Editorial

Nachhaltige Imprägnierungsmittel

Vermutlich hat jeder von uns eine Regenjacke im Schrank oder in der Garderobe hängen sowie einen Regenschirm griffbereit. Aber imprägnierte Textilien, die Wasser und eventuell auch Schmutz abweisen, kommen nicht nur in Outdoor-Produkten zum Einsatz. Beispielsweise findet man sie auch in den Innenräumen von Automobilen.

Dr. Hans-Jürgen Hundrieser, Chefredakteur

Ihre Hydrophobierung erfolgt oft noch mittels per- und polyfluorierten organischen Verbindungen, die schon lange sehr umstritten sind. Denn diese leider sehr langlebigen, also schwer in der Natur abbaubaren Substanzen geraten unter anderem durchs Waschen über die Kläranlagen in die Umwelt und können sich so über die Nahrung und das Trinkwasser in Mensch und Tier anreichern und uns schädigen. Auch ihre Produktion ist nicht gerade umweltfreundlich, da dabei sehr viel Wasser verbraucht wird und die anfallenden Abwässer aufwändig gereinigt werden müssen.

Insofern ist es zu begrüßen, dass Forscher nach gesundheitlich unbedenklichen und biologisch schnell abbaubaren Alternativen suchen wie beispielsweise an den Hohenstein Instituten in Bönnigheim und am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart. Sie setzen ihre Hoffnung auf wasserabweisende Proteine, sogenannten Hydrophobine. Diese kommen in den Zellwänden von Pilzen als „Schutzschilde“ vor. Ziel des interdisziplinären Forschungsvorhabens ist es, diese Pilzproteine biotechnologisch herstellen und anschließend auf Textilien aufbringen zu können. Um letzteres zu bewerkstelligen, werden die hydrophoben Proteine mit einem „Anker“ versehen, mit dem sie sich selektiv und stabil an die Textilfasern haften.

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Bis zur kommerziellen Reife wird vermutlich aber noch die eine oder andere Pilzsaison verstreichen…

Dr. Hans-Jürgen Hundrieser, Chefredakteur
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