110 Millionen Proberöhrchen pro Jahr

Angestrebt: Transformation der Versorgung in der In-vitro-Diagnostik

Siemens Healthineers strebt in der gemeinschaftlichen Initiative „The Enterprise Project“ mit der Hermes Pardini-Gruppe aus dem brasilianischen Minas Gerais eine Transformation der Versorgung in der In-vitro-Diagnostik an.

Das Analysesystem Atellica Solution für klinische Chemie und Immunologie von Siemens Healthineers automatisiert klinische und operative Abläufe. (Bild: Siemens Healthineers)

Siemens Healthineers strebt in der gemeinschaftlichen Initiative „The Enterprise Project“ mit der Hermes Pardini-Gruppe aus dem brasilianischen Minas Gerais eine nach eigenen Angaben "bahnbrechende" Transformation der Versorgung in der In-vitro-Diagnostik an. „The Enterprise Project“ ist laut Siemens das aktuell größte klinische Labor und wird nach Fertigstellung in der Lage sein, 110 Millionen Proberöhrchen pro Jahr abzuarbeiten.

Siemens Healthineers hat in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Inpeco diese vollautomatisierte und multidisziplinäre Lösung konzipiert: Sie wird 100 Analysesysteme umfassen, davon sind mehr als 50 Analysesysteme Atellica Solution (abhängig vom Testspektrum) für klinische Chemie und Immunologie von Siemens Healthineers, dem größten IVD-Lieferanten in diesem Projekt. Diese Lösung automatisiert die klinischen und operativen Abläufe von der Probenannahme über die Analytik selbst bis hin zur Entsorgung der Proben.

Das 3 500 Quadratmeter große Labor befindet sich in Vespasiano, Grande Belo Horizonte in Minas Gerais, Brasilien und wird zukünftig rund um die Uhr in Betrieb sein. Vollständig einsatzbereit wird es voraussichtlich 2019 sein.

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Das System Atellica Solution soll operative Effizienz und hohe Qualität erzielen: eine kürzere Zeit für die Verfügbarkeit klinischer Ergebnisse sowie niedrigere operative Kosten bei gleichzeitig genauen, verlässlichen und präzisen Ergebnissen. Der hohe Durchsatz wird nach Unternehmensangabe durch eine intelligente Probenführung mithilfe der patentierten bi-direktionalen magnetischen Probentransporttechnologie ermöglicht. Die Immunoassay-Analysesysteme ermöglichen nach Angaben von Siemens bis zu 440 Tests pro Stunde (konfigurationsabhängig).

„Die Gesamtlänge der Automation wird nach Fertigstellung 330 Meter betragen. Diese wird die Probenröhrchen vollautomatisch transportieren und an die entsprechenden Analysesysteme verteilen, die die vom medizinischen Fachpersonal angeforderten Tests durchführen“, erläutert Guilherme Collares, zuständiger Leiter der Hermes Pardini-Gruppe. „Anders als bei konventionellen Laborkonzepten, bei denen die Proben manuell zwischen verschiedenen Analysesystemen transportiert werden müssen, wird in unserem ‚Enterprise Lab‘ die auf nur einem Arbeitsablauf basierende One-Touch-Bedienung umgesetzt, die weitere manuelle Eingriffe überflüssig werden lässt, die Verfolgbarkeit der Proben jederzeit garantiert und die Zeit bis zum Ergebnis verringert. Atellica Solution und das größere Produktportfolio geben uns die Flexibilität, ein Labor zu schaffen, das genau unseren Bedürfnissen entspricht.“

„The Enterprise Project“ wird auch den "Atellica Process Manager" nutzen, eine IT-Lösung, die unter anderem eine 3D-Ansicht der Laborkonfiguration liefert: So kann das Bedienpersonal auf Warnmeldungen reagieren, Instrumente und Reagenzien aus der Ferne steuern und den Testfortschritt in Echtzeit sehen. Zudem beinhaltet diese Lösung fortschrittliche Analyse- und Berichtsmöglichkeiten. Siemens Healthineers wird den ersten zentralen Steuer- und Kontrollraum für ein Labor umsetzen: eine zentrale Managementstelle für eine ganzheitliche, operative Abwicklung im Zentrallabor Vespasiano sowie weiteren, untergeordneten Hermes Pardini-Laboreinheiten in São Paulo, Rio de Janeiro, Goiania und Belo Horizonte.

Dieses neue und differenzierte Geschäftsmodell für Labore ähnelt Initiativen, die bereits in anderen Industriezweigen, beispielsweise der Automobilbranche, Anwendung finden. Es wurde entwickelt, um die Produktivität und Qualität zu steigern und unerwünschte Variationen zu verringern, den Durchsatz zu erhöhen und die operativen Kosten zu senken.

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