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Artikel und Hintergründe zum Thema

PFAS in Honigbienen

Melanie Steinbeck,

Insekten als Indikatoren für Umweltgifte

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), besser bekannt als „Ewigkeitschemikalien“, rücken seit einigen Jahren verstärkt in den Fokus. Diese künstlich hergestellten Stoffe kommen in zahlreichen Alltagsprodukten zum Einsatz, sind jedoch schwer abbaubar, umwelt- und gesundheitsschädlich und reichern sich in Flora, Fauna und auch im Menschen an. Ein Forschungsteam der Universität Graz hat nun gezeigt, dass Honigbienen eine wertvolle Hilfe beim Monitoring dieser Schadstoffe sein können. In einer aktuellen Studie untersuchten die Wissenschaftler:innen mit Unterstützung der Insekten das Vorkommen von PFAS zu unterschiedlichen Zeiten und in verschiedenen Landnutzungsbereichen.

Robert Brodschneider, Viktoria Müller und Jörg Feldmann (v.l.) haben das Vorkommen der „Ewigkeitschemikalien“ PFAS in Bienen und Pollen untersucht. © Uni Graz / Pichler

Bienen als Biomonitoring-Werkzeuge

Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: „In fast allen von uns untersuchten Bienen und Pollen wurde PFAS in quantifizierbaren Mengen nachgewiesen“, berichtet Jörg Feldmann, Chemiker an der Uni Graz. Feldmann hatte zuvor bereits Umweltgifte in Wildschweinen und Walgehirnen untersucht.

Bienen hätten beim Monitoring allerdings entscheidende Vorteile, ergänzt der Biologe Robert Brodschneider: „Weil sie nur wenige Wochen leben, können sich die Chemikalien, die sie aufnehmen, nicht längere Zeit in ihrem Körper anreichern", so Feldmann. „Damit liefern die gemessenen Konzentrationen immer aktuelle Informationen über das Vorkommen der Umweltgifte.“

Unterschiede nach Standort und Saison

Für die Untersuchung sammelten die Forscher:innen von April bis August an sechs Standorten in Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark Daten. Die Gebiete unterschieden sich in ihrer Landnutzung – von städtisch und halbstädtisch über ländlich bis landwirtschaftlich geprägt.

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Dabei zeigten sich sowohl zeitliche als auch räumliche Unterschiede. Standortspezifische PFAS-Muster wiesen auf potenzielle Kontaminationsquellen hin, etwa den Einsatz von Pestiziden mit Fluoranteilen. Ein direkter Zusammenhang mit der jeweiligen Landnutzung ließ sich hingegen nicht feststellen.

„Insgesamt haben wir in 90 Proben neun verschiedene PFAS nachgewiesen“, erläutert Viktoria Müller, Umweltchemikerin an der Uni Graz und am James Hutton Institute in Aberdeen/UK. „Bienen im Stock wiesen im Durchschnitt die höchste Summe aus allen Konzentrationen auf, gefolgt von Sammelbienen und Pollen.“

Diese Unterschiede deuten auf verschiedene Aufnahmewege hin. Müller erklärt:
„Wir konnten zeigen, dass Sammelbienen PFAS entweder über ihren Körper oder über Nektar und Pollen in den Stock einschleppen.“

Bedeutung für Umweltforschung

Die gewonnenen Erkenntnisse eröffnen neue Möglichkeiten für die Umweltanalytik. „Das Wissen über saisonale und ortsgebundene Unterschiede bei den PFAS-Konzentrationen ist eine wichtige Voraussetzung, um Belastungskarten für bestimmte Gegenden erstellen zu können“, betont Feldmann. Welche Faktoren für die lokalen und zeitlichen Schwankungen verantwortlich sind, soll in weiteren Studien untersucht werden.

Originalpublikation:
Müller, V., Feldmann, J., Prieler, E., & Brodschneider, R. (2025). PFAS in the buzz: Seasonal biomonitoring with honey bees (Apis mellifera) and bee-collected pollen. Environmental Pollution, 382, 126750. DOI:10.1016/j.envpol.2025.126750

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