Interview

Klaus Berka

Seit fast 25 Jahren ist Klaus Berka Vorstandsvorsitzender der Analytik Jena AG. Der diplomierte Ingenieur für chemische Verfahrenstechnik und frühere Zeissianer gründete den heute weltweit agierenden Konzern für Analysenmesstechnik mit zwei Partnern kurz nach der Wende.

Klaus Berka Vorstandsvorsitzender der Analytik Jena AG

LABO:
Herr Berka, die Analytik Jena AG hat die Übernahme des ICP-MS-Geschäfts von Bruker bekanntgegeben. Was hat Sie dazu bewogen?

Berka:
Für die Analytik Jena AG hat diese Transaktion eine große strategische Bedeutung. Mit der Übernahme des ICP-MS-Business und damit auch der Produkte und Technologien komplettieren wir unser Portfolio im Segment der Atomspektroskopie und werden damit künftig zu den vier Anbietern gehören, die alle drei Techniken der Elementspurenanalyse – AAS, ICP-OES & ICP-MS – anbieten. Wir sind nun in der Lage, unseren Kunden das komplette Portfolio der Elementspuren- analyse anzubieten, und rücken damit näher an unsere drei großen Top-Wettbewerber heran.

LABO:
Bleiben die bisherigen Standorte und Vertriebswege/-einheiten so bestehen?

Berka:
Das gesamte ICP-MS-Geschäft wird in unseren Geschäftsbereich Analytical Instrumentation integriert. Die im ICP-MS-Business involvierten Mitarbeiter sind an verschiedenen Standorten weltweit tätig. Da die Analytik Jena AG international ebenfalls über ein weitreichendes Netz an Standorten verfügt, wird es für die meisten Mitarbeiter keine großen geographischen Veränderungen geben.

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Der Hauptsitz unseres Unternehmens und damit der Fokus unserer konzernweiten R&D-Aktivitäten ist Jena. Dies wird künftig auch das ICP-MS-Business und einige Schlüsselmitarbeiter betreffen. Wir arbeiten derzeit weltweit am Aufbau einer Gruppe von Spezialisten inklusive einer R&D-Abteilung, die zukünftig in Jena arbeiten wird. Die ICP-MS-Technologie wird eine eigenständige Produktgruppe innerhalb der Optischen Spektroskopie mit entsprechenden Produktmanagern, Produktspezialisten, Applikation und Service.

LABO:
Welche Konsequenzen hat die Übernahme für die Kunden?

Berka:
Wo immer es möglich ist, werden die ICP-MS-Gerätenutzer künftig durch die Analytik Jena betreut. Darüber hinaus verfolgen wir mit der Akquisition den strategischen Ansatz einer Ergänzung bzw. Komplettierung des Portfolios für mehr Flexibilität beim Vertrieb, für den Kunden und den eigenen Marktauftritt. Wir wollen dem Kunden für seine Anforderungen und Bedürfnisse die richtige Technologie anbieten.

LABO:
Warum setzen mehr und mehr Kunden auf ICP-MS?

Berka:
Das Interesse in den verschiedenen Branchen wächst stetig, insbesondere in der Geochemie, der Materialwissenschaft, der Halbleiteranalyse, bei Lebensmitteltests, der pharma-klinischen Analyse, der Forensik sowie bei Umweltstudien. Die ICP-MS-Technologie kann aufgrund ihrer sehr hohen Empfindlichkeit der Nachfrage nach unterschiedlichen Probentypen nachkommen.

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