Messevorschau Labvolution

Das Labor verändert sich – die Labvolution zeigt wie

Wie sieht das Labor in zehn Jahren aus? Wie arbeitet man dort an immer komplexeren wissenschaftlichen Fragestellungen, mit mehr Mitarbeitern als heute, die noch dazu hochqualifiziert und anspruchsvoll sind und immer öfter von weit her rekrutiert werden müssen?

Messevorschau LABVOLUTION

Antworten hierzu will die neue Messe Labvolution vom 6. bis 8. Oktober 2015 in Hannover bieten. Diese Messe ist neu. Was anderswo Begleitmusik ist, rückt sie ins Zentrum: Das Labor der Zukunft, dargestellt in einer Sonderschau namens smartLAB. Wissenschaftler und Unternehmensvertreter aus ganz Deutschland haben sich in einer Arbeitsgruppe zusammengetan, um ein intelligentes Musterlabor zu entwickeln. Zur Labvolution wird es nun zum ersten Mal aufgebaut und zeigt in verschiedenen Szenarien, wie sich das Laborleben in Zeiten von Digitalisierung und Industrie 4.0 verändern wird.

Im smartLAB finden Aussteller wie Besucher erste Einblicke und praxisorientierte Antworten darauf, wie sich das Labor und die dortigen Arbeitsprozesse in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren verändern werden. smartLAB ist ein Konzeptlabor. Im Mittelpunkt stehen die Menschen, die im Labor arbeiten, ihre Fragestellungen und ihre Anwendungen.

„Bisher mussten wir in den Experimenten meist die Biologie oder Chemie der verfügbaren Technik anpassen. Jetzt sind wir in der Lage, die Technik an unsere Fragestellung zu adaptieren“, beschreibt Sascha Beutel vom Institut für Technische Chemie (TCI) der Leibniz-Universität Hannover und Sprecher der Arbeitsgruppe Labvolution – smartLAB den Ansatz.

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Das TCI hat das smartLAB in Zusammenarbeit mit der Deutschen Messe AG sowie einem Industriekonsortium aus der Laborindustrie und Labornutzern entwickelt. Im smartLAB können Besucher hautnah erleben, wie, wo, in welchem Maße und welchen heutigen Grenzen sich Laborarbeiten verändern. Ausgangspunkt sind weit verbreitete Anwendungen in biologischen, chemischen oder physikalisch-technischen Laboren, wie die Medienpräparation, photometrische Analytik, Polymerase-Kettenreaktion (PCR) oder etwa das Datenmanagement.

Belastbare Prognosen zum technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel in der kommenden Dekade geben den Rahmen für das Labor der Zukunft. Dazu gehören insbesondere die fortschreitende Digitalisierung physikalischer Informationen, die Konvergenz heterogener Technologien, die Reorganisation der Dienstleistung in Projekten, partizipative Beteiligungsformen der Mitarbeiter, die Flexibilisierung der Arbeitszeiten, eine neue Mobilität zwischen dem Arbeitsplatz im eigenen Labor, die wachsende Internationalisierung der Arbeitskräfte, eine personalisierte Produktion, ebenso wie die intensivere Europäisierung (mitunter Globalisierung) des Wettbewerbs in der Laborbranche. Denn das Ökosystem des Labors ändert sich gerade.

Neue Geschäftsmodelle – neue Arbeitsformen

Die Laborindustrie steht heute vor einer ihrer größten Herausforderungen. Sie muss neue Geschäftsmodelle für Veränderungen im Kundenverhalten und eine deutliche Verschiebung der Marktgewichte finden. Das ist gerade in labortechnikintensiven Branchen wie der Chemie und Biotechnologie zu spüren. Immer häufiger und nachdrücklicher fordern Käufer individuelle Änderungen an Produkten und Dienstleistungen ein. Dafür sind sie auch bereit, mehr zu zahlen. Die Nutzer geben das Dienstleistungstempo vor. Schon greifen die Ersten zur Selbsthilfe, wenn nicht angeboten wird, was sie zum Arbeiten brauchen. Dabei sind es beileibe nicht mehr wie früher ein paar Exoten im Universitäts-labor oder allein die Großkunden.

Die miniaturisierte, modulare und mobile Labortechnik stärkt die Marktmacht der Nachfrager in kleinen und mittleren Unternehmen. Geräte mit Open-Source-Software erleichtern den Anbieterwechsel. International verbindliche Industrienormen wie Process Analytical Technologies (PAT) für die Pharmaproduktion oder die EN ISO 15189 für medizinisch-diagnostische Anwendungen standardisieren Leistungen, von denen man bisher dachte, sie seien dafür viel zu variabel.

Dadurch ist heute der Leistungsvergleich zwischen Anbietern leichter. Und das trifft sich mit einer neuen Generation von gut ausgebildeten und technikaffinen Laboranten, Biologen, Medizinern, Chemikern und Verfahrensingenieuren, die noch in der Ausbildung sind oder gerade in den Beruf einsteigen. Diese Gruppen bringen viele neue Ideen mit. Sie sind experimentierfreudig und entwickeln mit oft erstaunlich geringem Kostenaufwand leistungsfähige Geräte, vielseitige Reagenzien-Kits, mobile medizinisch-diagnostische Tests oder pfiffige Dienstleistungen.

Weltweit operierende Logistik-Dienstleister haben dafür gesorgt, dass die Waren-distribution schneller, zuverlässiger und preisgünstiger geworden ist. Das unterstützt den Trend zur Delokalisierung. Hatte man früher noch fest geglaubt, anspruchsvolle Laborarbeit könnte nur in hochindustrialisierten Ländern und nahe beim Kunden stattfinden, globalisieren sich Stück für Stück die Angebote.

Kliniker in Europa erhalten heute Next-Generation-Sequencing-Resultate aus China oder Südafrika. Enzyme, fermentative Bakterien und Bioprozessentwicklungen zur Konversion von Biomasse kommen aus Brasilien oder Russland. Hamsterzellen für die Pharmaproduktion kann man in Südkorea oder Indien entwickeln lassen. Ausgefeilte Laborgeräte made in Malaysia oder Singapur sind nicht mehr die Ausnahme; das Ganze oft in derselben Qualität wie zu Hause.

Veränderungen kommen schleichend

Was hat sich in den vergangenen 20 Jahren im Labor geändert? Auf diese Frage antworten viele: eigentlich wenig. Die grundlegenden analytischen Methoden und Arbeitsvorgänge sind überwiegend dieselben geblieben. Was sich geändert hat, sind Geräte, die mit diesen Methoden arbeiten und mehr können als früher. Die Arbeitsumgebungen sind freundlicher geworden. Die Meisten in der Laborbranche winken jedoch noch ab, wenn die Rede auf das „Labor 4.0“ kommt. Im Unterschied zu Informationstechnologie und Telekommunikationssektor sind Veränderungen im Laborbereich eher schleichend. Die Zukunft im Labor hat so gesehen längst begonnen. Mit die besten Hinweise darauf, welche Umwälzungen das Labor in der nächsten Dekade erwartet, zeigen Beispiele wie etwa die Concept Kitchen 2025 auf der Expo Milano, das OECD Foresight Meeting zum Internet der Dinge in Paris oder Industrie 4.0 auf der Hannover Messe.

Zur Arbeitsgruppe smartLAB gehören neben der Universität Hannover mit dem Institut für Technische Chemie und dem Laser Zentrum Hannover das Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung sowie die Unternehmen Eppendorf, iTiZZiMO, Köttermann, Labfolder, Merck, PreSens Precision Sensing, Sartorius, Stäubli Tec-Systems Robotics sowie die Deutsche Messe AG. 

LABVOLUTION und BIOTECHNICA 2015

Vom 6. bis zum 8. Oktober 2015 veranstaltet die Deutsche Messe AG erstmals die beiden Messen zur gleichen Zeit auf dem Messegelände in Hannover. Die LABVOLUTION feiert 2015 ihre Premiere. Sie zeigt die ganze Welt der Labortechnik für Forschungs-, Analyse-, Produktions- und Ausbildungslabore. Zielbranchen der neuen Messe sind Chemie, Pharma, Umwelttechnik, Qualitätskontrolle und Ernährung. Das Produktportfolio umfasst Labortechnik und Laborinfrastruktur, Laborautomation, Robotik, Informatik, Analytik, Anwendungen und Verfahren, Chemikalien, Reagenzien, Bedarfs- und Verbraucherartikel sowie fachbezogene Dienstleistungen.

Die Biotechnica ist als Europas Branchentreff Nummer eins für Biotechnologie und Life Sciences etabliert. Sie bildet die gesamte Wertschöpfungskette der Biotechnologie ab – von der Grundlagenforschung bis hin zum fertigen Produkt. Für beide Messen gilt ein gemeinsamer Eintrittspreis.

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