Spektroskopie

9. Confocal-Raman-Imaging-Symposium

Die weltweite Raman-Imaging-Community traf sich am 26. und 27. September beim 9. Confocal-Raman-Imaging-Symposium in Ulm, um die neuesten Entwicklungen der Branche zu erörtern. Im Blickpunkt standen dieses Jahr vor allem die neuesten Anwendungsmöglichkeiten der hochauflösenden Raman-Mikroskopie in der pharmazeutischen Forschung und in den Material-, Geo- und Biowissenschaften.

Der Eröffnungsvortrag von Prof. Sebastian Schlücker von der Universität Osnabrück zu den Grundlagen der Raman-Spektroskopie und deren Anwendung in der Mikroskopie gab einen sehr guten, interaktiven Überblick über die klassische und quantenmechanische Beschreibung des Raman-Effekts und dessen Bedeutung für das Raman-Imaging. Die besonderen Anforderungen für hochempfindliches und beugungsbegrenztes Raman-Imaging hinsichtlich einer optimierten Gerätekonfiguration wurden danach von Dr. Olaf Hollricher, WITec Geschäftsführer R&D, beleuchtet. Dr. Thomas Dieing, WITec Direktor Customer Support, unterstrich in seinem Vortrag zu den Kombinationsmöglichkeiten der Raman-Mikroskopie mit Techniken der strukturellen Oberflächenanalysen die Notwendigkeit einer modularen Geräteplattform, um näher auf die TrueSurface- und die Rasterkraft-Mikroskopie einzugehen.

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Im ersten anwendungsbezogenen Vortrag ging Dr. Thomas Beechem von den Sandia National Laboratorities, USA, auf die Analyse von Materialspannungen und Wechselwirkungen zwischen einzelnen Schichten von Bilayer-Graphene ein. Dr. Juan Romero vom CSIC, Madrid, erläuterte die Bedeutung keramischer Materialien für das alltäglichen Leben und die Hochtechnologie und zeigte verschiedene Beispiele auf, wie die Raman-Mikroskopie für die die Untersuchung und Charakterisierung von keramischen Materialien nützlich sein kann.

Über die Vorteile der chemischen 3D-Analysen konnte Dr. Barbara Cavalazzi von der Universität Johannesburg, Südafrika, berichten, die sie vor allem für die Analyse von fossilen Spuren des Lebens auf der Erde einsetzt. Welche Bedeutung das markierungsfreie Raman-Imaging für die Biowissenschaften hat, konnte Dr. Diedrich Schmidt von der North Carolina A&T State University, USA, anhand von Einzelzelluntersuchungen aufzeigen.

Dr. Klaus Wormuth von der Universität Köln beleuchtete die Anwendung der Raman-Mikroskopie an pharmazeutischen Polymer-Schichten, um ein verbessertes Verständnis von Drug-Delivery-Systemen zu erhalten. Im Weiteren konnte Dr. Maike Windbergs von der Universität Saarbrücken zeigen, wie erfolgreiche Wirksysteme für pharmazeutische Anwendungen charakterisiert werden können. Im Vordergrund standen dabei Ergebnisse, die mit der neuen TrueSurface-Mikroskopie aufgenommen wurden.

Die Poster Session wurde von Dr. Dieter Fischer vom Leibniz Institut für Polymer-Forschung Dresden eröffnet. Sein Beitrag zum temperaturabhängigen Raman-Imaging an Polymer-Gemischen wurde unter den eingereichten Poster-Abstracts als Plenarvortrag ausgewählt. In der anschließenden Poster-Session mit fast 20 Beiträgen konnten die Teilnehmer intensiv ihre eigenen Forschungsergebnisse diskutieren. Die Poster-Session war sehr gut frequentiert, und die Qualität der Beiträge wurde gelobt.

Beim abendlichen Dinner Talk referierte Prof. Fernando Rull von der Universität Valladolid über das Raman-Spektrometer der europäischen ExoMars 2018 Mission und die Begleitforschung zur Konstruktion der weltraumtauglichen Gerätekonfiguration.

Am zweiten Tag standen die praktische Anwendung und die Handhabung der Geräte im Vordergrund. Im WITec Applikationslabor konnten die Teilnehmer bei Live-Demos unterschiedlicher Gerätekonfigurationen unter anderem erleben, wie 3D-Raman-Imaging mit AFM kombiniert oder an großen Proben topographisches Raman-Imaging durchgeführt werden kann. Auch die notwendige Auswertesoftware wurde ausführlich präsentiert.

Zusammenfassend betrachtet konnten die Teilnehmer bei der Veranstaltung ein breites Spektrum an aktuellem Wissen zum Raman-Imaging mitnehmen. Nicht wenige zeigten sich von dem hohen wissenschaftlichen Anspruch des Symposiums begeistert, was sich auch darin widerspiegelt, dass bei einer abschließenden anonymen Befragung alle Teilnehmer die Veranstaltung als "Sehr Gut" bewertet haben.

Über WITec:

Dr. Diedrich Schmidt.

Die WITec GmbH (www.witec.de) ist einer der weltweit führenden Hersteller von hochauflösenden optischen und Rastersonden-Mikroskopen. Eine modulare Produktlinie erlaubt die Kombination verschiedener Mikroskopietechniken wie Raman, SNOM oder AFM in einem Gerät und ermöglicht so die umfassende und flexible chemische, strukturelle und optische Analyse einer Probe. Die Hochleistungs-Mikroskop-Systeme werden weltweit vertrieben und vor allem in den Bereichen Materialwissenschaften, Life Science und Nanotechnologie eingesetzt. Das Unternehmen wurde 1997 gegründet und hat seinen Firmensitz in Ulm. Weitere Niederlassungen sind in den USA und seit Mai 2010 in Singapur. Geschäftsführende Gesellschafter sind die Firmengründer Dr. Olaf Hollricher, Dr. Joachim Koenen und Dr. Klaus Weishaupt. Das Unternehmen beschäftigt 39 Mitarbeiter und weist pro Jahr durchschnittliche Wachstumsraten von mehr als 10 % auf.

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