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Chromatographie27. Steinfurter Chromatographie- Symposium – ChromForum

Schwerpunkte des diesjährigen 27. Steinfurter Chromatographie-Symposiums – ChromForums, das vom FB Chemieingenieurwesen der FH Münster zusammen mit der Firma VWR International am 08. und 09. September 2010 in Steinfurt veranstaltet und das von Martin Kreyenschmidt moderiert wurde, waren Anwendungen im Bereich der Bioanalytik und der Kunststoffanalytik. Zudem gab es Informationen über neue Trends in der HPLC-MS-Technologie und wieder einen Workshop mit verschiedenen guten Kniffen im Bereich Troubleshooting.
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Chromatographie: 27. Steinfurter  Chromatographie- Symposium – ChromForum

Zu dieser Veranstaltung konnte der Vizepräsident der FH Münster, Prof. Dr. Richard Korff, etwa 70 Teilnehmer aus den verschiedensten Bereichen industrieller Anwendung, Dienstleistung und Forschung begrüßen und freute sich über die 25-jährige strategische Partnerschaft zwischen dem FB Chemieingenieurwesen der FH Münster und VWR International. Damit bestehe diese Wissenstransfer-Veranstaltung an der Fachhochschule länger als jede andere entsprechende. Zudem stellte er die große Bedeutung des Forums für den Austausch zwischen Vertretern der anwendungsbezogenen Forschung und den Praktikern in den verschiedensten Branchen heraus. Und der Dekan des FB Chemieingenieurwesen, Prof. Dr. Andreas Weiper-Idelmann, stellte bei der Begrüßung besonders heraus, dass er unter den Teilnehmern viele ehemalige Studierende des FBs erkenne, was wohl auch an der Kombination von wissenschaftlichem Input und handwerklichem Workshop liege.

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Aus dem Bereich der Anwendungen in der Bioanalytik stellte Matthias Lechtenberg vom Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie der Universität Münster die Einsatzmöglichkeiten der HPLC bei phytochemischen Untersuchungen zu Lignanen aus Valeriana officinalis L. s.l. vor, also bei der Suche nach den schlaffördernden Inhaltsstoffen der Baldrianwurzel. Im Jahre 2004 sei berichtet worden, dass dieses Rätsel gelöst sei, es seien die Lignane. Einige habe man inzwischen mittels Fast Centrifugal Partition Chromatography und Flash-Chromatographie isolieren und durch Kombination von HPLC mit MS und NMR identifizieren können, aber längst noch nicht alle. Hier werde aber wohl noch die UPLC weiter entwickelt und die Capillar Electrophorese (CE) als gute Alternative ausgereizt werden müssen. Zudem sei sicher auch noch Synergismus „im Spiel“.
Benedikt Cramer vom Institut für Lebensmittelchemie der Universität Münster erläuterte die Möglichkeiten und Grenzen hochauflösender Massenspektrometrie in der Mykotoxinanalytik und zeigte die Selektivitätssteigerung durch Detektion von Fragment-Ionen auf. Kleine Fragmentfenster helfen sehr, aber auch Isotopen-verdünnte Standards bieten eine gute Unterstützung. Für die Gesamtanalytik dieser Problemstoffe, für die Grenzwerte in Lebensmitteln reguliert sind, müsse zudem noch der Metabolismus stärker berücksichtigt werden, z.B. bei der entsprechenden Urinanalyse. Deutlich machte er aber auch die Grenzen der HPLC-HRMS.
Tobias Jonsson von Merck KGaA Darmstadt erläuterte u.a. am Beispiel der Analyse von Zuckerderivaten und Metaboliten in Pflanzen und verschiedenen Kat- und Anionen in pharmazeutischen Präparaten die Leistungsfähigkeit der SeQuant™ ZIC-HILIC technology für polare und hydrophile Stoffe. Dazu stellte er verschiedene HILIC-Pasen vor, gab eine Klassifikation und verglich gebundene und Silica HILIC-Pasen in seinem Vortrag mit dem Thema „Straight forward separation of polar and hydrophilic compounds with SeQuant™ ZIC-HILIC technology“.

Die Einsatzmöglichkeiten der HPLC bei der Umsetzung der Spielzeugverordnung 2009/48/EG zeigte Stephanie Hanning vom Bereich Instrumentelle Analytik der FH Münster auf und hob zunächst die Bedeutung des Spielzeugs als Wirtschaftsmotor bei 80 Mio. Kinder in der EU hervor. Allein China habe 2006 für 13 Mrd. Euro Spielzeug in die EU exportiert. Doch man habe auch festgestellt, dass jedes 5. Spielzeug mechanisch oder auf Grund von regulierten Inhaltsstoffen Kinder gefährde. Dann stellte sie ein „Buntes Potpourri“ an Weichmachern vor, die in Spielzeug gefunden worden seien und stellte Methoden der Probenvorbereitung für die Bestimmung von Phthalaten vor, die von Studierenden im Rahmen ihrer Praktika in Instrumenteller Analytik ausprobiert und bewertet worden seien. Dabei habe sich herausgestellt, dass Lösen und Ausfällen des Makromoleküls die schnellste Methode sei. Und sie machte auch deutlich, dass neben viel Erfahrung der Einsatz von HPLC-MS unverzichtbar sei, da wegen der Regulierung von Weichmachern immer neue eingesetzt würden.

Die besondere Leistungsfähigkeit der Headspace-GC-MS bei der Bewertung verschiedener Methoden zur Untersuchung des Trocknungsverhaltens von Farben und Lacken stellte Robert Brezina vom Bereich Instrumentelle Analytik der FH Münster heraus. Die Emissionsbewertung des Trocknungsverhaltens nach dem AgBB-Schema dauere mit 28 Tagen zu lange, sie könne mit spezieller Analytik auf 3 Tage verkürzt werden. Die Hauptgeruchsbildner seien verschiedene Aldehyde, insbesondere Hexanal, dessen Entstehung in Trocknungskammern zeitlich verfolgt wurde. Dabei konnte er aufzeigen, dass bei der Untersuchung von lackierten Al-Folien nach 1 bis 2 Tagen in einer Mikrokammer gleiche Aussagen möglich sind wie nach 28 Tagen in einer 21-l-Prüfkammer.

Eindrucksvoll machte Bernd Jastorff vom Zentrum für Umweltforschung und Umwelttechnologie der Universität Bremen deutlich, wie wichtig bei allen Entwicklungen von und mit Chemikalien ein nachhaltiges Produktdesign ist. Dabei sei nicht nur eine Risikobewertung der Wirkung der einzelnen Chemikalien in der Umwelt unverzichtbar, sondern es müsse auch noch berücksichtigt werden, dass Chemikalien in der Biosphäre verändert und/oder akkumuliert werden. Er zeigte auf, dass man mit entsprechenden von ihm entwickelten Farbcodierungen der funktionellen Gruppen der Moleküle eine gute Risiko-Abschätzung vornehmen könne, und dies sei bei der Entwicklung und vor allem beim Inverkehrbringen neuer Chemikalien unverzichtbar.

Eine Geräte-Ausstellung ermöglichte den Besuchern, sich in den Veranstaltungs-Pausen über den neuesten Stadt der Geräte-Technik zu informieren, was intensiv genutzt wurde.

Am Ende des ersten Tages wies Simone Mönnighoff-Pützer, die in diesem Jahr zusammen mit Jeannette van de Meer von Seiten des Unternehmens VWR International, Darmstadt, für die Veranstaltung verantwortlich war, darauf hin, dass man im nächsten Jahr das 28. ChromForum wohl nicht Anfang September veranstalten werde, sondern wegen der sehr späten Sommerschulferien in NRW etwas später.

An die Vortragsveranstaltung schloss sich am zweiten Tag ein Workshop an, bei dem die Teilnehmer/-innen gute Einblicke in die neue ZIC-HILIC technology bekamen und vor allem praktische Erfahrungen über Troubleshooting, an Pumpen und für die Wartung und Pflege von Chromatographie-Systemen insgesamt sammeln und üben konnten. Gerade dieser Teil des Steinfurter Chromatographie-Symposiums stößt immer auf ein ganz besonderes Interesse, so dass auch in diesem Jahr wieder nicht alle Interessenten daran teilnehmen konnten. Denn damit dieser Workshop effektiv gestaltet werden kann, ist die Teilnehmerzahl dafür begrenzt.
Prof. i. R. Dr. Anton Janßen, Fachbereich Chemieingenieurwesen der FH Münster, Stegerwaldstraße 39, 48565 Steinfurt

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