Das Porträt

Das Porträt

10 Fragen an Dr. Hans-Jürgen Knabe, Deutsche Metrohm GmbH & Co. KG



Was reizt Sie (besonders) an Ihrer jetzigen Tätigkeit?

Es ist mir jeden Tag immer wieder eine Freude, zusammen mit einem Team von überdurchschnittlich engagierten und qualifizierten Mitarbeitern Lösungen für kundenspezifische Anforderungen zu erarbeiten. Dies betrifft sowohl die optimale Umsetzung von analytischen und gerätespezifischen Aufgabenstellungen als auch die Entwicklung von exakt auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittenen Dienstleistungsangeboten. Besonders reizvoll ist die Möglichkeit, gemeinsam mit unserem Schweizer Stammhaus strategische Entscheidungen zu treffen und deren Ergebnisse zu verfolgen.


Der Markt honoriert oder bestraft strategische Entscheidungen, die im Vertrieb und im Marketing getroffen werden. Der Erfolg der vergangenen Jahre zeigt, dass die strategische Grundausrichtung unter meiner Führung von unseren Kunden angenommen und von unseren Mitarbeitern konsequent umgesetzt wurde.


Welche Ziele haben Sie sich bzw. für Ihr Unternehmen in nächster Zeit und für die weitere Zukunft gesetzt?
Sie können davon ausgehen, dass wir alles daran setzen werden, unsere marktführende Position in der Ionenanalytik zu erhalten und weiter auszubauen. Dies durch innovative Produkte, attraktive Software, zeitgemäße Dienstleistungen und ein überdurchschnittlich engagiertes Team, das nicht nur von zufriedenen, sondern begeisterten Kunden umgeben sein will. Wirtschaftlichkeit, Sicherheit, Zuverlässigkeit und Komfort werden durch die intelligenten Module in den neuen Systemen optimal unterstützt. Die „iTrode” und „iColumn” sind die neuesten Entwicklungen, die zeigen, wie wichtig auch das Zubehör in diesem Zusammenhang für die Analytik ist. Ich kann mich an kein Jahr erinnern, in dem nicht ein neues, innovatives Produkt von Metrohm auf den Markt gekommen ist. Davon sollen auch in den nächsten Jahren unsere mit Recht anspruchsvollen Kunden profitieren.

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Spätestens auf der nächsten analytica vom 1. bis 4. April 2008 in München werden wir wieder eine Vielzahl neuer und aktualisierter Geräte und Softwarelösungen in der Ionenanalytik vorstellen. Ansonsten gilt: „Schuster bleib bei Deinen Leisten.“ Was nichts anderes heißt, als dass wir uns weiterhin auf das konzentrieren werden, von dem wir etwas verstehen – die Ionenanalytik.


Wo liegen die besonderen Herausforderungen für Sie?
Für unseren Erfolg ist entscheidend, dass wir stets die Nähe zu unseren Kunden bewahren, rechtzeitig die für uns neuen Märkte und Nischen erkennen und optimale applikative Lösungen anbieten.

So wie in den vergangenen Jahren zum Beispiel der Biodiesel-Markt geboomt hat, wird es auch in den kommenden Jahren Branchen geben, die ein starkes Wachstum aufweisen. Wenn wir in der Lage sind, die besten analytischen Problemlösungen mit den entsprechenden Dienstleistungen anzubieten, wird sich das auch automatisch in unserem Erfolg niederschlagen.

Zusätzlich gilt es natürlich, kontinuierlich unsere vielen Stammkunden zu begeistern und weiter an uns zu binden. Diesbezüglich werden wir weiter am Ausbau unserer Dienstleistungen arbeiten und z.B. noch mehr Seminare und Schulungen zur Weiterbildung unserer Kunden anbieten.


Was halten Sie für Ihre größten Stärken und Schwächen?
Unsere Stärke ist, dass wir unseren Kunden über ein sehr dichtes Netz von spezialisierten Außendienstmitarbeitern in allen Phasen der Zusammenarbeit von der Beratung über die Inbetriebsetzung, in der Mitarbeiterqualifizierung und im Routinebetrieb eine optimale Unterstützung anbieten. Dies erfordert eine hohe Qualität aller Mitarbeiter, die mit unseren Kunden zusammenarbeiten. Wir haben eine äußerst geringe Fluktuation und damit viele langjährige, motivierte und qualifizierte Mitarbeiter. Verbunden mit der permanenten Entwicklung modernster Geräte, Software und Dienstleistungen ist es uns gelungen, unsere Position als Marktführer weiter auszubauen. Flexibilität, maßgeschneiderte hoch automatisierte Systeme mit zeitgemäßen Softwarelösungen und die unbedingte Kundenorientierung gehören sicherlich zu unseren Stärken.

Da wir unser Qualitätsmanagement nicht nur dokumentiert haben, sondern täglich „leben“, werden Schwächen bei uns schnell und systematisch erkannt, analysiert und möglichst kurzfristig abgestellt. Hier sind wir insbesondere für jeden Hinweis unserer Kunden dankbar. Daher überlassen wir es auch gern unseren Kunden, uns auf Stärken und Schwächen „abzuklopfen“ und zu beurteilen.


Wie beurteilen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Deutschland?
Nach wie vor gut bis sehr gut und dies nicht erst seit dem erfreulichen Konjunkturverlauf der letzten zwei bis drei Jahre. Der Standort Deutschland wurde lange Zeit schlechter geredet und geschrieben, als er wirklich war. Ich habe in den schwierigen Jahren immer scherzhaft, aber mit ernsthaftem Hintergrund, gesagt: „Wir von Metrohm machen unsere Konjunktur selbst.”

Wir sind in den vergangenen Jahren erst trotz und dann wegen der Konjunktur kontinuierlich in allen Geschäftsfeldern gewachsen. Da Wirtschaft ja sehr viel mit Psychologie zu tun hat, würde ich mir wünschen, dass in den Medien die ohne Zweifel vorhandenen wirtschaftlichen Erfolge, speziell des deutschen Mittelstandes, mehr Beachtung finden würden.

Wir müssen innovativer, schneller und flexibler sein, wenn wir weiterhin zu den führenden Industrienationen gehören wollen, denn speziell Asien holt im globalen Wettbewerb mächtig auf.

In Deutschland muss mehr für die Ausbildung junger Menschen getan werden, damit wir auch in Zukunft mit qualifizierten Ingenieuren Vorreiter in der Entwicklung modernster Produkte sein werden.


Wie wird sich die Wirtschaft in Deutschland entwickeln?
Als Exportland Nr. 1 kann Deutschland wie kein zweites Land vom weltweiten Wachstum profitieren. Qualitativ hochwertige und innovative Produkte sind schon jetzt in Schwellenländern wie z.B. den BRIC-Staaten sehr gefragt. Davon profitiert auch Metrohm mit der Produktion in der Schweiz.

Ich jedenfalls glaube fest an die Zukunft Deutschlands. Aber ich war schon immer Optimist. Die chemische Industrie als anerkannter konjunktureller Frühindikator und für uns wichtigster Kundenbereich prognostiziert für 2008/2009 ein solides Umsatzwachstum und eine hohe Investitionsbereitschaft.


Was sind die größten Risiken/Risikofaktoren?
Seit dem 11. September 2001 wissen wir, dass ein einziges Ereignis Auswirkung auf die gesamte Weltwirtschaft haben kann.

Wenn die derzeitigen Rahmenbedingungen erhalten bleiben und wir in Deutschland bei vernünftigen Lohnabschlüssen bleiben, bin ich auch für die Zukunft optimistisch gestimmt, wenn auch der Konjunkturverlauf sich sicherlich in den kommenden Jahren abschwächen wird.

Unter dem Aspekt Psychologie wäre es jedoch auch dringend notwendig, dass insbesondere große Unternehmen und ihre Manager wieder mehr ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden. Mit motivierten und zufriedenen Mitarbeitern stellen sich Erfolge viel schneller und nachhaltiger ein.

Außerdem würde ich mir mehr Berechenbarkeit und Kontinuität bei den politischen Rahmenbedingungen wünschen. Wie soll ein Unternehmen sonst langfristig strategisch planen?


Aus welchen Technologiebereichen kommen die größten Wachstumsimpulse für die Wirtschaft?
Die gesamte Chemiebranche hatte im vergangenen Jahr gewaltige Zuwächse und auch die pharmazeutische Industrie hat weiterhin Impulse gesetzt. Das sollte sich fortsetzen. Nicht zu vergessen aber auch die Branchen Biotechnologie, Live Science, Nanotechnologie, Umwelttechnologie und Energiewirtschaft.

Wo liegen die Märkte der Zukunft?
Alternative Energieformen wie Biokraftstoffe und Biogasanlagen sowie auch der Bereich der Solarenergie sind für uns sehr interessante Märkte. Neben diesen Branchen wird aber für uns entscheidend sein, wie sich die chemische und pharmazeutische Industrie weiter entwickelt. Zusätzlich ist für uns auch der Bereich der Umweltanalytik sehr wichtig. Sehr gern würden wir auch unseren Beitrag für eine verbesserte Ausstattung unserer Hoch- und Fachschulen sowie Forschungseinrichtungen leisten. Hier ist die öffentliche Hand gefordert, den Versprechungen endlich auch mehr Taten bei der finanziellen Ausstattung folgen zu lassen.

Gibt es sonst noch etwas, was Sie unseren Lesern mitteilen möchten?
Ich fordere alle Kunden und die, die es werden wollen, auf, uns Ihre Wünsche und analytischen Problemstellungen mitzuteilen. Wir werden Ihnen dann nicht nur Produkte anbieten, sondern vor allem applikative Lösungen schaffen und Sie ständig mit Schulungen, Service und Know-how unterstützen. Fordern Sie uns Höchstleistungen ab!

Und schließlich lade ich hiermit alle Leser ein, unseren Messestand auf der analytica (Halle A1, Stand 105/204) vom 01. bis 04. April in München zu besuchen. Wir stellen in allen Bereichen unseres Produktportfolios interessante Neuigkeiten vor und freuen uns schon jetzt auf Ihren Besuch.

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