13. Brennstoffzellenforum Hessen

Von der Innovation zur erfolgreichen Markteinführung

Am 14.Oktober 2014 trafen sich rund 120 Teilnehmer in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main zur jährlich wichtigsten Veranstaltung der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen, dem Brennstoffzellenforum.

Das 13. Brennstoffzellenforum Hessen fand unter dem Motto „Von der Innovation zur erfolgreichen Markteinführung“ statt.

In diesem Jahr lautete das Motto: "Von der Innovation zur erfolgreichen Markteinführung", und damit traf es genau den Punkt, an dem die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie heute steht: Wenn sie zu den drängenden energiepolitischen Fragen von heute etwas beitragen will, muss sie sich am Markt erfolgreich durchsetzen. Dann kann sie substantielle Lösungen zur Zukunft unserer Mobilität wie zu Problemen der Energiewende bereitstellen, sei es zu Aspekten der Energieeffizienz oder zu Fragen der Speicherung regenerativer Energie.

Das Ziel ist letzten Endes eine nachhaltige Energie- und Wirtschaftpolitik und die braucht vor allem Innovationen, denn die weltweiten Herausforderungen werden größer und die internationale Konkurrenz ist groß. Keine Innovation wird jedoch ihre Wirkung entfalten können, wenn sie sich nicht am Markt behauptet. Dazu braucht es gelegentlich einer tatkräftigen Unterstützung, und das Land Hessen, das wurde auf dem 13. Brennstoffzellenforum sehr deutlich, ist hier mit dem Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, der Hessen-Agentur und der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen außerordentlich aktiv.

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Es ging auf dem 13. Brennstoffzellenforum um Innovationen, die teils bereits auf dem Markt erfolgreich sind, teils unmittelbar davor stehen. So hat zum Beispiel Dr. Zeeshan Mahmood die Membran-Elektroden-Einheiten (MEA) von Merck vorgestellt, die sehr wenig Platin benötigen, und dadurch der Massenproduktion von Brennstoffzellen, vor allem im Automobilbereich, einen kräftigen Schub geben können. Sera ComPress hat seine Kompressoren präsentiert, die den Wasserstoff insbesondere für Tankstellen auf die benötigten 350 bzw. 700 bar komprimieren können. Und ITM, deren Elektrolyseure heute schon weltweit in vielen Projekten laufen, stellte eines der spannendsten und aktuellsten vor, die Power-to-Gas-Anlage in Frankfurt.

Seine Aktivitäten präsentierte auch Air Liquide, die Wasserstoff schon lange für industrielle Anwendungen zur Verfügung stellen, und sich gerade jetzt im Bereich der Wasserstofftankstellen, aber auch der Erzeugung von "grünem" Wasserstoff aus Biomasse, engagieren. Eine Infrastruktur, die dringend benötigt wird, wenn die Brennstoffzellenfahrzeuge von Hyundai und Honda, die sich ebenfalls auf dem Forum präsentierten, ihre Käufer finden sollen. Und nicht nur auf den Straßen werden sich diese Fahrzeuge durchsetzen müssen, auch in Lagerhallen und auf Betriebsgeländen: Immer mehr Unternehmen, gerade hier in Hessen, haben positive Erfahrungen mit Brennstoffzellen-Gabelstaplern gemacht, wie Viessmann und Still berichteten.

Solche Förderprojekte sind gerade bei der Markteinführung neuester Technologie extrem hilfreich. Zur Marktvorbereitung von Kraft-Wärme-Kopplung mit Brennstoffzellen im Hausenergiebereich gibt es seit Juni eine Förderung vom Land Hessen, da jetzt - endlich - auch die entsprechenden Heizgeräte auf dem deutschen Markt kommerziell erhältlich sind.

Es gibt, das wurde auf dem Forum sehr deutlich, bereits viele Innovationen und Marktaktivitäten in Hessen und darüber hinaus in Deutschland. Aber nichts ist gefährlicher, als sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen. Und schon in ihrer Eingangsrede wies die Vorsitzende der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen, Frau Prof. Dr. Scheppat, darauf hin, dass Deutschland Gefahr laufe, seine Vorreiterrolle auf diesem Gebiet in der Welt zu verlieren. Deshalb war es gut und richtig, dass im Länderforum auch ein Blick über die Grenzen von Hessen und Deutschland hinaus geworfen wurde.

Es war beeindruckend zu sehen, wie kraftvoll die USA die Förderung dieser Technologie angehen, wie immer mehr Bundesstaaten sowohl im Mobilitätsbereich als auch bei stationären Brennstoffzellen sich ehrgeizige Ziele setzen. Auch Japan macht sehr große Anstrengungen vor allem im Hausenergiebereich, um die Brennstoffzelle als effizienten Energiewandler für Kraft (Strom) und Wärme zu fördern. Anstrengungen, ohne die es vermutlich auch in Deutschland nur sehr wenige Brennstoffzellengeräte auf dem Markt gäbe. Eindrucksvoll war auch die Perspektive Dänemarks, für die die Wandlung überschüssiger Windenergie in Wasserstoff Teil einer Strategie zu einer CO2-freien Energiewirtschaft darstellt.

Eines wurde deutlich auf dem diesjährigen Brennstoffzellenforum: Nur ein klarer Plan mit ehrgeizigen Zielen kann letzten Endes zum technologischen und ökonomischen Erfolg führen. Aber es reicht nicht aus, eine Strategie in der Schublade zu haben und sie zu verkünden - man muss auch alles dafür tun, dass sie in diesem Sinne umgesetzt werden kann. In Hessen engagieren sich daher nicht nur das Wirtschaftsministerium und die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative, sondern auch die hier ansässigen und tätigen Unternehmen und die Menschen, die dort arbeiten, dafür, dass sich Wasserstoff und Brennstoffzellen als effiziente, umweltschonende und nachhaltige Lösung für die energiepolitischen Fragen des 21. Jahrhunderts etablieren. Es liegt an uns allen, diesen Weg weiter zu beschreiten.

Autor: Ulrich Walter (www.ulrich-walter.de)

Weitere Informationen: www.H2BZ-Hessen.de

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