Förderung für nachhaltigere Forschungslabore
Drei Projekte der Uni Konstanz
Projekt 1: Abfallreduktion in Laboren
In naturwissenschaftlichen Laboren werden häufig Chemikalien und Einwegmaterialien eingesetzt. Da diese Verbrauchsmaterialien je nach Labor und Forschungsausrichtung stark variieren, existieren kaum allgemeingültige Regeln zur Abfallreduktion, die sich auf alle Labore gleichermaßen anwenden lassen. Ziel dieses Projekts ist es, an der Universität Konstanz den aus Verbrauchsmitteln und Chemikalien bestehenden Laborabfall zu reduzieren und den Recyclinganteil zu erhöhen. In Pilotlaboren verschiedener Fachbereiche und Arbeitsgruppen wird analysiert, welche Abfälle anfallen und wie sie sich nach dem 5R-Prinzip (Rethink, Reduce, Reuse, Recycle, Refuse) systematisch reduzieren lassen. Ein wichtiger Aspekt wird sein, unvermeidbare Abfälle künftig ins Recycling statt in die Verbrennung zu überführen. Zusätzlich werden im Rahmen des Projekts der Wasserverbrauch der Labore erfasst und eine Tauschbörse für Chemikalien eingerichtet.
Langfristig sollen die so gewonnenen Erkenntnisse in ein projektübergreifendes "Sustainable-Lab-Tool" einfließen, das – angepasst an den jeweiligen Forschungskontext – konkrete Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Laborführung bietet.
Projekt 2: Energiesparen in Laboren
Auch beim Energiesparen in den Forschungslaboren besteht großes Potenzial – beispielsweise durch die Feinjustierung von Belüftungsanlagen und Laborkühlschränken. Ziel des zweiten geförderten Projekts ist es daher, den Energieverbrauch und damit den CO2-Ausstoß in den naturwissenschaftlichen Laboren der Universität Konstanz durch geeignete Maßnahmen weiter zu senken. Diese sollen dann ebenfalls in das geplante Sustainable-Lab-Tool integriert werden.
Das in diesem Fall bereits erprobte Maßnahmenportfolio beruht auf vergangenen Einsparungserfolgen, die in einem Gebäude der Universität realisiert werden konnten, das vor allem Arbeitsgruppen aus der Biologie beherbergt. Die Maßnahmen werden nun auf weitere Labore anderer Fachbereiche (Physik und Chemie) übertragen und weiterentwickelt, um sie langfristig in allen naturwissenschaftlichen Laboren der Universität Konstanz zu implementieren und eine Übertragung auf weitere Einrichtungen zu ermöglichen.
Projekt 3: Anreize zu nachhaltigem Verhalten
Um ein nachhaltiges Verhalten der Konstanzer Forschenden zu fördern, setzt man bei der Universität Konstanz bereits auf Anreizsysteme: So werden Arbeitsgruppen finanziell an ihren Stromeinsparungen beteiligt, und bei einer freiwilligen Flugsteuer leisten Forschende Abgaben für durch Flugreisen verursachte CO2-Emissionen, die später unter den beteiligten Arbeitsgruppen zurückverteilt werden. Dabei begünstigt der Verteilschlüssel jene Gruppen, die möglichst auf Flugreisen verzichten.
Im aktuellen Projekt sollen diese Anreizmodelle nun weiterentwickelt werden, um deren Wirksamkeit und Akzeptanz zu erhöhen. Mit Hilfe von Ergebnissen aus Umfragen und Interviews sollen notwendige Grundlagen für die Einführung von weiteren Sparmodellen unter für die Laborwissenschaften realistischen Bedingungen entstehen. Zudem unterstützen sog. "Energielotsen" die Labore bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen. Eine enge Zusammenarbeit mit den beiden anderen Projekten ist vorgesehen.
Projekt 1 wird mit einer Summe von 35 000 Euro, Projekt 2 mit 35 000 Euro und Projekt 3 mit 24 000 Euro gefördert.
Quelle: Universität Konstanz










