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Artikel und Hintergründe zum Thema

Molekulare Nanowissenschaften

Prof. Ben Feringa ist Preisträger der Diels-Planck-Lecture

Prof. Ben Feringa von der der Universität Groningen (Niederlande) ist der diesjährige Preisträger der Diels-Planck-Lecture. Der Preis wird jährlich durch die Mitglieder des Kieler Nano-Forschungsschwerpunktes (KINSIS) an führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Bereichen Nano- und Oberflächenwissenschaften vergeben.

Der Preisträger Prof. Ben Feringa wird mit der Diels-Planck-Medaille ausgezeichnet. Die Medaille wurde aus einem Siliciumwafer im Reinraum der Technischen Fakultät hergestellt. (Foto: Sebastian Maas)

Die Vortragsreihe ehrt die Begründer der Nanowissenschaften in Kiel, die Nobelpreisträger Max Planck und Otto Diels. In seinem Vortrag „The Art of Building Small: From Molecular Switches to Molecular Motors“ berichtete der Preisträger am 3. September im Audimax der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) über die bahnbrechenden Beiträge aus seiner Arbeitsgruppe auf dem Gebiet der molekularen Nanowissenschaften. Seine interdisziplinäre Forschung macht Feringa zu einem idealen Kandidaten für die Verleihung der Diels-Planck-Medaille, betonte CAU-Vizepräsidentin Prof.in Karin Schwarz: „Auch Max Planck als Physiker und Otto Diels als Chemiker waren Pioniere in den Nanowissenschaften.“

„Ben Feringa ist einer der kreativsten und produktivsten Chemiker der Gegenwart. Mit über 900 Publikationen in den angesehensten Zeitschriften, zahlreichen Patenten und Büchern hat er wichtige Beiträge in vielen Bereichen der Chemie erbracht“, sagt Prof. Rainer Herges vom Kieler Otto Diels-Institut für Organische Chemie in seiner Laudatio. Am bekanntesten sei Feringas Arbeitsgruppe für die Entwicklung des ersten mit Licht betriebenen molekularen Motors. „Damit hat er den entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der molekularen Nanotechnologie in den 90er Jahren geliefert. Seine wissenschaftliche Pionierarbeit begründete einen neuen wichtigen Forschungszweig in den Nanowissenschaften“, erläutert Herges. Für die Entwicklung molekularer Schalter, des „Feringa-Motors“ und seiner Anwendungen wurde der Preisträger bereits mit zahlreichen internationalen Preisen geehrt und im Jahr 2008 von der Königin der Niederlande zum Ritter geschlagen.

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Molekulare Motoren gibt es in der Natur zuhauf: Jede Zellteilung, jede Muskelbewegung und selbst Gehirnfunktionen sind nur möglich, wenn Moleküle gezielt von einem Ort im Körper an einen anderen transportiert werden. Durch die Nachbildung solcher „Motoren“ sind beispielsweise auch an- und abschaltbare Antibiotika möglich geworden, die nur an dem Ort der Krankheit wirken. Prof. Feringa sieht viele gesellschaftliche Herausforderungen der Zukunft auch als Herausforderungen seiner Disziplin: „Nahrung, Medikamente, sauberes Wasser oder Energie könnten mit den richtigen Werkzeugen durch chemische Prozesse erzeugt werden.“ In seiner motivierenden Keynote sprach Feringa daher gezielt den wissenschaftlichen Nachwuchs an: „Haben Sie keine Angst, Neuland zu betreten. Überschreiten Sie Grenzen und versuchen Sie, Neues zu entwickeln – denn es gibt viel zu tun.“

Weitere Informationen zum Preisträger:

Ben L. Feringa wurde an der Universität Groningen in den Niederlanden von Prof. Dr. Hans Wynberg promoviert. Nachdem er als Wissenschaftler bei Shell in den Niederlanden und am Shell Biosciences Centre in Großbritannien beschäftigt war, wurde Feringa Lehrbeauftragter und 1988 Prof. an der Universität Groningen. 2004 wurde er zum Jacobus H. van’t Hoff Distinguished Professor of Molecular Science ernannt. Die amerikanische Akademie der Künste und Wissenschaften wählte ihn zum Ehrenmitglied, außerdem ist er Mitglied und Vizepräsident der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften. 2008 wurde er zum Academy Proessor. ernannt und von der Königin der Niederlande zum Ritter geschlagen.

Feringas Forschung wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Körber European Science Award (2003), dem Spinoza Award (2004), der Prelog Goldmedaille (2005), dem Norrish Award der ACS (2007), der Paracelsus Medaille (2008), der Chirality Medaille (2009), dem RSC Organic Stereochemistry Award (2011), Humboldt Award (2012), dem Grand Prix Scientifique Cino del Duca (2012), der Marie Curie Medaille (2013) und der Nagoya Gold Medaille (2013). Sein Forschungsinteresse konzentriert sich auf Stereochemie, Organische Synthese, Asymmetrische Katalyse, molekulare Schalter und Motoren sowie selbstassemblierende und molekulare Nanosysteme.

Kontakt:
Prof. Rainer Herges
Otto Diels-Institut für Organische Chemie
E-Mail: rherges@oc.uni-kiel.de

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