Chemikalienrisiken in Gewässern
Carl-Zeiss-Stiftung fördert ein KI-Projekt zu Umweltrisiken mit sechs Mio. Euro
Für die Bewertung von mit Chemikalien verbundenen Risiken in Süßwasserökosystemen liegen recht wenige Daten vor. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz möchten Forschende der federführenden RPTU (Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau) gemeinsam mit der University of California diese Wissenslücken schließen. Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert das Projekt "AI for Chemical Risk Prediction in Aquatic Environments (AI4ChemRisk)" mit sechs Millionen Euro. Das Ziel: Gefahren frühzeitig sichtbar machen. AI4ChemRisk hat die durch Abwässer und Landwirtschaft verursachten Risiken der Chemikalienbelastung in Süßwasserökosystemen im globalen Maßstab im Blick. Mit Hilfe von KI-Modellen will das Forschungsteam mögliche Kontaminationsprozesse vorhersagen und Handlungsspielräume aufzeigen – dort, wo Analysen durch die Vielzahl der Chemikalien, fehlende Messungen sowie komplexe Umweltbedingungen erschwert sind.
Als Schlüsseltechnologie dienen Deep-Learning-Modelle, die Anomalien in großen und komplexen Datensätzen erkennen, sowie generative Modelle, mit denen sich – unter Einbezug von multimodalen Kontextdaten und physikalischen Prinzipien – realistische Messungen simulieren lassen. Die Trainingsgrundlage für die KI bilden bereits vorhandene wissenschaftliche Daten aus chemischen und ökotoxikologischen Datenbanken.
"Unsere größte aktuelle Wissenslücke sind Daten zum Vorkommen von Chemikalien in der Umwelt. Aus der Verbindung von vorhandenen räumlichen und zeitlichen Umweltinformationen und generativer AI können wir nun ein ganz neues Niveau in der Vorhersage und Beurteilung relevanter Umweltchemikalien für Gewässerökosysteme und Wasserressourcen erreichen", so Ralf Schulz, Professor für Umweltwissenschaften in Landau und Experte für Chemikalienbelastung in aquatischen Systemen.
Quelle: Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau










