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Das Labor als Testfeld für die Klinik von morgen

Melanie Steinbeck,

Wenn Roboter Routineaufgaben übernehmen

Die große Vision beginnt im Kleinen. In diesem Fall im Labor eines Krankenhauses in Gladbeck. Dort entlastet der autonome Service-Roboter 'uLab Mobile' bereits heute das Personal im Routinebetrieb, tagsüber und besonders nachts. Im Hintergrund sorgt er für etwas, das im Klinikalltag selten geworden ist: Zeit. Was im St. Barbara-Hospital als konkreter Anwendungsfall begann, soll nun deutlich größer gedacht werden.

Der autonome Service-Roboter 'uLab Mobile' unterstützt bereits heute das Personal im Routinebetrieb, tagsüber und besonders nachts. © United Robotics Group

Es geht um mehr als den Einsatz von Robotern

Die United Robotics Group (URG) und die KERN Katholische Einrichtungen Ruhrgebiet Nord GmbH haben eine strategische Technologiepartnerschaft bekanntgegeben. Ihr Anspruch ist hoch: Robotik und Künstliche Intelligenz sollen nicht nur punktuell eingesetzt, sondern systematisch in den Klinikalltag integriert werden. Es geht um mehr als den Einsatz von Robotern. Es geht um Prozesse, Datenflüsse und den Versuch, den Krankenhausbetrieb neu zu ordnen, zumindest in Teilen.

Humanoider Roboter 'uMe' © United Robotics Group

KERN, ein Verbund mit rund 7.500 Mitarbeitenden an etwa 60 Standorten im Ruhrgebiet, trifft dabei auf ein Unternehmen, das sich als Anbieter KI-gestützter Robotiklösungen im Gesundheits- und Servicebereich positioniert. 'uLab Mobile', 'uLog', 'uClean', 'uServe' und 'uMe' heißen die Systeme, die über die Software- und Orchestrierungsebene 'uGo+' miteinander verbunden werden sollen. Dahinter steht die Idee eines integrierten Gefüges: Robotiksysteme, Krankenhaus-IT, Prozesse und Datenflüsse sollen nicht länger getrennt gedacht werden.

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Der humanoide Roboter 'uMe' und der Service-Roboter 'uLab' © United Robotics Group

Was hier entsteht, ist mehr als eine Kooperation im klassischen Sinn. Sie geht bewusst über eine klassische Lieferbeziehung hinaus. „Wir wollen technologische Innovation nicht punktuell, sondern strukturiert und langfristig im Klinikalltag verankern“, sagt Bernd Siegmund, Mitglied der Geschäftsführung der KERN GmbH. „Unser Anspruch dabei ist, durch Automatisierung Prozesse planbarer, stabiler und effizienter machen.“

Ein gemeinsames Operational Board identifiziert neue Anwendungsfälle und erarbeitet Wirtschaftlichkeits- und Skalierungskonzepte. Ein Steering Committee bewertet strategische
Relevanz, regulatorische Machbarkeit und nachhaltige Implementierung.

Gemeinsam streben beide Partner an, belastbare Evaluierungen und Wirtschaftlichkeitsanalysen durchzuführen, um den Mehrwert robotischer Lösungen nachvollziehbar darzustellen.

Die Partner sprechen von einem ganzheitlichen Plattformansatz, der von der Laborautomation und Probenlogistik über Intralogistik und Medikamententransporte bis hin zu pflegeunterstützenden Prozessen sowie OP-nahen und klinischen Serviceabläufen reicht. Auch Service- und Informationsrobotik gehören dazu.

Robotik soll entlasten und unterstützen, nicht ersetzen

Wassim Saeidi, CEO der United Robotics Group, mit dem Humanoiden Roboter 'uMe'. © Pelemedia

Auch auf Seiten der United Robotics Group wird der Einsatz von Robotik an Bedingungen geknüpft. „Robotik darf kein Selbstzweck sein, sondern muss Prozesse verbessern und gleichzeitig Raum für menschliche Fürsorge, Präzision und Verantwortung schaffen“, sagt CEO Wassim Saeidi.

Kerstin Wagner, Co-CEO, formuliert es noch konkreter: „Gerade im Gesundheitswesen geht es darum, Fachkräfte von repetitiven und körperlich belastenden Tätigkeiten zu entlasten, damit sie sich auf wertschöpfendere Aufgaben konzentrieren können.“

Zwischen diesen Aussagen liegt ein Spannungsfeld, das die Diskussion über Technologie im Gesundheitswesen seit Jahren prägt. Es geht um Effizienz und um Menschlichkeit. Um Entlastung und um die Sorge vor Verdrängung. Die Partnerschaft von URG und KERN positioniert sich in diesem Feld eindeutig: Technologie soll unterstützen, nicht ersetzen.

Der Kontext ist bekannt und drängend zugleich. Der demografische Wandel, der zunehmende Fachkräftemangel, steigende Anforderungen an Qualität, Effizienz und Resilienz setzen Krankenhäuser unter Druck. In dieser Lage erscheint Robotik als naheliegende Antwort. Doch ob sie tatsächlich zu einer nachhaltigen Veränderung beiträgt, wird sich im Alltag entscheiden: Dort, wo ein Roboter nachts durch ein Labor fährt und eine Aufgabe übernimmt, die zuvor ein Mensch erledigen musste. Dort, wo Prozesse ein Stück verlässlicher werden. Und vielleicht auch dort, wo die gewonnene Zeit tatsächlich beim Menschen ankommt.

Quelle: United Robotics Group

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