Nachwuchsforschung in Sachsen

Melanie Steinbeck,

Nachwuchsforschungsgruppe entwickelt Nanofasern und Verpackungen aus biogenen Reststoffen

Aus Resten der lokalen Agrarwirtschaft sollen künftig hochwertige Materialien entstehen, die als Membranen, Beschichtungen oder Verpackungen wiederverwendet werden können. Seit dem 1. November arbeitet eine neue Nachwuchsforschungsgruppe an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg (TUBAF) genau daran: BioWin heißt das Projekt, in dem vier junge Forschende die Potenziale biogener Reststoffe erforschen.

Mitgieder der Nachwuchsforschungsgruppe: Gruppenleitung: Dr. Vanessa Castro (Mitte) und Doktorandinnen und Doktoranden: Anthony Gerhardt, Emmanuel Udekwe Nwanegbo, Una Smailbegovic. © TU Bergakademie Freiberg / A. Hiekel

„Schlussendlich wollen wir möglichst alles aus der komplexen Struktur der Biomasse verwerten und dafür eine grüne Chemie mit nachhaltigen Prozessen nutzen. Kombiniert werden die praktischen Arbeiten im Labor mit einer detaillierten Wirtschaftlichkeits- und Nachhaltigkeitsanalyse. Wir sind Nachhaltigkeitsenthusiasten und genau das ist das Besondere am Projekt BioWin und an unserer Nachwuchsforschungsgruppe“, erklärt die Leiterin der Nachwuchsgruppe Dr. Vanessa Castro.

Fokus auf Rapsstroh, Obsttrester und Kartoffelschalen

Im Blick der Forschenden stehen insbesondere Rapsstroh, Obsttrester und Kartoffelschalen. Außerdem konzentriert sich das Team auf drei Herstellungsverfahren, bei denen Fasern im Mikrometer- oder Nanometerbereich sowie definierte Schichten gewonnen werden können.

Dazu werden die biogenen Reststoffe zunächst mit nachhaltigen mechanischen Verfahren und grünen Lösungsmitteln in ihre Einzelbestandteile zerlegt. Anschließend werden diese anwendungsspezifisch durch Elektrospinnen, Nassspinnen oder Sprühbeschichten zu neuen Materialien rekombiniert.

Anzeige

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit im Fokus

Neben der Materialentwicklung prüft das Team aus den Wirtschaftswissenschaften, wie Unternehmen in Sachsen die neuen Produkte und Verfahren wirtschaftlich und nachhaltig einsetzen können. Die Simulationen und Potenzialanalysen sollen in einer Datenbank interessierten Partnern aus Forschung und Industrie zur Verfügung gestellt werden.

„Wir wollen nicht nur fachliche Kompetenzen erwerben, sondern uns auch mit Netzwerkarbeit, Unternehmensgründung sowie mit Diversität und Gleichstellung beschäftigen“, heißt es von Seiten der Nachwuchsgruppe. Gleichzeitig wird BioWin in das Freiberg Center for Circular Economy (FCCE) eingebunden, das als übergeordnetes Kompetenzzentrum für Kreislaufwirtschaft an der TUBAF fungiert.

Förderung durch EU und Land Sachsen

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro. Sie werden aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) sowie aus Steuermitteln des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts finanziert. Ziel ist die Stärkung einer stabilen, nachhaltigen und digitalen Wirtschaft sowie die Verbesserung der Fachkräfte-Ausbildung im Freistaat Sachsen.

Beteiligte Institute und Forschungsgruppen

  • Institut für Nanoskalige und Biobasierte Materialien, AG Grüne Funktionsmaterialien
  • Institut für Thermische Verfahrenstechnik, Umwelt- und Naturstoffverfahrenstechnik
  • Professur für Corporate Sustainability and Environmental Management
  • ESF Plus Nachwuchsforschungsgruppen an der TUBAF

Quelle: Technische Universität Bergakademie Freiberg

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren