zuruck zur Themenseite

Artikel und Hintergründe zum Thema

CO2-aus Abgasen recyclen

Melanie Steinbeck,

Neue Methode zur Wiederverwertung von CO2 bei niedrigen Konzentrationen

Um den Klimaschutz voranzutreiben, wird daran gearbeitet, CO2 aus Verbrennungsprozessen für die Herstellung von Wertstoffen zurückzugewinnen. Die Herausforderung besteht darin, dass Abgase neben CO2 auch andere Gase enthalten. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Schuhmann vom Zentrum für Elektrochemie der Ruhr-Universität Bochum hat demonstriert, wie CO2 selbst in niedrigen Konzentrationen elektrochemisch reduziert und somit wiederverwertet werden kann.

Adib Mahbub aus dem Team des Zentrums für Elektrochemie ist Erstautor des Papers. © RUB, Marquard

Im Gegensatz zu den häufig höheren CO2-Konzentrationen in Laboren ist CO2 in Abgasen oder der Atmosphäre nur ein geringer Bestandteil des Gasgemischs. Katalyseprozesse müssen daher auch bei niedrigen CO2-Konzentrationen effektiv arbeiten, um das Gas unter realistischen Bedingungen zu entnehmen und als Wertstoff wiederverwenden zu können.

Konkurrenzreaktionen verhindern

„Unser Problem sind die Konkurrenzreaktionen, die in einem Katalysator ablaufen“, erklärt Wolfgang Schuhmann. „Je weniger CO2-Moleküle umzusetzen sind, desto wahrscheinlicher wird es, dass statt dem gewünschten Produkt bei der Katalyse Wasserstoff entsteht.“ Passt man den Elektrolyten an und wählt eine alkalischere Lösung, um das zu verhindern, hat man ein anderes Problem: CO2 wird zu Carbonat umgewandelt und steht für gewünschte Reaktionen nicht mehr zur Verfügung.

Anzeige

Bis zu einem Gehalt an CO2 von 10 bis 20 Prozent wurden schon erfolgreiche Katalyseprozesse für die CO2-Reduktion beschrieben. Was aber, wenn der Gehalt noch geringer ist? „Wir konnten durch die Nutzung eines superaktiven Katalysators auf Nickel-Kupfer-Basis bis fünf Prozent CO2-Gehalt eine erfolgreiche Katalyse betreiben“, sagt Adib Mahbub, der Erstautor der Publikation. Darunter mussten die Forschenden in die Trickkiste greifen: Durch eine Anpassung der elektrischen Potenziale und des Elektrolyten ließ sich dann sogar aus einem Gasgemisch mit nur zwei Prozent CO2 eine Reduktion durchführen. „Das bedeutet zwar einen Energieverlust, macht uns aber durch geschickte Prozessführung erstmals Quellen zugänglich, die wir bisher nicht für die CO2-Reduktion nutzen konnten“, so Wolfgang Schuhmann. „Folgende Generationen werden auf solche Konzepte aufbauen müssen, wenn sie CO2 aus der Atmosphäre entnehmen wollen, in der der CO2-Gehalt noch geringer ist.“

Originalpublikation:
Muhammad Adib Abdillah Mahbub, Debanjan Das, Xin Wang, Guilong Lu, Martin Muhler, Wolfgang Schuhmann: Towards the use of low-concentration CO2 sources by direct selective electrocatalytic reduction, in: Angewandte Chemie, 2024, DOI: 10.1002/anie.202419775, DOI/10.1002/anie.202419775

Quelle: Ruhr-Universität Bochum

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren