Arzneiwirkstoffe auf Nebenwirkungen untersuchen

Signatope erhält für Biomarker-Testsystem Rudolf-Eberle-Preis

Signatope, ein Spin-off des Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Instituts an der Universität Tübingen (NMI), erhält für seine Entwicklung eines neuen Biomarker-Testverfahrens den Rudolf-Eberle-Preis 2019 – den Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg. Das neuartige Analyseverfahren reduziert die Entwicklungszeiten und -kosten für Biomarker-Testsysteme signifikant und minimiert die Anzahl der hierfür erforderlichen Tierversuche.

Oliver Pötz (links) und Hannes Planatscher (Mitte, beide Signatope) nahmen die Auszeichnung vom Stuttgarter Regierungspräsidenten Wolfgang Reimer entgegen. © Tom Maurer Photography

Das 2016 aus dem Forschungsinstitut NMI in Reutlingen ausgegründete Unternehmen hat ein biotechnologisches Testverfahren auf den Markt gebracht, mit dem neue medizinische Wirkstoffe in der Medikamenten-Entwicklung auf Nebenwirkungen untersucht werden können. Die neue Methode wird zur Verbesserung der Patientensicherheit und zu einer besseren Diagnose und Behandlung chronischer Krankheiten beitragen. Den mit 10 000 Euro dotierten Preis überreichte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut am 12. November 2019 an das Gründerteam von Signatope, das aus ehemaligen Wissenschaftlern des NMI besteht.

In der Pharmaindustrie, aber auch in der Umwelt- und Lebensmittelanalytik, besteht ein großer Bedarf an Biomarker-Testsystemen. Sie werden unter anderem auch als Schlüssel für die personalisierte Medizin gesehen. Im Lebensmittelbereich kommen diese Nachweisverfahren für die Prüfung auf Verunreinigungen, Fremdstoffe oder nicht erlaubter Beimischungen zum Einsatz. Das NMI arbeitet seit vielen Jahren auf diesem Gebiet.

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Antikörperbasiertes Verfahren kombiniert mit MS

Um die Biomarker-Testentwicklung und -Messung zu erleichtern und zu beschleunigen, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des NMI ein antikörperbasiertes Verfahren mit Methoden der Massenspektrometrie verknüpft. Der innovative Schritt für dieses Analyseverfahren liegt in der gezielten Anreicherung der Biomarkermoleküle. Die Idee dazu entstand bereits 2005 im Rahmen der Doktorarbeit von Oliver Poetz, einem der späteren Gründer von Signatope.

Mit dem neuen Verfahren, das die Basis für die Gründung von Signatope bildete, können Biomarker nicht nur nachgewiesen, sondern auch quantifiziert werden. Das erlaubt Aussagen über das Ausmaß der zu erwartenden Nebenwirkungen. Zudem funktioniert das Verfahren nicht nur beim Menschen, sondern Spezies-übergreifend auch bei Tieren. Das liegt an den speziellen Antikörpern, die Signatope entwickelt hat. Sie erkennen zuverlässig einen sehr kleinen Bereich der Biomarker, der in allen untersuchten Spezies gleich ist. Das neuartige Analyseverfahren reduziert die Entwicklungszeiten und -kosten für Biomarker-Testsysteme signifikant und minimiert die Anzahl der hierfür erforderlichen Tierversuche.

„Der Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg ist ein schöner Beleg für den Innovationsgeist unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und den "entrepreneurial spirit" am NMI“, sagt Prof. Dr. Katja Schenke-Layland, Leiterin des NMI Reutlingen. „Das neue Testsystem kann entscheidend dazu beitragen, die Sicherheit von Medikamenten zu verbessern und Nebenwirkungen bis hin zu Organschäden zu vermeiden. Ich freue mich sehr darüber, dass wir als anwendungsorientiertes Forschungsinstitut diesen wichtigen Beitrag für den Patientenschutz leisten können.“

Anlässlich der feierlichen Preisverleihung im Haus der Wirtschaft in Stuttgart lobte auch Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hofmeister-Kraut die Arbeit der Preisträger: „Um auch in Zukunft ein führender Wirtschaftsstandort mit einem starken Mittelstand zu sein, brauchen wir junge Unternehmen, die sich am Markt mit neuen, innovativen Produkten durchsetzen und damit wirtschaftlichen Erfolg bieten. Die ausgezeichneten Mittelständler haben in besonderer Weise Ideenreichtum und Kreativität bewiesen. Ihre Innovationsfähigkeit ist der Schlüssel für den Fortschritt in Wirtschaft und Gesellschaft.“

Quelle: NMI

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