Erhalt genetischer Ressourcen bei Nutztieren

Genetische Sammlungen besser nutzen

Forscher entwickeln im Rahmen eines europäischen Verbundprojekts auf der Grundlage neuer Erkenntnisse der Genomforschung effiziente Ansätze für den Erhalt und den Einsatz genetischer Ressourcen bei Nutztieren. Am Projekt „Innovative Management of Genetic Resources“ (IMAGE) sind auch Wissenschaftler der Abteilung Tierzucht und Haustiergenetik der Universität Göttingen beteiligt.

Die blau-grüne Eischalenfarbe ist eine spezielle Eigenschaft des Araucana-Huhns. (Foto: Wikimedia Commons)

Ziel des Projekts mit insgesamt 28 Partnern ist es, genetische Sammlungen besser zu nutzen sowie das Management von Genbanken bei Nutztieren zu verbessern. Die Europäische Union hat insgesamt 7 Mio. Euro für das Vorhaben bewilligt, wovon die Göttinger Abteilung in den kommenden vier Jahren 420000 Euro erhält.

„Wir werden insbesondere neue computergestützte Werkzeuge zur effizienteren Erhaltung und Nutzung der genetischen Diversität bei Nutztieren liefern“, sagt Prof. Dr. Henner Simianer, der die Göttinger Arbeitsgruppe leitet. Weiterhin ist gemeinsam mit dem Institut für Nutztiergenetik am Friedrich-Löffler-Institut in Neustadt-Mariensee ein Demonstrationsprojekt geplant, in dem gezielt eine Eigenschaft exotischer Hühnerrassen – genauer: die blau-grüne Eischalenfarbe – in Leistungslinien eingebracht werden soll. „Diese Eigenschaft soll dann als natürliches Markenzeichen, etwa für Eier aus tier- und umweltgerechter Haltung, genutzt werden“, so Prof. Simianer.

Einer der Arbeitsschwerpunkte der Abteilung Tierzucht und Haustiergenetik ist die Erforschung und Nutzung genetischer Diversität bei Nutztieren. Insbesondere neue Techniken wie Hochdurchsatz-Genotypisierungen und genomweite Sequenzierungen bieten hier neue Möglichkeiten, die funktionale genomische Diversität besser zu charakterisieren und gezielt zu erhalten und zu nutzen. Die Förderung des Projekts erfolgt durch das europäische Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizon 2020“. Im Rahmen der darin definierten gesellschaftlichen Herausforderungen wird Forschung unter anderem mit Blick auf eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Agrar- und Lebensmittelindustrie gefördert, um eine sichere und gesunde Ernährung der europäischen Bevölkerung zu gewährleisten.

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Kontaktadresse:
Prof. Dr. Henner Simianer
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Agrarwissenschaften
Abteilung Tierzucht und Haustiergenetik
Albrecht-Thaer-Weg 3, 37075 Göttingen
E-Mail: hsimian@gwdg.de
Internet: www.uni-goettingen.de/de/104188.html

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