungen weit über die Stadtgrenze und die Region hinaus mitzubestimmen – Versorgungsunternehmen, Anbieter von analytischen Systemen und Forschungsinstitute. Mit ein Grund, warum wir den Mülheim Water Award seinerzeit ausgelobt haben."

Der Gewinner des Mülheim Water Award 2020 kommt aus den Niederlanden. Die Jury empfahl die Prämierung des Projekts: „Rapid test for Escherichia coli in drinking water: development, validation and regulatory approval“, wie der Originaltitel der Arbeit lautet. Hierbei handelt es sich um eine Methode zum Nachweis von Escherichia coli (E. coli) in der Routineanalytik, die nicht auf eine langwierige Züchtung von Bakterien in Kulturen setzt.

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Die preisgekürte Analysenmethode fußt auf einem molekularbiologischen Ansatz, sprich der Vermehrung und Analyse bakteriologischer Erbsubstanz (Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion, RT-PCR); sie erfordert mit vier Stunden weniger als ein Viertel der Zeit, die die Erzeugung und Untersuchung in Kulturen gezüchteter Bakterien erfordert, so IWW. Die RT-PCR-Methode ist zudem höchst empfindlich, sprich sie reagiert auf eine geringe Bakterienlast. Die Preisträger haben ihre Methode entwickelt und in der trinkwasseranalytischen Praxis etabliert.

Hinter dem Projekt stehen Wissenschaftler des KWR Water Research Institute und Spezialisten vier weiterer niederländischen Trinkwasserlaboren. Stellvertretend für das Team nahmen Leo Heijnen von KWR, Liesbeth Visser von Aqualab-Zuid und Rik de Vries vom WLN Wasserlaboratorium den Preis entgegen.

Interessenten aus Europa konnten sich vom 1. Dezember 2019 bis 29. Februar 2020 zum übergeordneten Thema “Innovationen für eine nachhaltige Wasserwirtschaft und sichere Trinkwasserversorgung“ im Rahmen eines zweistufigen Auswahlverfahrens bewerben. Träger des Mülheim Water Award sind RWW und Gerstel GmbH & Co. KG, beide mit Sitz in Mülheim an der Ruhr. Mit dem Award ausgezeichnet werden Projekte zur praxisorientierten Forschung und Entwicklung und zur Implementierung innovativer Konzepte im Bereich der Trinkwasserversorgung und Wasseranalytik.

Der Award wurde erstmalig 2006 verliehen. Im Rahmen der bislang erfolgten sieben Wettbewerbe wurden insgesamt 150 Bewerbungen aus 25 verschiedenen europäischen Ländern eingereicht, die das gesamte Spektrum der Wasserwirtschaft abdeckten. Die nächste Vergabe erfolgt 2022. Auslobungsstart ist voraussichtlich im Dezember 2021.

Quelle: IWW

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