Science2Start-Preise

Auszeichnung für Forschungsideen aus Tübingen und Reutlingen

Bei der Science2Start-Preisverleihung im Rahmen des BioRegio STERN Sommerempfangs der BioRegio STERN Management GmbH und des Vereins zur Förderung der Biotechnologie und Medizintechnik e. V. im Aero-Club Esslingen wurde am 10. Juli wissenschaftliche Exzellenz aus der Region prämiert.

Das Team um Dr. Markus Templin vom Reutlinger NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen erhielt den ersten Preis für ein automatisiertes Protein-Analysensystem. Dr. Sven Schnichels und Prof. Dr. Martin Spitzer vom Department für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Tübingen wurden für die Verbesserung von Augentropfen durch Nanopartikel mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. Auf Platz drei kam ein innovatives Verfahren, um DNA-Schäden am Genom zu analysieren, das Dr. Simon Lehle von der Abteilung Molekulare Medizin am Interfakultären Institut für Biochemie an der Eberhard Karls Universität Tübingen entwickelte. Die Preisgelder in Höhe von insgesamt 4500 Euro sponserten VOELKER & Partner Rechtsanwälte Steuerberater Wirtschaftsprüfer.

Auf dem Flugfeld des Aero-Clubs Esslingen trafen sich am Donnerstagabend zahlreiche Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zum traditionellen Sommerempfang der BioRegio STERN Management GmbH. Nach den Grußworten des Esslinger Oberbürgermeisters Dr. Jürgen Zieger und des BioRegio STERN-Geschäftsführers Dr. Klaus Eichenberg erklärte Dr. Helmut Hengstenberg, langjähriger Geschäftsführer und Gesellschafter des Esslinger Lebensmittelherstellers Hengstenberg, wie sein Unternehmen seit über 100 Jahren Essig und Sauerkraut mit Hilfe biotechnologischer Verfahren herstellt. Anschließend hielt er die Laudatio auf die Science2Start-Preisträger.

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1. Platz für das NMI und sein innovatives "DIGI-West" Verfahren
Dr. Markus Templin und Fridolin Treindl vom Reutlinger NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen erhielten den 1. Preis für ihr automatisiertes Analysesystem "DIGI-West", das viele verschiedene Proteine aus kleinsten Probenmengen nachweisen und analysieren kann. Damit lassen sich die Prozesse in Zellen und Auswirkungen auf Krankheitsverläufe besser verstehen. Das System analysiert mehrere Parameter gleichzeitig und reduziert dadurch Arbeits- und Zeitaufwand. Die schnelle und zuverlässige Identifikation der krankheitsrelevanten Veränderungen könnte dazu beitragen, effektive Therapieansätze zu entwickeln.

2. Platz für Wissenschaftler am Uniklinikum Tübingen für ihr "nano-I-drops" System
Dr. Sven Schnichels und Prof. Dr. Martin Spitzer vom Department für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Tübingen erhielten für ihre gemeinsame Entwicklung "nano-I-drops" den 2. Preis. Sie optimieren die Wirksamkeit von Augentropfen mit Hilfe von Nanopartikeln, die aus natürlichen Stoffen gebildet werden, so dass die Wirkstoffe besser vom Auge aufgenommen werden. Da durch den Tränenfilm der Augen und durch den Lidschlag oft nur bis zu fünf Prozent des verabreichten Wirkstoffs im Auge ankommen, werden Augentropfen bisher in der Regel sehr hoch dosiert, was zu unerwünschten Nebenwirkungen führen kann. "nano-I-drops" kommen mit wesentlich geringeren Wirkstoffkonzentrationen aus und ermöglichen damit eine bessere Aufnahme sowie Verträglichkeit von Augentropfen.

3. Platz für Biochemiker der Universität Tübingen und eine "kundenspezifische DNA-Schadensbestimmung"
Dr. Simon Lehle von der Abteilung Molekulare Medizin am Interfakultären Institut für Biochemie an der Eberhard Karls Universität Tübingen brachte seine neue Methode für "Kundenspezifische DNA-Schadensbestimmung" den 3. Preis ein. Er entwickelt ein innovatives Verfahren um DNA-Schäden am Genom zu analysieren, die bei Versagen des zellulären Reparatursystems zu Tumorbildung oder neurodegenerativen Erkrankungen führen können. Diese Methode eignet sich sowohl für die Grundlagenforschung als auch für eine mögliche Früherkennung von Krankheiten.

Weil der Sommerempfang, der in Kooperation mit dem Stuttgart Convention Bureau/Stuttgart-Marketing GmbH sowie mit Unterstützung von Sponsoren aus der Region ausgerichtet wurde, in diesem Jahr auf dem Flugfeld und im Hangar des Aero-Clubs Esslingen e. V. stattfand, hatten Preisträger und Gäste besonders viel Platz, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Protagonisten der Clusterinitiative "Engineering - Life Sciences - Automation", ELSA, nutzten die Chance, um vor Ort ihre Kontakte zu Unternehmern aus der Automatisierungsindustrie zu vertiefen.

Die Gelegenheit war auch günstig, um Unternehmer kennenzulernen, die als Teilnehmer der EU-Projekte IN2LifeSciences und Biomat-IN aus den Niederlanden zu Besuch waren. Dick de Jager von der Noord-Brabant Development Agency, seit 2008 Partner des EU-Projekts IN2LifeSciences, lobte die erfolgreiche langjährige Zusammenarbeit mit der BioRegion STERN und zog in der anschließenden Verlosung die drei Gewinner eines Segelflug-Gutscheins.

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