Fachbeitrag

40 Jahre Shimadzu Europa

Entwicklungsfreude und neue Technologien
Bild 6: Weitere Neuheit 2008: Die „Comprehensive Chromatographie“ genannte Kombination von GC x GC(qMS)-Technologie fügt der Bewertung komplexer Proben eine neue Analysen-Dimension hinzu. Hier das GCMS-QP2010 Plus.


Drei Münzen, ein Schlüssel, das Brillengestell, die Knochenstruktur der linken Hand mit dem Ehering gut zu sehen – Genzo Shimadzu konnte mit dem Experiment zufrieden sein. Bereits ein Jahr nach der Entdeckung der Röntgenstrahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen, machte Shimadzu als Erster Aufnahmen in Japan. Das war der Katalysator in der Geschichte des noch jungen Unternehmens, das 20 Jahre zuvor mit der Entwicklung und Produktion chemischer und physikalischer Testgeräte gestartet war.

Entwicklungsfreude und zahlreiche neue Technologien halfen den Erfolgsweg zu ebnen. Der Unternehmensgründer Genzo Shimadzu hatte die Gabe, frühzeitig technische Revolutionen zu erkennen. Der Nachfolger Genzo Shimadzu jun. übertraf seinen Vater mit insgesamt 178 technischen Erfindungen. Er wurde als einer der zehn größten Erfinder Japans geehrt, im Kreise von Kohtaro Honda oder Umetaro Suzuki.

Analytik als „Motor“

Medizintechnik und Instrumentelle Analytik haben die längste Tradition in dem über 130 Jahre alten Unternehmen, das unter anderem auch Halbleiter oder Luftfahrt-Komponenten herstellt. In der Medizintechnik bietet Shimadzu vor allem Röntgen- und Durchleuchtungssysteme für Klinik und Praxis an sowie Ultraschallgeräte. Die jüngste Einführung in der Reihe globaler „Firsts“ seit der Anwendung der ersten Röntgenstrahlen ist der weltweit erste und größte Röntgen-Flachbilddetektor, der die Strahlen direkt in elektrische Signale umwandelt und so viel klarere Aufnahmen und Diagnosen zulässt.

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In der Duisburger Shimadzu Europazentrale sind Medizintechnik und Instrumentelle Analytik zu Hause. „Von der Analytik ging die Entwicklung des europäischen Marktes aus. Mit einem Team von fünf Mitarbeitern begann 1968 in Düsseldorf die Vermarktung analytischer Instrumente“, so Jürgen Kwass, Geschäftsführer von Shimadzu Europa. Zu Beginn führte das Unternehmen noch ein Leben in Klammern: Shimadzu (Europa). „Dem Handelsregister erschien die Bezeichnung „Europa“ für die Aktivität eines fünfköpfigen Unternehmens als nicht angemessen“, erinnerte sich der damalige Geschäftsführer Akira Yamamoto. Ein Streich der Geschichte angesichts des sich anschließenden Erfolgs in Europa...

Qualität überzeugt europäische Kunden

Der stetige wirtschaftliche Erfolg und zunehmende Flächenbedarf ließen Shimadzu mehrmals umziehen, um die Nachfrage des Marktes optimal bedienen zu können. Zwischen 1980 und 1984 hat sich der Umsatz jedes Jahr verdoppelt. Und jedes Jahr wurde eine Reihe neuer Produkte eingeführt, die die europäischen Kunden von der technischen Qualität überzeugten. 1987 schließlich folgte der Schritt in ein eigenes, neu errichtetes Gebäude in Duisburg, das neben der Europa-Zentrale auch die Hauptniederlassung von Shimadzu Deutschland beheimatet.

Ende der 80er bis in die 90er Jahre folgte eine Expansionswelle in Europa. Es begann mit einem Büro in der damaligen UdSSR. Die Filialen in Österreich und Tschechien betreuten auch Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Albanien. Bald folgten Niederlassungen in Italien, Belgien und den Niederlanden. Es wurden auch Partner für die GUS, die baltischen Staaten und Georgien gewonnen.

Heute hat Shimadzu in Europa über 40 Niederlassungen und Vertragspartner, die sich auf 64 Städte in 34 Ländern verteilen. Weltweit betreibt Shimadzu Produktionsstätten und Lieferzentren in 70 Ländern. Nahezu 9000 Mitarbeiter sind am Erfolg von Shimadzu beteiligt.

Flexible Teams für ganzheitliche Lösungen

„Wer in fernen Märkten agiert, muss ihnen nahe sein“ – dieses Gründungsmotto gilt auch heute noch. „Unsere Unternehmensstruktur erlaubt uns nah am Markt zu sein, um Trends zu setzen oder zu fördern“, erläutert Jürgen Kwass. So hält Shimadzu zum Beispiel Teams bereit, die ganzheitliche Lösungen und Services anbieten, einschließlich Beratung und applikative Problemstellungen.

Typische Einsatzbereiche von Shimadzu-Analysengeräten finden sich in der Chemie, der Pharmazeutischen Industrie sowie der Biotechnologie. Aber auch Kunden in der Nahrungsmittel- oder auch der Halbleiterindustrie vertrauen Shimadzu-Produkten. Die Systeme werden in Forschung und Entwicklung, aber auch in der Prozess- und Qualitätskontrolle verwendet.

Produktsegmente ergänzen einander

Die Instrumentelle Analytik basiert auf mehreren Produktsegmenten. Zum Angebot zählen zahlreiche Systeme für die Chromatographie (HPLC, GC), Massenspektrometrie (LC-MS, GC-MS), für die Spektroskopie, etwa UV/VIS, FTIR, AAS, ICP, und Summenparameter (TOC). In all diesen Segmenten hat Shimadzu seit Jahrzehnten Kernkompetenz.

Der 2001 gegründete Geschäftsbereich Biotechnologie beschäftigt sich mit den Wachstumsmärkten Life Sciences und High-Throughput-Screening und betreut präparative und analytische LC-MS- sowie MALDI-TOF-Geräte.

Die vielseitige HPLC zählt zu den größten Produktsegmenten von Shimadzu. Sie wird u.a. in der pharmazeutischen und chemischen Industrie, Lebensmittel- und Umweltanalytik und in der Klinischen Chemie eingesetzt. Die HPLC LC-20A prominence lässt sich durch eine Vielzahl von Modulen und Komponenten zu maßgeschneiderten Applikations- und Kompaktsystemen kombinieren. Die komplette Instrumentenkontrolle ist auch über Internet Explorer möglich. Spezielle Gerätekonzepte für die ultraschnelle Analyse, Ionen-Chromatographie sowie LC-MS und LCMS-IT-TOF ergänzen das Bild.

Ein weiterer etablierter Produktbereich ist die Wägetechnik. Bereits 1918 begann Shimadzu mit der Produktion von Oberschalen- und Torsionswaagen. Ein innovativer Schritt, der bis in die heutige Zeit reicht, war 1989 die Einführung der UniBloc-Technologie, in der Shimadzu als Pionier gilt. Die patentierte Technologie ist heute in allen Analysen- und Präzisionswaagen von Shimadzu eingebaut. Die Hochleistungsmesszelle UniBloc führt zu höheren Mess-Stabilitäten, schnelleren Messzeiten und einer erhöhten Haltbarkeit.

„Zahlreiche Weltneuheiten und Auszeichnungen belegen unseren Anspruch, bisherige Grenzen der Technologie zu überschreiten und dem Markt noch bessere Geräte zur Verfügung zu stellen“, sagt Jürgen Kwass. Bei der Produktentwicklung steht die hochwertige Qualität im Mittelpunkt, einschließlich einfacher Bedienung und optimalem Kundenservice. Shimadzu produziert weltweit nach anerkannten Qualitätsstandards und ermöglicht den Kunden, gemäß GLP, GMP, FDA und den in den einzelnen Pharmacopoeias beschriebenen Standardverfahren zu arbeiten.

Innovationen im neuen Jahrtausend

In einer über 130 Jahre alten Unternehmensgeschichte ist die Anzahl von Meilensteinen groß. Hier einige wenige aus dem neuen Jahrtausend:

  • 2000 – eine Weltpremiere: Der GC-2010 ist der erste Gas-Chromatograph für die Schnelle GC.
  • 2001 – Gründung von Shimadzu Biotech: Systeme für Proteomics- und Genomics-Analysen.
    • 2001 – die neue TOC-/TNb-Serie für die gesamte Bandbreite der Wasser-/ Abwasseranalytik krönt das 35-jährige TOC-Jubiläum.
  • 2003 – Weltneuheit: erste Halbmikrowaage mit UniBloc-Technologie.
  • 2003 – die AAS-Spektrometrie wird 35 Jahre alt.
  • 2005 – die HPLC-Serie LC-20A prominence stellt erstmals eine komplette Instrumentenkontrolle über Internet Explorer vor.
  • 2005 – R&D 100 Award für den Chemischen Inkjet Printer (CHIP-1000). Revolutionärer Ansatz in der Auftrennung, Identifizierung und Charakterisierung von Proteinen. Zu den populärsten ausgezeichneten Produkten des seit 1963 verliehenen Awards zählen etwa die Halogenlampe (1974) oder das Faxgerät (1975).
  • 2006 – Shimadzu stellt das empfindlichste Quadrupol-GCMS-System vor, das je gebaut wurde.
  • 2007 – Die prominence UFLC bietet ultraschnelle HPLC durch die Kombination einzelner Module mit speziell entwickelten Säulen.

Besondere Erwähnung verdient die Verleihung des Nobelpreises für Chemie 2002 an den Shimadzu-Mitarbeiter Koichi Tanaka, der heute das „Koichi Tanaka Forschungslabor für Massenspektrometrie“ bei Shimadzu leitet. Tanaka hat große Teile seiner Arbeit, die ihm den Nobel-Preis einbrachte, bei Shimadzu in Europa weitergeführt. 1992 sowie 1997 bis 2002 hat er für Shimadzu in England gearbeitet.

Leitmaxime: Nähe zum Kunden

„Wir leben von der Innovation, der stetigen Weiterentwicklung bestehender Technologien oder der Suche nach neuen Wegen. Dabei nehmen wir für uns in Anspruch, Markt- oder Technologieführer in unseren Produktsegmenten zu sein“, umreißt Kwass die Unternehmensphilosophie „Solutions for Science“.

Im Mittelpunkt der Shimadzu-Strategie steht der Kunde mit seinen Bedürfnissen. Seit 2004 hat Shimadzu daher seine großen Ländergesellschaften als rechtlich eigenständige Organisationen etabliert, die zielgerichteter auf die Ansprüche ihrer Kunden reagieren können. 2007 wurden die in der Europazentrale ansässigen Deutschland-Aktivitäten in einer neu geschaffenen GmbH gebündelt, die gemeinsam mit der Europazentrale am Standort Duisburg sitzt. Von hier aus werden auch die sechs technischen Büros in Deutschland geführt, die Shimadzu-Kunden ermöglicht, regionale Ansprechpartner für Service und Beschaffung mit kurzen Reaktionszeiten zu haben.

Neues im Jubiläumsjahr 2008

Auch im analytica-Jahr 2008 sind verschiedene Produkt-Neueinführungen geplant. Gleich zu Jahresbeginn wurde das UV-1800 vorgestellt, ein Spektrophotometer für Wasseranalytik und Qualitätskontrolle in der Umwelt- und Nahrungsmittel-Industrie sowie in der Pharmazie. Es hat die höchste Auflösung seiner Klasse und dabei eine geringe Stellfläche. Die prominence LC-20A-Geräteserie wird mit Hochdruck-LC-Modulen und einer Nanoflow-HPLC erweitert. Die „Comprehensive Chromatography“ genannte Technik ist ein umfassender Analyse-Ansatz vor allem für Naturprodukte wie Düfte und Aromen. Durch die Kombination von GC x GC(qMS)-Technologie mit dem patentierten Zoex-Modulator erschließt sich bei der Bewertung komplexer Proben eine neue Dimension.
Kontakt: Shimadzu Deutschland GmbH, Duisburg, Tel.: 0203-76870, Fax: 0203-711734, www.shimadzu.de.

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