Abwasser-Sterilisation
Keimfrei innerhalb kurzer Zeit
In vielen medizinischen und biotechnologischen Unternehmen wie Hochrisikolaboren, Forschungszentren oder pharmazeutischen Betrieben ist das Wasser oftmals mit Keimen belastet. Diese Einrichtungen sind durch die Europäische Norm EN 12740, die die Behandlung, Inaktivierung und Prüfung von Abfällen in der Biotechnik regelt, dazu angehalten, das Wasser zu dekontaminieren, bevor es dem Abwasser zugeführt werden kann.
Das österreichische Unternehmen Meteka GmbH hat dafür – als Erweiterung des Portfolios im Bereich Abwasser-Sterilisation – den MediSter 510 entwickelt. Das Abwasser-Sterilisationsgerät tötet durch das sogenannte Micro-Batch-Verfahren vollautomatisch und umweltfreundlich Keime ab. Durch den rein elektrischen Betrieb ist kein Einsatz von teurem Dampf notwendig.
Abwasser aus medizinischen und biotechnologischen Einrichtungen kann die Umwelt erheblich belasten und zur Ausbreitung von ernsthaften Krankheiten führen. Besonders in Forschungszentren, wo unter anderem mit gentechnisch veränderten Materialien gearbeitet wird, ist die richtige Entsorgung der Flüssigkeiten von besonderer Bedeutung. Dafür hat die Firma Meteka GmbH aus dem österreichischen Judenburg, die nach ISO 9001:2008 und ISO 14001:2009 zertifiziert ist, den MediSter 510 entwickelt.
Das Abwasser-Sterilisationsgerät erreicht mit dem Referenzkeim Bacillus stearothermophilus eine Keimreduktionsrate von >8 log10-Stufen. Abgetötet werden unter anderem alle Viren wie Hepatitis, HIV und Polio, alle vegetativen Keime wie etwa E. coli, Staphylokokken, Streptokokken und Tetanusbakterien, Sporen des Milzbrandbazillus, alle Parasiten und Pilze sowie Sporen von Botulinus-, Gasbrand-, Gasödem- und Tetanuserregern. Damit kann das Abwasser ohne Bedenken in den Kanal abgelassen werden.
Durchsatzrate von 20 l/h
In einem ersten Schritt werden zunächst die anfallenden infektiösen oder gentechnisch belasteten Flüssigkeiten direkt von den Ablaufstellen in einen Edelstahlsammeltank mit einem Fassungsvermögen von 50 l geleitet. Sobald ein bestimmter Füllstand im Tank erreicht wird, beginnt der Sterilisationsvorgang vollautomatisch, womit ein wirtschaftlicher Betrieb gewährleistet wird. Die Sterilisationstemperatur liegt bei 140 °C und wird über die Behandlungsdauer von 4 min gehalten und aufgezeichnet. Im Wärmetauscher wird die Flüssigkeit schließlich abgekühlt und in den Kanal abgelassen.
Der MediSter 510 gewährleistet dabei eine ständige Überwachung aller sicherheitsrelevanten Parameter, die Anzeige erfolgt über ein 7-Zoll-Touch-Panel. Mit einer Durchsatzrate von 20 l/h eignet sich der MediSter 510 ideal für den Einsatz in Laboratorien, wo kleinere Abwassermengen anfallen. Im Vergleich dazu erreicht der „größere Bruder“, das MediSter 560-100 Abwasser-Sterilisationsgerät, eine Durchflussmenge von 100 l/h. Die größte Menge, die mit rein elektrischem Betrieb realisiert werden kann, sind 1000 l/h.
Der MediSter 510 arbeitet mit einem speziellen Micro-Batch-Sterilisationsverfahren, bei dem auch sehr kleine Mengen Abwasser sofort abgearbeitet werden und es zu keinen Stehzeiten der Flüssigkeiten im Gerät kommt. Dadurch werden auch Sedimentationen vermieden.
Der MediSter 510 wird individuell an die Anforderungen des Kunden angepasst. Die Basisausführung besteht aus Sammeltank, isoliertem Sterilisationskessel, Wärmetauscher, Touch-Panel, ausgereifter Sensorik, Pneumatik- und Magnetventilen sowie Rohrleitungen aus Edelstahl und einem Fernwartungsmodul. Zusätzliche Ausstattungsoptio-nen sind unter anderem die sektionsweise Bedampfbarkeit der Systemkomponenten (SIP), ein zweites Touch-Panel, eine Auffangwanne und die automatisierte Reinigung des Gerätes (CIP).
Hintergrund
Die 1987 von Dr. Helmut Katschnig gegründete Meteka GmbH ist einer der führenden Anbieter von Systemlösungen zur Infektionsprävention, spezialisiert im Bereich Dekontamination von infektiösen Abfällen und Abwässern. Am Firmensitz im österreichischen Judenburg sind 15 Mitarbeiter beschäftigt, die die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb von Lösungen für folgende Bereiche vorantreiben:
Infektiöse Festabfälle: Sammlung, Transport und Dekontamination mittels spezieller Mikrowellentechnologie erfolgen „vor Ort“ – im selben, stichfesten und wiederverwendbaren Behälter. Personal, Patienten und der öffentliche Raum werden so größtmöglich geschützt. Einsatzbereiche: Arztpraxen, Krankenhäuser, Labore sowie Produktions- und Forschungseinrichtungen.
Infektiöse Abwässer: Kundenindividuell gefertigte Sterilisationsgeräte erlauben die Dekontamination von sowohl kontinuierlich, als auch diskontinuierlich anfallenden Abwässern. Einsatzbereiche: z.B. Hochrisikolaboratorien, Forschungszentren, pharmazeutische Betriebe.
Speisenentkeimung: Mit dem innovativen Coquina-Entkeimungsverfahren werden vorgekochte Speisen jeglicher Art für abwehrgeschwächte und immunsupprimierte Patienten aufbereitet. Der Genesungsprozess wird gefördert, es muss nicht auf „Lieblingsspeisen“ verzichtet werden. Aussehen und Geschmack bleiben unverändert und die Vitamine werden höchstmöglich geschont.

















