Labo Online - Analytic, Labortechnik, Life Sciences
Home> Analytik> Umweltanalytik + Reinstwasser>

Grundwasser auf der Erde: 23 Millionen Kubikkilometer

23 Millionen Kubikkilometer GrundwasserErste Kartierung des Grundwassers auf der Erde

Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat erstmals das Gesamtvolumen des Grundwassers auf der Erde kartiert. Nach Angaben der Wissenschaftler gibt es etwa 23 Millionen Kubikkilometer Grundwasser auf dem Planeten.

sep
sep
sep
sep
Weltkarte Grundwasser

Weniger als sechs Prozent davon sind allerdings modernes Grundwasser, also Grundwasser, das während der Dauer eines menschlichen Lebens erneuert wird. Die größten Vorräte modernen Grundwassers befinden sich im Amazonasbecken, dem Kongo, Indonesien und in Gebirgen wie den Rocky Mountains, die geringsten in trockenen Gebieten wie der Sahara. Die Studie der Universitäten in Victoria, Calgary (beide Kanada), Austin (Texas) und Göttingen wurde in der Fachzeitschrift Nature Geoscience veröffentlicht.

Grundwasser ist eine der meistgenutzten und wertvollsten Ressourcen unseres Planeten. Die Frage, wie viel Grundwasser es insgesamt gibt und wie lange die Vorräte noch reichen, wird weltweit immer dringlicher. „Die in unserer Studie beschriebenen 23 Millionen Kubikkilometer entsprechen einer 180 Meter tiefen Bedeckung der Erdoberfläche mit Wasser“, erläutert Dr. Elco Luijendijk vom Geowissenschaftlichen Zentrum der Universität Göttingen. „Auch wenn der Anteil des modernen Grundwassers an der Gesamtmenge auf den ersten Blick gering erscheint, ist er doch immer noch größer als der Anteil aller anderen Elemente des aktiven hydrologischen Kreislaufs, wie etwa des Wassers in Flüssen, Seen und der Atmosphäre.“

Anzeige

Die Wissenschaftler verbanden in ihrer Studie Messungen von radioaktivem Tritium, das seit den Atomtests der 1950er-Jahre im Grundwasser zu finden ist, mit Computermodellen der Grundwasserströme bis in eine Tiefe von zwei Kilometern. „Erkenntnisse über die Menge des modernen Grundwassers auf der Erde ist von großer Bedeutung, weil es im Gegensatz zu älterem, stagnierenden Grundwasser eine erneuerbare Ressource ist“, so Dr. Luijendijk. „Gleichzeitig ist modernes Grundwasser aber auch anfälliger gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels oder menschlichen Eingriffen in das Ökosystem.“

Originalveröffentlichung:
Tom Gleeson et al. The global volume and distribution of modern groundwater. Nature Geoscience 2015. DOI: 10.1038/ngeo2590.

Kontaktadresse:
Dr. Elco Luijendijk
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Geowissenschaften und Geographie
Geowissenschaftliches Zentrum – Abteilung Strukturgeologie und Geodynamik
Goldschmidtstraße 3
37077 Göttingen
E-Mail: eluijen@gwdg.de
Internet: www.uni-goettingen.de/de/dr-elco-luijendijk/487484.html

Anzeige
Diesen Artikel …
sep
sep
sep
sep
sep

Weitere Beiträge zum Thema

Globale Risikokarte

Agrochemikalien stellen ein globales Risiko...Erstmals Weltkarte der möglichen Insektizidbelastung erstellt

Agrochemikalien stellen ein globales Risiko für Fließgewässer auf rund 40 Prozent der Erdoberfläche dar. Da in die Untersuchung auch viele Gewässer in unbeeinflussten Gebieten wie Gebirgen und Wäldern einbezogen wurden, seien diese Chemikalien somit ein Problem für die Gewässer in landwirtschaftlichen Gebieten.

…mehr
Weltkarte - Kohlenstoffkreislauf in Landökosystemen

Neues Bild vom Kohlenstoffkreislauf in...Niederschlag ist ein wichtiger Klimafaktor dafür

Pflanzen spielen im globalen Klimasystem eine entscheidende Rolle - denn sie saugen das Treibhausgas Kohlendioxid aus der Luft und wandeln es in Kohlenhydrate um.

…mehr
Kohlendioxid-Speicherung im Untergrund: Pilotprojekt Ketzin endet

Kohlendioxid-Speicherung im UntergrundPilotprojekt Ketzin endet

Nach 13 Jahren Forschungsarbeit geht das Projekt Ketzin jetzt zu Ende. In der Stadt an der Havel hat das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ erforscht, ob sich Kohlendioxid sicher und dauerhaft im Untergrund speichern lässt und wie es sich in der Tiefe verhält.

…mehr
Riesenfaultier

IsotopenanalytikRiesenfaultier war Vegetarier

Senckenberg-Wissenschaftler haben gemeinsam mit einem internationalen Team die Ernährung des ausgestorbenen Riesenfaultiers Megatherium untersucht.

…mehr
Drohnen-gestützte Technologien

Nachhaltige RohstoffsucheDrohnen- und Sensor-gestützte Exploration

Für die Entwicklung neuer Technologien zur ökologisch und sozial nachhaltigen sowie effizienten Erkundung von Rohstoffen erhält das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie in den kommenden 3 Jahren rund 900000 Euro.

…mehr
Anzeige

Bildergalerien bei LABO online

Anzeige

Jetzt den LABO Newsletter abonnieren

LABO Newsletter abonnieren

Der kostenlose LABO Newsletter informiert Sie wöchentlich über neue Produkte, Lösungen, Technologietrends und Innovationen aus der Branche sowie Unternehmensnachrichten und Personalmeldungen.

Anzeige
Anzeige

Mediaberatung